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Lispeln

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
14 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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11
Verweise raus
17

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Lispeln

Bd. 2, Sp. 2078
Lispeln, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist eine Onomatopöie, welche eine dreyfache Art des Schalles ausdruckt. 1) Einen Fehler der Aussprache, wenn die Zunge des Sprechenden zu lang und groß ist, und daher zu oft an die Zähne anstößet, und ein falsches gelindes s hören lässet. Ehedem nur lispen, im Schwed. lispa,n. lespe, Angels. wlisp, Niedersächs. wispeln, Engl. to whisper und lisp. Schon bey dem Aristophanes ist λισπη γλωσση eine lispelnde Zunge. Daher der Lispeler, welcher im Reden lispelt, ehedem nur Lisper. 2) In der edlern und dichterischen Schreibart wird es für leise reden gebraucht, welches im gemeinen Leben durch flistern, wispern, wispeln, bispeln, zischeln u. s. f. ausgedruckt wird. Ital. bisbigliare. Die Schwermuth lispelt mir nur Schrecken in das Ohr, Cron. Den Anschlag lispelt dir die Eifersucht ins Ohr, Weiße. Dort klagt blutdürstig ihn laut sein Verbrechen an, Doch lispelt hier mein Herz, nein, er hat nichts gethan, Weiße. 3) In eben dieser Schreibart wird es auch gebraucht, das sanfte Säuseln des Windes, das gelinde Geräusch eines Baches, und des bewegten Laubes der Bäume auszudrucken. Sanfte Entzückungen duften aus jeder Blume ihm zu, ertönen und lispeln ihm aus jedem Gebüsche, Geßn. Nahe Bäche lispelten[] durch das Gras oder rauschten in kleinen Gefällen sanft in das Getöse, ebend. Ich höre den lispelnden West, der sich auf schlanken Zweigen wiegt.
1447 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lispelnswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    lispeln swv. balbutire, blesare ib.;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lispeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Lispeln , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist eine Onomatopöie, welc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lispeln

    Goethe-Wörterbuch

    lispeln auch subst; fast ausschließlich im poet Werk flüstern, wispern; mehrfach alliterierend in Vbdg mit ‘leise’, ‘lie…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lispeln

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lispeln , eigentümliche Aussprache gewisser Konsonanten, bei der sich spirantische Geräusche (vgl. Lautlehre) der normal…

  5. modern
    Dialekt
    lispelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    lispeln schw. : 1. 'leise reden, flüstern', lischb(e)le [vereinzelt]. — 2. 'beim Reden mit der Zunge anstoßen' [LU-Altr …

  6. Spezial
    Lispelnn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Lispeln , n шепелявость , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lispeln

2 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von lispeln 2 Komponenten

lisp+eln

lispeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von lispeln (2 von 2)

entlispeln

DWB

entlispeln , susurrando elabi: des klosters dunkeln eschen entlispelt klageton. Matthisson 109 ( oder 122 oder 199).

verlispeln

DWB

verlispeln , verb. durch geheimes reden herabsetzen: wars eigner wille? warens eitle thoren, die mich verlispelten mit falschen zungen. Plat…