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Kinnbacken

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Kinnbacken

Kinnbacken

Kinn n. ‘Gesichtsvorsprung am Unterkieferknochen’. Die zum Teil in andere Deklinationsklassen übergetretenen bzw. (im Dt. und Nl. zum ja-Stamm) weitergebildeten germ. Formen ahd. kinni (9. Jh.), mhd. kinne, kin, asächs. kinni, mnd. mnl. kin, kinne, nl. kin, aengl. cin(n), engl. chin und (mit der jüngeren Bedeutung ‘Wange’) anord. kinn, schwed. kind, got. kinnus weisen im Vergleich mit den außergerm. Formen auf einen ie. u-Stamm, der sich im Got. deutlich erhalten hat. (Das doppelte n in germ. *kennu- ist aus einem überall durchgeführten ursprünglichen -nu̯- obliquer Kasus hervorgegangen.) Zusammen mit den germ. Zeugnissen führen griech. génys (γένυς) ‘Kinn, Kinnbacke’, lat. genuīnus ‘Backenzahn’ (neben umgebildetem lat. gena ‘Wange’), kymr. gen ‘Wange, Kinn’, air. gi(u)n ‘Mund’, aind. (mit sekundärem, ie. g̑h- entsprechendem Anlaut) hánuḥ ‘Kinnbacke’ dazu, ein ursprüngliches Femininum ie. *g̑enu- ‘Kinnbacke, Kinn’ zu erschließen. Offen bleibt, wieweit ein Zusammenhang mit den unter Knie (s. d.) behandelten (im wesentlichen in neutralen Substantiven erscheinenden) Ausgangsformen ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ besteht. Semantisch wären die ie. Formen sehr wohl unter einer Grundbedeutung ‘Krümmung’ zu vereinigen. – Kinnbacke f., Kinnbacken m. ‘seitlich ans Kinn anschließender Wangenteil’ (s. 1Backe), ahd. kinnibacko (9. Jh.), mhd. kin(ne)backe. Kinnlade f. ‘(Unter)kiefer’ (18. Jh.), eine anfangs scherzhafte Bezeichnung im Sinne von ‘Zahnbehältnis’ zu Lade ‘Behälter’ (s. d.).
1493 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kinnbacken

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Kinnbacken , des -s, plur. ut nom. sing. diejenigen Beine des Kopfes an den thierischen Körpern, worin die Zähne bef…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kinnbacken

    Goethe-Wörterbuch

    Kinnbacken mask ‘jdm die K. ausziehen’ iSv jdm den Kiefer ausrenken; bildhaft-hyperbolisch [ Zweiter Offizier: ] Es wäre…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kinnbacken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kinnbacken , s. Kiefer ; Kinnbackenkrampf . s. Starrkrampf.

  4. modern
    Dialekt
    Kinnbacken

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kinnbacke n [Khempàkə Obhergh. K. Z. ; Khenpàkə Co. Wh. ; Khænpàkə M. ; Demin. Khempakl K. Z. ] m. Unterkiefer; geräuche…

  5. Sprichwörter
    Kinnbacken

    Wander (Sprichwörter)

    Kinnbacken 1. Der Kinnbacken ist des Alten Stütze. – Simrock, 5662. 2. Seine Kinnbacken haben all das Seine (all sein Ha…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kinnbacken

15 Bildungen · 13 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kinnbacken 2 Komponenten

kinn+backen

kinnbacken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kinnbacken‑ als Erstglied (13 von 13)

kinnbackendrüse

DWB

kinnbacken·druese

kinnbackendrüse , f. glandula maxillaris, in der physiologie, ebenso kinnbackengrube fossa maxillaris, eine vertiefung im kinnbacken, kinnba…

Kinnbackendrueseⁿ

Idiotikon

Kinnbackendrueseⁿ Band 14, Spalte 1346 Kinnbackendrueseⁿ 14,1346

Kinnbackenhöhle

Campe

kinnbacken·hoehle

Die Kinnbackenhöhle , Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, eine gewisse Aushöhlung des Kinnbackens (Sinus maxillaris s. Antrum Highmori…

kinnbackenschlag

DWB

kinnbacken·schlag

kinnbackenschlag , m. alapa, colaphus. gemma Straszb. 1518 A 6 b , nl. kinnebackslagh Kil., wie backenschlag, s. kinnbacke 2, c.

kinnbackenzwang

DWB

kinnbacken·zwang

kinnbackenkrampf , kinnbackenzwang , m. wissenschaftlich für mundklemme, maulsperre, trismus, starrkrampf im munde: und konnte, als hätte ih…

kinnbacken als Zweitglied (2 von 2)

Eselskinnbacken

Wander

esel·s·kinnbacken

Eselskinnbacken Einen mit Eselskinnbacken tödten. – Eiselein, 153. Tausende werden durch geistliche und weltliche Schwätzer auf diese Weise …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kinnbacken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kinnbacken/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „kinnbacken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kinnbacken/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kinnbacken". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kinnbacken/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kinnbacken"},
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  urldate      = {2026-05-13},
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