Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
keppel stN.
2 ‘(kleine) Kappe, Käppchen’ (als Kopfbedeckung; zu kappe swstF. 2 )
1 ‘(kleines, einfaches) mantelartiges Obergewand (mit Kapuze)’ (zu kappe swstF. 1): hœrt, wie ein schretel dort her lief. / [...] ez was gar eislîch getân / und het ein rôtez keppel an Schrätel 190; sôgetân herren dekeinen sô bœsen / roc habent, den si von der hant / frîlich lâzen âne pfant: / zwuo hosen oder ein keppelîn / muoz einer lœsen ze dem wîn, / der ez haben wil von in Renner 15177. 16776. – verächtlich auf Mönchskutten bzw. Mönche bezogen (vgl. FrlWB 182): her Hof, wie lange sol ich daz vertragen, / daz iu behagen / so wol die klostergiegen [Klosternarren] ? / möcht ir lazen vliegen / die keppel heim, der menige unpris müste vor iu biegen Frl 5:33,5. – bildl.: her hete den sunden gerne gemachet / ein keppelin, des wart her geswachet. / di bicht sal gar nacket sin, / si sol haben kein keppelin. / daz deckekleit mit irre lere / benamen ir di predigere Brun 8368. – für hëlkeppelîn ‘Tarnkappe’ (hier bildl. ‘falsche, hinterhältige Art’): ‘vil missewendic sint die man, / si tragent helekäppel an. / [...] versnîdet dich ir käppelsnite, / dû muost diu wange ûz ougen baden.’ / [...] [Tochter:] ‘waz ahte ich ûf ir käppelîn, / dâ si ir vriunt versnîdent mite? / ich getrû dem stæten herzen mîn’ Winsbeckin 18,1 2 ‘(kleine) Kappe, Käppchen’ (als Kopfbedeckung; zu kappe swstF. 2): wie hoͤfsche lúte habe der Rin, / daz ist mir wol mit schaden kunt. / ir hube, ir har, ir keppelin / erzeigent núwer fúnde vunt Marner (W) 3:2,3; nû stêt etelîcher als im ein spiz in dem rücke stecke, unde kumt im daz keppelîn oder der huot niemer von dem houbte PrBerth 1:457,17; daz keppelîn oder swaz ir ûf dem houbte habt ebd. 1:457,10; ein rotes keppeli StBZürich 18; keppali Gnaistli 425; SchwSp 69b
MWB 3,1 207,50; Bearbeiter: Hansen