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Kinnlade

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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16

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Kinnlade

Kinnlade

Kinn n. ‘Gesichtsvorsprung am Unterkieferknochen’. Die zum Teil in andere Deklinationsklassen übergetretenen bzw. (im Dt. und Nl. zum ja-Stamm) weitergebildeten germ. Formen ahd. kinni (9. Jh.), mhd. kinne, kin, asächs. kinni, mnd. mnl. kin, kinne, nl. kin, aengl. cin(n), engl. chin und (mit der jüngeren Bedeutung ‘Wange’) anord. kinn, schwed. kind, got. kinnus weisen im Vergleich mit den außergerm. Formen auf einen ie. u-Stamm, der sich im Got. deutlich erhalten hat. (Das doppelte n in germ. *kennu- ist aus einem überall durchgeführten ursprünglichen -nu̯- obliquer Kasus hervorgegangen.) Zusammen mit den germ. Zeugnissen führen griech. génys (γένυς) ‘Kinn, Kinnbacke’, lat. genuīnus ‘Backenzahn’ (neben umgebildetem lat. gena ‘Wange’), kymr. gen ‘Wange, Kinn’, air. gi(u)n ‘Mund’, aind. (mit sekundärem, ie. g̑h- entsprechendem Anlaut) hánuḥ ‘Kinnbacke’ dazu, ein ursprüngliches Femininum ie. *g̑enu- ‘Kinnbacke, Kinn’ zu erschließen. Offen bleibt, wieweit ein Zusammenhang mit den unter Knie (s. d.) behandelten (im wesentlichen in neutralen Substantiven erscheinenden) Ausgangsformen ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ besteht. Semantisch wären die ie. Formen sehr wohl unter einer Grundbedeutung ‘Krümmung’ zu vereinigen. – Kinnbacke f., Kinnbacken m. ‘seitlich ans Kinn anschließender Wangenteil’ (s. 1Backe), ahd. kinnibacko (9. Jh.), mhd. kin(ne)backe. Kinnlade f. ‘(Unter)kiefer’ (18. Jh.), eine anfangs scherzhafte Bezeichnung im Sinne von ‘Zahnbehältnis’ zu Lade ‘Behälter’ (s. d.).
1493 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kinnlade

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Kinnlade , plur. die -n, S. Adelung Kinnbacken .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kinnlade

    Goethe-Wörterbuch

    Kinnlade öfter ‘Kinlade’, Kleinschr N13,225,12 Morph Plp , Kinnl. N8,332 Morph Plp ; rund 180 exzerpierte Belege gegenüb…

  3. modern
    Dialekt
    Kinnladef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kinn-lade f. : wie schd., Kinnlad, Kien-, Kieⁿ- [verbr.]; vgl. Kinnback(en) . 's is näkscht die ganz K. mitgang (beim Za…

  4. Spezial
    Kinnlade

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kinn|la|de f. (-,-n) ‹anat› gramorin dessot m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kinnlade

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von kinnlade

kinnladen + -e

kinnlade leitet sich vom Lemma kinnladen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von kinnlade 2 Komponenten

kinn+lade

kinnlade setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kinnlade‑ als Erstglied (4 von 4)

Kinnladenbein

GWB

kinnladen·bein

Kinnladenbein Kieferknochen (bei Mensch u Tier); überwiegend spezifizierend ‘oberes K.’ [ Zwischenknochen beim Menschen ] fast ganz in’s obe…

Kinnladenfortsatz

GWB

kinnladen·fortsatz

Kinnladenfortsatz anatom: processus maxillaris [ betr Schneideknochen beim Tier ] Um .. die höchst abweichenden Gestalten desselben übereins…

Kinnladenpaar

GWB

kinnladen·paar

Kinnladenpaar Hülfsorgane hat das Haupt [ der Tiere ] .. zur Aneignung der Speisen .. sie zeigen sich bald als getheilte Zangen, bald als ei…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kinnlade". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kinnlade/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kinnlade". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kinnlade/pfeifer_etym. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kinnlade". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kinnlade/pfeifer_etym.
BibTeX
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