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koemmlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kömmlich

Bd. 11, Sp. 1681
kommlich, kömmlich, conveniens, aptus. 11) Heimat, herkunft, formen. 1@aa) es ist jetzt dem alem. sprachgebiete ausschlieszlich eigen (els. kummlich, schweiz. chummli, auch bei Hebel), daher passend bei Schiller einmal im Tell 4, 1: es hagelt schwer, kommt in die hütte, vater, es ist nicht kommlich hier im freien hausen. 539b. und diese beschränkung scheint ziemlich alt, schon im 15. 16. jh. brauchen es wesentlich oberrh. schriftsteller, besonders Schweizer, Elsässer (nicht H. Sachs, Luther, auch nicht S. Frank, Fischart). nur die wbb. hatten kunde davon in weiteren kreisen, so nennt es Schönsleder h 3d, doch nur beiläufig ('kumlich, vide tauglich'), er schöpfte aus Maaler; selbst Stieler 1003 es ist mir ietzo nicht kommlich (nicht mehr Kirsch, Rädlein), auch Aler 1222a (Cöln 1727), wie eigner weise im 16. jh. Kilian komelick, komlick (nicht mehr bei Binnaert), offenbar aus gelehrter freude an dem hübschen worte. mhd. ist es eigner weise selten nachgewiesen (s. d), ahd. gar nicht. aber altgerm. bestand könnte ags. cymlîc bezeugen, daneben in einfachst alterthümlicher form cyme adj., passend, geziemend, dann stattlich, schön. 1@bb) das alem. kommlich ist so zu sagen der vetter des mehr md. (nd.) bequem, neben dem als bruder bekömmlich bestand, das z. b. Fischart für kömmlich brauchte (1, 1428). ebenso bestand aber neben bequem auch mhd. quæme, kæme, letzteres bezeugt durch schweiz. kæm bequem (s. sp. 1626), jenes durch eine gl. des 15. jh.: qwemlichen, apte. Mones anz. 5, 88. ebenso noch schottisch queem passend, genau (auch als zeitwort, z. b. beim tischler, genau passend machen), das ags. cvême; altengl. auch toqueme agreeable, vgl. nhd. unzukömmlich. 1@cc) kommlich und quæme gehören zu wol kumen mit dat., passen, gefallen u. ä. (s.kommen II, 7, c), wie bequem und bekömmlich zu wol bekommen, und werden daraus entstanden sein, mit weglassung des wol, das auch bei kommen mhd. zuweilen fehlt (sp. 1643 ε). vgl. ebenchomleich conveniens zu eben kumen sp. 1643 unten. 1@dd) in der form wechselt der vocal wie beim verbum, urspr. komlich und kumlich, daneben mit umlaut kümlich und kömlich, wie noch in herkömmlich, abkömmlich, unzukömmlich, nachkömmlich, und mhd. kömelîch Griesh. pred. 2, 10. eine nebenform lautete kommenlich (s. d.), das übrigens wirklich auch bairisch ist, in der form wie erschreckenlich neben erschrecklich, mhd. wiʒʒenlîch neben wiʒlîch, wiʒʒelîch, vom inf.? vgl. thunlich neben bethulich. mhd. erkomenlîch dagegen (neben erkumelîch) wb. 1, 907a ist vom part. erkomen, erschrocken. 22) Bedeutung. 2@aa) die älteste der vorliegenden bedeutungen wird folg. sein: schuoch, die komlich den fszen nachgemachet seind, apti ad pedem. Maaler 247d, s. mhd. (rehte) kumen, gut sitzen, passen sp. 1643 (δ. ε), gewiss auch wol oder eben kumen. 2@bb) diesem nahe liegt die bed. geziemend, wol 'anstehend' (wie ein kleid das einen ziert): ich maint, das es nit ersam noch kumlich oder zimlich wär, dem leichnam nachfolgen mit wainen und schreien (vgl. sp. 917). Keisersberg trostsp. hh 2a; welche spis der komlich täglich bruch heischet, mögen wir zuo allen tagen und ziten gebruchen. Zwingli von freiheit der speisen c 1a. zu (wol) kumen geziemen sp. 1643. 2@cc) sehr alt ist wahrscheinlich auch nützlich, dienlich, zuträglich (vgl. sp. 1642 unten): der vater weisz waʒ dem sun nütz ist, der meister waʒ kümlich ist dem junger. Keisersberg dreieck. spieg. Bb 6a (54b); er (gott) ist .. der aller gütigest vatter, der am basten erkennt was dem menschen kumlich ist. trostsp. gg 3c; desgleichen ist in gemein das nüchter bad zu morgen den feiszten und das bad nach der speis den magern leuten am komlichsten. H. Pantaleon beschr. v. Baden 68, bis hierher mit demselben dat., der noch von (wol) kumen herstammt. Dann aber auch ohne diesen dat., und mit abstracteren wendungen: deshalben hie (im bade, zum schutze der augen) die augspiegel ganz kommlich, welche man mit leder an den kopf bindet. das. 69; für die geschwulst des rachens ist komlich die brüi [] von einer hennen. Forer thierb. 63a u. o.; alsdann so mag man in dasselbig öl additiones (zuthaten) brauchen, die da kumlich darzu auch seind. Paracelsus 1, 1058a, doch diesz halb zu d, wie folg.: wann sie zum kommlichsten zu gebrauchen, wird ein verstandiger wundarzt wol wissen anzumelden. Tabernaemont. 1139; so dann ein meiszel (charpie) nimmer kumblich oder sauber ist, so mache einen frischen. Würtz wundarznei 39; wo es (das heften der wunden) kommlich möge gebraucht werden. 6; dasz er (der lindenbaum) ganz 'kömlig und bequem' ist, ein lebendig selbwachsende schattechte lauben darmit zu machen. Spangenberg lustg. 435. 2@dd) passend, geeignet, angemessen, gelegen (s.kommen 7, c, β): welcher mönsch dʒ recht thuon kan zuo kumlicher zeit und statt. Keisersb. crist. künigin bb 2a; wie ieder form (der geburt) zum kummelichesten ze helfen sye. Rüff trostb. A 3a; er mag kömlicher schnecklin geheiszen werden. Forer fischb. 3b; wir aber vermeinen, es könne kommlicher unter die todte nessel gesetzet werden. Tabern. 738; es were viel kömlicher auf dem meer dann auf dem land den feind anzugreifen. Fronsperger kriegsb. 3, 156b; hat er zu beiden seiten seiten an kömliche ort sein geschütz gestellet. 3, 155b; komlich, komlichen (adv.), zu rächter zeit, äben rächt. Maaler 247d. auch von menschen: es ist zuo dem niemands komlicher, füglicher, geschickter. ders. 2@ee) auch ganz gleich dem heutigen bequem: machts auf das geschmeidigst ein (wickelts zusammen), dasz es fein kömmlich zu tragen ist. Wickram rollw. 14 (kommlich 181, 18 Kurz); 'sprüchwörter gemeiner tütscher nation, erstlich durch S. Franken gesammlet, nüwlich aber in kommliche ordnung gestellt'. Zürich, Froschouer o. j. (1545); der zwang des reinen häuslichen lebens ist ein lieblicher zwang, wahrlich sein joch ist kommlich und seine last leicht. Pestalozzi 8, 295. in folg. zugleich 'gelegen': so kommlich es ihm auf der einen seite war, nicht mit geschäften überladen zu sein. ders. 2, 283; es wäre mir in eint und anderm freilich nicht kommlich gewesen. 2, 322, man kann sich auch willkommen dafür denken, wie Maaler 247c komlich mit nach wunsch erklärt. 2@ff) aber auch noch anders erscheint das vielseitige wort: so fil die untödliche seel edler ist dann der leib, on welcher gebot erkantnis keiner mag kümlich die sünden vermeiden. Keisersberg dreieck. sp. Bb 5a, offenbar förderlich, mit erfolg; disz gebott würt dann, und nit anders, kumlich gehalten von dem mönschen, so er .. Bb 5b, ebenso; das die christen zu allen hendlen und in gemeinschaft des lebens vil kömmlicher und früntlicher sind. Leo Jud Titus BB 2a, umgänglich, 'entgegenkommend'. so noch bei Gotthelf chumlig 13, 178 (geld u. geist 186), mit dem leicht auszukommen ist, auch dienstfertig Rütte 15. s. auch unkömmlich und die beiden folgenden.
6920 Zeichen · 164 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kömmlich

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kommlich , kömmlich , conveniens, aptus. 1 1) Heimat, herkunft, formen. 1@a a) es ist jetzt dem alem. sprachgebiete auss…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koemmlich

22 Bildungen · 0 Erstglied · 21 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von koemmlich

kommern + -lich

koemmlich leitet sich vom Lemma kommern ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

koemmlich als Zweitglied (21 von 21)

abkömmlich

DWB

abkömmlich , superfluus, was abkommen, entbehrt werden kann. die abkömmlichen landwehrmänner wurden zum dienst berufen.

altherkömmlich

DWB

alther·koemmlich

altherkömmlich , diu usitatus: die groszen räume altherkömmlicher häuser. Göthe 31, 212 ; bei einer so zahlreichen altherkömmlichen sammlung…

Ankömmlich

Campe

○ Ankömmlich , adj. u. adv. dem man leicht ankommen, beikommen kann (accessibel). Ein ankömmlicher Mensch. »Man sagte mir, daß er nicht sehr…

bekömmlich

Pfeifer_etym

bekommen Vb. ‘erhalten, in den Besitz einer Sache gelangen’ und unpersönlich mit Dativ ‘jmdm. zuträglich sein’, ahd. biqueman ‘(heran)kommen…

EINKÖMMLICH

DWB2

ein·koemmlich

DWB2 EINKÖMMLICH adj. DWB2 abl. von einkommen vb. 1 d. die einkünfte sichernd: DWB2 1945 das anspruchsvollste und schwierigste in der welt i…

herkömmlich

Pfeifer_etym

her·koemmlich

kommen Vb. ‘sich einem Ort nähern, sich von einem Ort hierher begeben, einen Ort erreichen, eintreffen, erscheinen’, ahd. queman (8. Jh.), m…

langherkömmlich

GWB

lang·herkoemmlich

langherkömmlich althergebracht, seit langem bestehend GWB 49 1 ,403,16 Üb:Gérard,Collect des portraits hist Juliane Brandsch J.B.

nachkömmlich

DWB

nach·koemmlich

nachkömmlich , adj. : die nachkömlinge werden hierin nachkömlich sein, posteri in hoc consensuri aut hoc iterum acturi sunt. Schottel 640 a …

übereinkömmlich

DWB

ueberein·koemmlich

übereinkömmlich , adj. vereinbart, herkömmlich: übereinkömmliche sitte ... setzen hier ( der erforschung eines menschen ) schranken Varnhage…

unabkömmlich

DWB

unabkömmlich , adj. , bei Campe noch nicht verzeichnet. 1 1) im sinne des schweiz. abkommen = abgehauen werden ( Staub-Tobler 3, 271 ) ist u…

unauskömmlich

DWB

unau·s·koemmlich

unauskömmlich , adj. adv. , gegensatz von auskömmlich: ein ganz unauskömmliches gehalt. anders nl. onuitkomelijk: de grootste en onuitkomely…

unbekömmlich

DWB

unbe·koemmlich

unbekömmlich , adj. adv. der neuesten sprache, gegentheil des ebenso neuen bekömmlich, in der bedeudeutung, die th. 1, 1425, 2 entwickelt un…

vollkömmlich

RhWB

voll·koemmlich

voll-kömmlich Sol , Ess-Werden , Aach-Kohlschd Adj.: -ständig, gut entwickelt; de Frocht (Getreide) es v.

vorkömmlich

DWB

vor·koemmlich

vorkömmlich , adj. , vgl. fürkömmlich th. 4, 1, 1, sp. 762 ( in anderem sinne, vorgreifend ); in neuerer sprache, jetzt veraltet, vorkommend…

wohlbekömmlich

DWB

wohl·bekoemmlich

-bekömmlich , adj. , gut bekommend, gedeihlich: es ist sonst kein gesunder, ... wolbekommlicher fleisch als das rindfleisch Hohberg georg. c…

zukömmlich

DWB

zukömmlich , zukommlich , adj. , lehnt sich in verschiedener weise an zukommen an. 1 1) veraltet für fremd, wie zukömmling: nicht inswic. we…

Ableitungen von koemmlich (1 von 1)

bekömmlich

Pfeifer_etym

bekommen Vb. ‘erhalten, in den Besitz einer Sache gelangen’ und unpersönlich mit Dativ ‘jmdm. zuträglich sein’, ahd. biqueman ‘(heran)kommen…