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königlein

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

königlein n.

Bd. 11, Sp. 1705
königlein, n. cuniculus, kaninchen. 11) es hat mit könig nichts zu schaffen, sondern stammt offenbar von dem lat. cuniculus her (s. u. 2). aber es ist eben so offenbar an könig, königlein angelehnt worden (und zwar nicht bei uns nur, s. b), wobei gewiss der unter könig 13 besprochene begriff irgendwie mitwirkte. der name könighase liesze vermuten, das kaninchen sei als könig des hasengeschlechtes angesehen worden. 1@aa) die vermischung mit dem vorigen ist schon mhd. (im wb. fehlend), wahrscheinlich älter: dar quam der luhs und daʒ rêch, beide daʒ küneclîn und daʒ vêch. Reinh. 1342. in den voc. des 15. 16. jh. bei Dief. ganz wie das dem. von könig: cuniculus, kuniglin, kunglin, künglin, küniglein, bei Dasyp. küniglin 46d, küngle 370a, bei Schönsl. f 6c königle: unden die hasen hupften rum, der königlin ein grosze sum. G. Wickram bilger F 3; als königlein, eichhorn und häslein (auf der wiese), die sprangen darauf in dem gräslein. H. Sachs 1, 365c (1590); zog .. hinaus, königlin mit stricken und netzen zufangen. Garg. 171a (Sch. 313), dagegen künicklinhaar 77a; igell und königlein auf ganz widrige weis sich tief under dem grund der steinklüften verbergen. Weckherlin 225, ps. 104, 22. königlein Hohberg 1, 64 und noch Kirsch 1, 309a, Rädlein 555b, Denzler; auch indianische küniglein, meerschweinchen Frisch 1, 556c. bair. 17. jh. königl Albertinus schaupl. 299. noch els., schweiz. küngeli Stalder 2, 143, chöngeli Tobler 116a, wie bei Maaler 255b küngele. 1@bb) aber auch auszerdeutsch. zwar altengl. coning, cunyng kaninchen (nach franz. conin) ist von king könig getrennt und erinnert nur an ags. cyning könig, wie isl. kúnúngr cuniculus Biörn 1, 482a an konungr. aber auch böhm. heiszt das thier králík, poln. królik, litt. kralikkas, sloven. kralíček, d. h. eben königlein, wie der zaunkönig dort auch heiszt; da musz denn wol deutscher einflusz vorliegen, vielleicht auch der glaube an ein königthum des thieres. 22) andere formen aber treten dem cuniculus näher. am nächsten eine form von heute, kúnikel im östl. Thüringen (Ronneburg), sie liegt eig. auch in dem künicklin bei Fischart vor (s. vorhin); die wesentlichste änderung ist die zurückziehung des tones nach deutscher art, die doch in dem md. nd. kaníckel (sp. 162) unterblieben ist. gewöhnlich aber dem demin. von künig sich nähernd, sodasz der übertritt darein unvermeidlich war, kunigel, künigel, kungel Dief. 162c, mhd. küngel: eichhorn, fühse, küngel, hasen, fêchmarder, swîn wild unde zam. leben der Maria Magd., Mones anz. 8, 486. dann nd. kongel, md. kongelchin Dief. 162c. 33) aber noch andere formen schlieszen sich hier am besten an. 3@aa) künlin cuniculus in einem Augsb. voc. v. 1468 Dief. n. gl. 124a, Dasypod. 46d, kuenlein voc. opt. Lpz. 1501 H ijb, künele Maaler 255b, cünle Henisch 626. so noch fränk. künle, nürnb. verdeutlicht hasenkünlein Schm. 2, 307, wie denn noch Frisch 1, 556c künlein ansetzt. 3@bb) diesz mit eigner endung mhd. (alem.) chünol, cuniculus Mones anz. 8, 398, in Wackern. voc. opt. 44a cünolt, wie ein eigenname endend; es ist aus franz. connil, it. coniglio schwerlich zu begreifen. es muszte sich ein gefühl von kün als stammwort ausgebildet haben, und wirklich sprechen die kürschner von künrücken, künwammen (Frisch 1, 556c). diesz kün wird auf frz. conin, mnl. cunîn zurückgehn (wie kaninchen, s. d.), trifft aber seltsam wieder mit dem vermutlichen ahd. chuni könig zusammen, vgl. konelin zaunkönig sp. 1705 mitte. 3@cc) endlich külle cuniculus Dasyp. 370a (kylle 46d), aus künle durch angleichung, in einem Augsb. voc. v. 1516 kulli Dief. nov. gl. 124a, noch schwäb. külle n., küllhas Schmid 332, auch henneb. hasekülle n. Reinwald 1, 60. es ist wie mhd. küllinc aus künlinc, künnelinc verwandter. 44) dazu als adj. mhd. künigelîn (von künigel): ist das mîn herre ze hofe rîtet, bedarf er des liutpriesters, sô sol er mit im rîten, und sol sîn gefasset (s. 3, 1341) ze fuchseme werke oder ze künigelîme ('kümgelnne') und nit niderer. weisth. 4, 125, elsäss., mit kaninchenpelz. hierher auch ain küngrügrin kürsen Ott Ruland 14, pelz von kaninchenrücken, wie kürsen küniglrückin (adj.) Schöpf 353 aus der tirol. landesordn. v. 1603. nach jenem küng-rügrîn musz man aber das thier auch kurz küng, künig genannt haben.
4332 Zeichen · 136 Sätze

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    Neuhochdeutsch
    KönigleinDas

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Das Königlein , des — s , d. Mz . w. d. Ez. das Verkleinungsw. von König, ein kleiner König; verächtlich. Dann einer, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koeniglein

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von koeniglein 2 Analysen

koenig + -lein

koeniglein leitet sich vom Lemma koenig ab mit Suffix -lein.

Alternativen: kon+-ig+-lein

koeniglein‑ als Erstglied (5 von 5)

königleingarn

DWB

koenig·leingarn

königleingarn , n. garn zum kaninchenfang: stricke ( in muszestunden ) königlingarn. Garg. 246 b ( Sch. 465).

königleinhaar

DWB

koeniglein·haar

königleinhaar , n. kaninchenhaar: wollngelinde händlin wie künicklinhaar. Garg. 77 a , küniglinhaar Sch. 131.

königleinnest

DWB

koeniglein·nest

königleinnest , n. gang in einem kaninchenbau ( was lat. selbst cuniculus heiszt ): es ist kein königlinnest noch irrgang (' labyrinth ') in…

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APA
Cotta, M. (2026). „koeniglein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/koeniglein/dwb?formid=K10459
MLA
Cotta, Marcel. „koeniglein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/koeniglein/dwb?formid=K10459. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „koeniglein". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/koeniglein/dwb?formid=K10459.
BibTeX
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