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Korrespondénz

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Korrespondénz

Bd. 11, Sp. 512
Korrespondénz (neulat., franz. correspondance), Briefwechsel, brieflicher Verkehr, geschäftlicher wie privater. Das Wort K. wird auch einseitig gebraucht, namentlich bei Veröffentlichung von Briefsammlungen bedeutender Personen, bei Berichten auswärtiger Mitglieder von Akademien (korrespondierendes Mitglied) und bei gelegentlichen oder regelmäßigen Mitteilungen von Korrespondenten oder Korrespondenzbureaus an Zeitungen. Diese den täglichen Bedarf der letztern zum Teil deckenden Korrespondenzen, die gedruckt oder autographisch vervielfältigt werden, sind um 1830 entstanden. Zu Anfang der 1830er Jahre soll nach Wuttke (»Die deutschen Zeitschriften«, Leipz. 1866) ein Dr. Singer in Baden die erste bekannt gewordene autographierte K. im publizistischen Sinne herausgegeben haben, und bald darauf (1832) erschien in Paris die »Correspondance Garnier«, die unter dem Einfluß der Regierung Ludwig Philipps stand und von fast allen französischen Zeitungen benutzt wurde. Ihre Fortsetzung ist die noch jetzt bestehende, täglich in Paris erscheinende »Correspondance Havas«, die ebenfalls die Ansichten der jeweiligen Regierung widerspiegelt. In den 1840er Jahren traten auch in Brüssel und London ähnliche Anstalten ins Leben. Gegenwärtig werden von Paris und London mehrere Korrespondenzen an deutsche Zeitungen versendet. Daneben hat nur noch die in Wien erscheinende »Politische K.«, die aus offiziösen Quellen in Berlin, Wien und Petersburg bedient wird, Bedeutung. In Deutschland gibt es zwei Gattungen von Korrespondenzen, politische, die von den Hauptstädten, namentlich von der Reichshauptstadt, ausgehen und meist im Dienste der einzelnen Parteien stehen, deshalb auch Parlamentsberichte und parlamentarische Nachrichten bringen, und lokale, von einzelnen Berichterstattern herausgegebene, welche die Zeitungen der betreffenden Orte mit Berichten über Tagesvorgänge (Versammlungen, Feierlichkeiten, Unglücksfälle, Verbrechen etc.) versorgen. Diese Lokalkorrespondenzen sind ephemere Erscheinungen, die schnell Titel und Herausgeber wechseln. Auch die politischen Korrespondenzen sind schnellem Wechsel unterworfen, selbst die von den Regierungen unterstützten. Nach dem Eingehen der preußischen »Provinzialkorrespondenz« (s. d.) erschien eine Zeitlang eine anonym (von Dr. Klee) herausgegebene K., die an der Regierung ergebene Provinzialblätter (Kreis-, Amtsblätter u. dgl.) versandt wurde, um über die Absichten der Regierung zu orientieren. Nach der Entlassung Caprivis (1894) begründete der preußische Minister des Innern v. Köller eine »Berliner K.«, die nach seiner Erklärung nur Tatsachen bringen und berichtigen soll, was die Regierung zu berichtigen für notwendig hält. Ein gleiches System wird von den verschiedenen parlamentarischen und wirtschaftlichen Parteien befolgt. Es gibt eine »Konservative K.«, eine »Nationalliberale K.«, eine »Liberale K.«, eine »K. des Bundes der Landwirte«, eine »Deutsche Agrarkorrespondenz«, die von der Regierung beeinflußten »Berliner politischen Nachrichten«, die »Neue politische K.« u. a. Daneben betreiben einzelne Parteiführer und Journalisten ein ausgedehntes Korrespondenzgeschäft, mit dem sie kleinere Parteiblätter bedienen. Von Korrespondenzen, die außerhalb Berlins erscheinen, ist die »Süddeutsche Reichskorrespondenz« (Karlsruhe) zu erwähnen. Die politischen Korrespondenzen haben an Bedeutung verloren, seitdem die größern Zeitungen im Ausland Spezialkorrespondenten unterhalten, und seitdem sie sich mit den hervorragenden Parteiführern des Inlandes direkt in Verbindung gesetzt haben. Für die gesamte Presse von Wichtigkeit sind nur noch die Korrespondenzen, die über die Absichten der Regierung und der maßgebenden politischen Kreise in offiziöser Form orientieren. Nach dem deutschen Reichsgesetz über die Presse vom 9. Mai 1874 sind die auf mechanischem oder chemischem Weg vervielfältigten periodischen Mitteilungen, sofern sie ausschließlich an Redaktionen versandt werden, von den Bestimmungen des Preßgesetzes ausgenommen; vgl. auch Telegraphenbureaus. – Über kaufmännische K. s. Handelskorrespondenz.
4088 Zeichen · 47 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Korrespondenz

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    korrespondieren Vb. ‘zusammentreffen, übereinstimmen, in Briefwechsel stehen’, entlehnt (16. Jh.) aus frz. correspondre …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Korrespondenz

    Goethe-Wörterbuch

    Korrespondenz weit überwiegend C-; wiederholt ‘Corresp.’ — Knapp 400 Belege, überwiegend in Bed 1a u b 1 Briefwechsel a …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Korrespondénz

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Korrespondénz (neulat., franz. correspondance ), Briefwechsel, brieflicher Verkehr, geschäftlicher wie privater. Das Wor…

  4. modern
    Dialekt
    Korrespondenz

    Südhessisches Wörterbuch

    Korrespondenz Band 3, Spalte 1689-1690

  5. Spezial
    Korrespondenzf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Korrespondenz , f переписка , ж

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korrespondenzblatt

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korrespondenz·blatt

korrespondenzblatt: correspondenz-blatt des gesammtvereines der deutschen geschichts- und alterthums-vereine. im auftrage des directoriums d…

korrespondenz geist

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korrespondenz·geist

korrespondenz geist: des uhralten jungen Leyer-Matzs lustiger correspondentz geist. mit Clem. Marot, Jan Trompeter, dem lustigen heerpaucker…

korrespondenzreich

GWB

korrespondenz·reich

korrespondenzreich c- (als Briefpartner geschätzt u daher) zahlreiche Briefkontakte pflegend, mBez auf JGHerder 27,304,21 DuW 10 Robert Char…

Korrespondenztugend

GWB

korrespondenz·tugend

Korrespondenztugend mBez auf über einen langen Zeitraum ohne Unterbrechung aufrechterhaltenen Briefwechsel Die Gräfinn Stolberg .. schreibt …

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Reichskorrespondenz

DRW

reich·s·korrespondenz

Reichskorrespondenz, f. auf das Reich (II) bezüglicher Schriftwechsel eines Reichsstandes souiell dann vnnsere eigene priuat, wie so auch ge…