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klenen

mhd. bis nhd. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klenen

Bd. 11, Sp. 1144
klenen, klänen, gleich kleiben, schmieren, streichen. 11) gebrauch und verbreitung. 1@aa) von lehmbau, wie kleiben sp. 1067, mhd. klänen, klënen, bair. östr.: als die pfæl in ainer klänten want den laim auf haltent. Megenberg 22, 9, den lehm aufrecht halten (die pfæle sind die nd. md. staken, klêmstaken Dähnert 234a), in andern hss. in einer chlenwent (kleibwand), gekleibten want. daher vom nestbau der schwalbe: ein swalwe klent von leime ein hiuselîn. Neidhart 30, 38 H. 54, 7 B., dazu verklenen verstreichen und klenster mhd. wb. 1, 843a (s. kleister 1, a). wie klenwand, so östr. klenwerk gleich kleibwerk: die stat Partzow ist eingefangen mit khlenwerg. fontes rerum austr. 1, 326, mauer aus kleibwerk. 1@bb) beschmieren, beklecken, vgl. beklenen: nun war ihn klent kopf, lend und brust, das sich ihr jeder ducken must unters wasser, den dreck abwusch. H. Sachs 2, 4, 80d; und klent uns frei do heim die went mit beiden henden wie er kan, das wir uns all verwundern dran wo er die kunst des schreibens nam, so er doch in kein schuel nie kam. fastn. sp. 1060, 11. 1@cc) noch in voller geltung ist es im bair. östr. gebiete, bair. klänen (mit beklänen, an- aufklänen u. a.), dazu kläner m. kleiber, streicher, klänerei schmiererei, klänig schmierig, klänkäs schmierkäse, auch bildlich sich klänen mit .., 'bemengen', einlassen, s. Schmeller 2, 357. östr. glena u. s. w., glener ein schlechter maler Castelli 141, klänen besudeln Loritza 74b, bei Höfer 2, 141 z. b. eine mauer mit laim anklenen, bestreichen, klenboden zimmerdecke mit lehm und stroh verkleidet. in Tirol, Kärnten klânen (tir. verklânen verkleckern). 1@dd) aber auch in ganz andern theilen Deutschlands, sodasz es einst allgemein gewesen sein mag. in Aachen klêne mit lehm bauen oder bewerfen, klênerei f. und klên m. kleibwerk, schmiererei Müller u. Weitz 111, sie bringen aus urk. bei mit leimen beklennt. am Mittelrhein klenen und klinen schmieren, beklinen beschmieren (s. Kehrein), westerw. klinscheibe Schmidt 19 gleich kleibscheibe maurerkelle. selbst in Mitteldeutschland eine spur in thür. von dreck klennern (wie klebern 2), sächs. beklennert besudelt. 1@ee) auszer Deutschland wol erhalten im norden: dänisch kline kleiben, kleben (trans.), tünchen, dazu klineväg kleibwand, lehmwand, klinvärk wie östr. klenwerk vorhin, u. a.; schwed. klena, dial. auch klina, klajna, dazu klinare der kleiber, klena f. klecks u. a.; norw. klina und kleina, altn. isl. klîna. 22) formen und verwandtschaft. 2@aa) am alterthümlichsten zeigt sichs ahd.: praet. giklan, biklan klebte, beklebte, part. bichlenan Graff 4, 558 fg., also starkformig wie geben, lesen, praes. chlinu, inf. chlënan. davon ist denn das mhd. nhd. klenen eine ableitung, mit gebrochnem e (aus i), wie die form klänen bezeugt, also mhd. klënen, ahd. anzunehmen chlënên (s.kleben I, c), das neben chlënan ähnlich steht wie chlëbên neben chlîban, wie auch bei beiden im übergang von der starken zur schwachen form die bed. nicht gewechselt ward. 2@bb) aber auch von einer andern starkformigen bildung sind spuren erhalten, obwol nur in einer mundart von heute: westerwäldisch bekleine beschmieren, bekline beschmiert, von kleinen kindern (Schmidt 19); es bestand also neben ahd. chlënan auch chlînan, praet. chlein, ganz wie sich neben chlîban, alts. clîBan sp. 1044 ein starkes clëBan ergab, ausbildung éines stammes in mehrern verwandten ablautsreihen oder übergang aus einer in die andere, wovon immer mehr beispiele auftauchen (s. J. Grimm gesch. der d. spr. 851 ff., vergl. hier kresen, klieben). dem vermuteten chlînan entspricht denn auch das nord. klîna (mit ablaut norw. kleina, schw. klajna), nur schon schwach geworden, wenigstens im part. isl. klîndr, norw. klînt Aasen 222a. steckt etwa in dem nrh. klêne 1, d vielmehr kleinen? 2@cc) nächstverwandt ist das gleichbedeutende kleimen sp. 1087, wo gleichfalls altes starkes klîman spurweise vorblickt; dazu musz auch das klamm klebrig (sp. 936 mitte) entfernt gehören, das vielleicht auf den ablaut wie in klënen klan deutet. die weitere verwandtschaft s. sp. 1066 mitte; man könnte sl. glina thon unmittelbar mit klenen vergleichen, ebenso kymr, glynu kleben, und selbst lat. linere vielleicht, da alter abfall des g sich schon dort ergab; damit kämen wol aber selbst limus und lehm, leim in frage, sodasz hd. leim lehm genau zu ags. clâm lehm träte.
4398 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KLËNEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    KLËNEN s. ich KLIN .

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    klenen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    klenen , klänen , gleich kleiben, schmieren, streichen. 1 1) gebrauch und verbreitung. 1@a a) von lehmbau, wie kleiben s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klenen

6 Bildungen · 1 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von klenen 2 Komponenten

kle+nen

klenen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klenen‑ als Erstglied (1 von 1)

klenen II

RhWB

klenen II -E:-, –ē- = schmieren s. klennen II;

klenen als Zweitglied (3 von 3)

beklenen

DWB

bek·lenen

beklenen , illinere, besudeln, ahd. pichlenan, praet. pichlan. Graff 4, 558. 559 . mit treck beklent. fastn. sp. 1204 ; und beklent sie gar …

biklenen

KöblerAhd

bik·lenen

biklenen , sw. V. (1a) nhd. beschmieren, besudeln, beflecken ne. smear (V.), stain (V.) ÜG.: lat. oblinere Gl, sordidare Gl Q.: Gl (11. Jh.)…

Verklenen

Campe

verk·lenen

≠ Verklenen , v. trs . verschmieren. Oberlin. D. Verklenen .

Ableitungen von klenen (2 von 2)

beklenen

DWB

beklenen , illinere, besudeln, ahd. pichlenan, praet. pichlan. Graff 4, 558. 559 . mit treck beklent. fastn. sp. 1204 ; und beklent sie gar …

Verklenen

Campe

≠ Verklenen , v. trs . verschmieren. Oberlin. D. Verklenen .

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APA
Cotta, M. (2026). „klenen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klenen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „klenen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klenen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „klenen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klenen/dwb.
BibTeX
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