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Kappes

mnd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kappes

Bd. 4, Sp. 161
Kappes Rhfrk, Mosfrk kabəs [Trier-Ld bis Koch, Wittl, Bitb -āb-]; sonst kapəs [im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫp-; Dinsl -ab-; in Eup fehlt das Wort, dafür Mus] Sg. t. [Pl. -əsə Erk, Kemp Kref, Mörs], Demin. kępəsχə, –kə m. [Koch-Laub Urschmitt, Mörs-Neuk n.]: 1. der Kohl, brassica capitta [das Wort Kohl fehlt für diese Bed.; kū:l, kȳ:l besondere Kohlart u. Kohlsetzling (auch Planz) u. junge Pflanze; s. Kohl]; man unterscheidet weissen u. roden K. (bloər K. Ottw, Saarl, Merz, Bitb-Dudeld, Daun-Neichen; runder K. Merz-Schweml) Allg.; Sommer-, Wenterk.; alte Kohlart iwige Kühl (ewiger Kohl), der immer neue Blätter hervorspriessen lässt u. viele Jahre als Pflanze überdauert Rip; Spetzkappes Weisskohl mit spitzem Kopfe; Wirsching (Schavuje(l)) Wirsing; Krusmus Krauskohl (Bur-, Hoffmus, Krusk. Gummb-Berghsn); fosche (frischer) K. Rosenkohl Mettm-Cronenbg (Sprutemus, Blumenkühl) (s. d. W.); Johrk. jähriger, grosser Weisskohl Kref-Fischeln. Enen Kopp (Hät, Höt, Höf s. Haupt) K.; der innere feste, strunkartige Teil ist der Grutz, et Herz, der Knaust, Kros, Päps, Storkel, Stein, Strang, Stutzen, Strunk, Topp, Tork, Torsch; der Strunk, der nach dem Abschneiden des Kohlkopfes im Garten in der Erde stehen bleibt, ist der Grat, Knaust, Storkel, Strong(k), Strunk, Stump, Sturz(en), Stutzen, Stuhl; wenn der Kohlkopf nicht fest geschlossen ist, so ist er opgebarscht, opgesprongen, usgewassen (ausgewachsen), bausch(ig), bauscherig, blauderig, blauschig, boll, bulsig, buchterig, don, fludderig, hudderig, külpig, lappig, lodderig, luch, luck, lummer, lummerig, lusch(ig), schlodderig, sprauselig, spruck, taub, trauschelig, zasselig; er hat enen Blausch, Blauschhäupt, Bucht, Gebäusch, Gebläusch, ist Luschenkappes, Schlodderk.; er ist gebläuscht, gestengelt, verplünscht, zerluscht, es gappt, es durchgegangen (s. d. W.); krotterige K. klein geblieben Mörs-Rheinbg. — K. siən (säen); K. planze (setze, poəte); e Stöck K. Gartenstück, mit K. bepflanzt; de K. krogge (krauten, ren mache, schacke); die äussern losen Blätter werden abgepflückt, den K. bladdere (blättern); K. schnegge (schneiden); K. schave (schaben op der Schaf) (K. boahre reinigen Zell-Walhsn; K. bänkele Simm-Laub); K. schrore (schroten) Meis; K. koche; K. stuve (stowen, dämpfen); K. enmache Rip, Allg.; sösse (fresche) K. (Schludderk.) Kohlgericht aus frischen Blättern; sure K. = engemachte K. (K. ut der Tonnen Remschd, — us dem Fass Allg.; Sültenmus Berg, Kompes Aach); had er at de K. en de Tonn (em Fass, en der Stann); ene Frungk K. eine Handvoll zusammengepressten Sauerkrautes; der sure K. wird en de Tonn gestampft mit einem Stösser; gewürzt wird er mit Wacholderkörnern u. in der WEif mit Holzäpfeln (s. d. W.) Rip, Allg.; Bunnek. Sauerkraut, mit Wolfsbohnen untermischt Rip; K. un Erwes (Erbsen), auch Leim un Strih genannt Goar; s. andere Kohlgerichte bei den Zs. — K. enschlohn die Kohlköpfe für den Winter in die Erde legen Allg. — De K. wörd afangks Juni gepott (gepflanzt); sen de Plante angeschlage (beginnen sie zu wachsen), werde se geschuffelt (gehickelt), behaue, bekarscht), nach einiger Zeit getröt (gehüpp, gepuddelt usf.) mit Jauche gedüngt u. Anfang Oktober zum Überwintern oder Einmachen afgeschniə MGladb, Allg.; bes. im Geb. von Köln, Neuss, Grevbr, Kemp steht der Weisskohlbau (zur Ausfuhr) in hoher Blüte. — Bauernregeln. K. soll mer de erschten Freidag em Brochmond (Brachmonat) säjen Bernk-Neunk. Auf Getrudentag soll man den Kohlsamen säen Altk-Horhsn, Monsch-Kesten, MGladb-Kleinenbr. We K. pott (pflanzt) in de Mai, de krig Köpp(kes) as en Ei Geld, SNfrk, Klevld, NBerg; Koppessen en de Mai, dat geəven er wie en Ei Kemp, — Köppkes wie en Ei Dinsl, Elbf; enne K. in de Mai, en Deng näs en Ei; K. öm sent Jann, so grot as en Wann (Getreidewanne); setz de Kuhl of (für) St Johann, kreiste K. bie en Wann Altk-Willr, Bo-Vollmershv, Rees-Ringenbg. Maik., K. Merz-Nunk. Wenn mer ze gleicher Zeit backt un K. setzt, der därrt (verdorrt) Wend-Reichenb. Wer im Summer K. baut, hot im Winter Sauerkraut Bernk-Rhaunen; de Bauer, de uf Gott vertraut un sech im Herwst K. klaut (stiehlt), de hat em Wunter Sauerkraut Bernk-Monzelf, Saarl-Eidenborn KerprichHemmersd. Wenns dau im Herbst willst K. esse, darfste im August dat Blare (Blatten) nit vergesse Bernk-Lindenschd. Wammer hällige Kreizdag en Kappessupp ka machen, da kann't nach K. gen Saarbg-Soest. Wenn et anfängt ze rifen (rauhreifen), dann fängt de K. an ze knifen schliesst sich MülhRh-BGladb. Geroden (geraten) Bunnen on K., dann geröt dat andere net Sieg-Rhönd. Willste nit de K. hule, more is jo Galles schun Hunsr (bei Rottm.) Auf Allerseelen muss der K. eingefahren sein Bitb-Fliessem. Es Kristus gebor, hot de seissen (süsser) K. de Geschmack verlor Bernk-Bischofsdhron. — RA.: K. on Speck es guət för den Beck (Schnabel) Remschd; et geht nüs övver K. on Sp.; we dat net well, os geck Schleid-Hellenth. K. uhne (ohne) Fleisch as e schlechten Kreisch Trier-Schleidw; K. a ka Flosch, dat göt e mogere Kresch Bitb-Geichl. K. es fir de Flappes, un det Fläsch (Fleisch) is fir de leiwe Sohn un de Grumbiere, wer se gere isst Bernk-Sensw Dusemond. Besser en Laus beim (am im) K. wie gor Fläsch besser etwas als nichts Bernk-Neumag, Trier-Schleidw, Bitb-Dahlem. All Heil, du Bur; de Melk wed sur, de K. brennt an! MGladb-Bettr. Twölf Uhr, de K. es sur! Barm. Ös de K. gar? ruft der Suchende beim Verstecksp., wenn es ihm zu lange wird, bis sich alle verborgen haben (Antw.: De K. ös gar!) Eusk-Zülp. Adiə, K., de Fasten es us! sagt man, wenn die Fastenzeit zu Ende ist Aach. Et is so leicht wie K. Birkf. De setz do wie ene K. em Fell (Felde) verlassen Dür-Weisw. Auf einem schmutzigen Ärmel kanmer K. drop trecke Sieg-Rheidt. Äm (einem) de K. blare (blatten) ordentlich die Meinung sagen Birkf, Saarbr. Dau botz (putzest) den Mort (Markt) wie de Raupen de K. Daun-Strohn. Wenn die Jonges Latin lehre, möge se all kinne (sure) K. mehr Duisb, Rees. De K. woren vergift das Unglück war da Rees-Ringenbg. Dat ek van de K. necks gegete häbb, dovan sägge se necks sie halten mir vor, dass ich das Beste für mich genommen habe Duisb, Rees. He het enne K. gestoəhlen hat einen Höcker Mörs-Repelen. Dat es ene Kerl wie os Mattes, de frett (frisst) Röbe un schiət (scheisst) K.! Erk-Keyenbg. So völl Köpp, so völl Senn, sät die Frau, du schlog se en Kar Kappesse öm Kref-Osterath; jede Kopp hät sine Well, sät de Frau, als de Kar K.ə ömschlog Kemp-Süchteln. Gangk on lott (lass) dek din Moder ne Zoppe K. för de Fott (Gesäss) benge (binden)! zu dem, der sich ärgert Geld. Komm hei (hierhin), kriste jet K. met Hongk (Hund)! Hiebe Aach-Eilend. Su hell (hart), deck, rongk (rund) wie ene K. Erk-Elmpt. Schlaat (Salat) wie K. so fett Schleid-Hellenth; en Gesech (so breit) wie ne K. Kref. E geht druf los wie e Ochs in de K. Kreuzn. De Ochs, de ämol (einmal) im K. war, geht immer wirer enin wer sich einmal mit der Liebe abgab, lässt nicht mehr davon Simm-Horn. Dat leit durchene (durcheinander) wie K. on Mus Prüm, — K. on Rewe (Rüben) Kobl-Bend, — K. on Bunne Koch, May, Aden, Daun, Ahrw, Saarbg-Beurig, — K. on Tabak Remschd, MGladb; dat geht wie K. on T. Bo-Godesbg. He (et) geiht dor K. un Tabak er ist ein Draufgänger; es geht alles drunter u. drüber Mülh-Ruhr, Nfrk, Rip. — RA. über den sauren K.: Dau michst e Gesicht wie saurer K. Ottw-Spiesen, Allg. Sore K. un halve Kopp (Schweinskopf) esse de Engelen em Himmel gern Köln-Stdt; sure K. met jet van e kapot Säusfott (Schweinehintern) es e got Denge MüEif. Ech mott ens jet a mech leəge, sät ene Jong, do oət (ass) he ne Teller sure K. möt Hämmke (Schweinehachse) MGladb. Wer op wissen Sonndag sure K. iss, hät et ganze Johr wiss Geld (Silbergeld) Sieg-Rhönd, Bo; am erschten Da im Johr muss K. gekocht were, dann is 's ganz Johr Geld im Haus Wend. Bei Zahnschmerzen soll man de Mull voll sure K. neəhme, op de Oəve goəhn sette, bis dat he kockt Kref-Lank. — Der K. im Kinderspr. En, twei, drei, vier, fof, sess, sewen, acht; op die Jagd; sure K. on Speck, du bös leck! Abzählr. Barm. K., gemeiner Lappes! Trier. Mates (Matthias), koch K., net sauer, net siss (süss), koch deiner Modder e por Hihnerfiss (Hühnerfüsse)! Trier, Bernk, — koch sauer, k. söss, k. allerhand Gemös! Ahrw, Aden, — koch allerlei gott Gemös! Malm-Bütgenb, — koək Flesch, wat di Motter un Vatter net weit (weiss)! MGladb-Mülfort, — koch Kälwer, fress dein Dreck selwer! Trier-Stdt. Philippes, Philappes, wie schmeck dann de K.? Nit sur, nit söss (süss) wie ander Gemös! Sieg-Scheiderhöhe. — Im Rätsel. Ech kenn e Dengk, hät hongerde (100) Plagge (Placken, Lumpen) om on es doch emmer kot (kalt) Erk-Üvekoven. Wat für en Kopp hät ken Nas? der K.kopf uWupp. Wat för ene Ongersched (Unterschied) es tösche (zwischen) sure K. (en Tonn K.) on twei mol twei es veer (4)? K. ist eine eingemachte Sache, u. 2 ✝ 2 = 4 ist eine ausgemachte S. MGladb, Meiderich. — Volksbr. Ein Blatt vom roten K., auf den Kopf gelegt, lässt heftige Kopfschmerzen verschwinden Kemp, Eup; bei sonnenheissen Tagen sieht man wohl, wie Marktfrauen sich vor der Sonnenglut schützen, indem sie ein K.blatt auf den Kopf legen. Weisskohl gehört mit in den Krautwisch Siegld, Saarbr-Burb, Trier-Karthaus, Geld. — 2. übertr. a. sachl. α. Wertloses, in folg. Wend.: Dat es luter (domme) K., wat de do schwätz Unsinn; schwätz kenen K.; mach kenen K.! dat es ale (opgewärmde) K. altes, nichtssagendes Geschwätz; K., dat ös net wohr; sunem K. hürschte zo; dat es mir (alles) K. gleichgültig (K. un Tebak Wippf-Dohrgaul); ze K. werde zu nichts Rip, Allg.; noch es et K. möt min Welt sie ist noch unvollkommen MGladb. — β. hat einer alle Klicker verloren, so muss ihm der Gewinner K. geve einen oder mehrere Klicker, damit er weiterspielen kann Dür-Stdt. — γ. scherzh. oder verächtl. Kopf; do kris er glich ene op de K.! Sieg-Troisd, Düss-Stdt Benr, Neuss, MGladb, Rees. — b. persönl. α. Dummkopf Heinsb; fule K. Faulpelz MGladb-Mülfort. — β. Kempsche K. Neckn. derer von Kempen.
10064 Zeichen · 254 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kappesM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    kappes , M. nhd. weißer Kopfkohl Hw.: s. kabūs (1) E.: s. kabūs (1) L.: MndHwb 2, 518 (kappes)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kappes

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Kappes , S. Adelung Kopfkohl .

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kappes

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kappes , s. Kohl .

  4. modern
    Dialekt
    Kappesm.

    Lothringisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Kappes [khapəs fast allg.; khabes D. Si. Schw. ; khopəs Weil. Ersd. ; khâwəs Fi. Ri. Hom. Rom. ] m. weißer Kopfkohl: sur…

  5. Sprichwörter
    Kappes

    Wander (Sprichwörter)

    Kappes 1. Kabbes, gemeiner Labbes. ( Trier. ) – Laven, 184, 63. So sagen die, welche Kappes (Kappis, Kohl) nicht gern es…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kappes

168 Bildungen · 168 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kappes 2 Komponenten

kap+pes

kappes setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kappes‑ als Erstglied (30 von 168)

Kappesacker

SHW

Kappes-acker Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesbauer

SHW

Kappes-bauer Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesberg

SHW

Kappes-berg Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesblatt

SHW

Kappes-blatt Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesbord

SHW

Kappes-bord Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesboz

SHW

Kappes-boz Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesbraut

SHW

Kappes-braut Band 3, Spalte 1105-1106

Kappeseck

SHW

Kappes-eck Band 3, Spalte 1105-1106

Kappesfeld

SHW

Kappes-feld Band 3, Spalte 1105-1106

Kappeshaupt

SHW

Kappes-haupt Band 3, Spalte 1105-1106

Kappeskirbe

SHW

Kappes-kirbe Band 3, Spalte 1105-1106

Kappeskopf

SHW

Kappes-kopf Band 3, Spalte 1105-1106

Kappeskraut

SHW

Kappes-kraut Band 3, Spalte 1107-1108

Kappeslache

SHW

Kappes-lache Band 3, Spalte 1107-1108

Kappesland

SHW

Kappes-land Band 3, Spalte 1107-1108

Kappesraupe

SHW

Kappes-raupe Band 3, Spalte 1107-1108

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APA
Cotta, M. (2026). „kappes". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kappes/rhwb?formid=K01657
MLA
Cotta, Marcel. „kappes". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kappes/rhwb?formid=K01657. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kappes". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kappes/rhwb?formid=K01657.
BibTeX
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