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kande

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kande f.

Bd. 11, Sp. 172
kante, kande, f. cantharus, gleich kandel und kanne. 11) als geschirr, zum gebrauch vgl. kanne 1: kante oenophorum, cantharus Dasyp. 360d, ein kanten 24c; kande amphora Dief. 32b aus einem md. voc.; 'kant, kanten, kantel, ein weingeschirr' Maaler 240c: sie hörent nit uf zesaufen, sie sehent dan der kanten den boden. Keisersberg sünden d. m. 5a; wie daselbs gemeinlich ein reif oder ein grüner kranz oder kandt auszhengt, anzuzeigen dasz disz haus ein wirtshaus sei. Fischart bienenk. 1588 89b; (Eulenspiegel) nam zwo kanten, die waren beid gleich gemacht, und nimpt in ein kanten wasser und lat die ander kanten leer ... und get mit den kanten in den weinkeller und last einmessen ein stouf weins und thut die kant mit dem wein under den rock. Eulensp. cap. 57; also thet U. die kanten uf und sagt 'se hin, lieber her, die kan ist gar vol gelt', nachher griff mit der hand in die kan .. schluog die hend in die kant. cap. 112, beide formen wechselnd wie bei andern oberd. schriftstellern, s. sp. 164; ein neu zinnen kanthen. S. Frank 2, 105; welche rott am besten singet, dise gewinnen etlich kanten mit wein. weltb. 1534 51a (leseb. 3, 340, 29); wann sie voll seind und die kandten nimmer zum maul künden bringen. trunkenh. d iiij; ein kuow für ein kant ansehen, in höchster trunkenheit. das. (1531) E iija; deren so .. von freunden ob dem spiel und kanten umbkommen. kriesgb. d. fr. 187; wunderbarliche gesellen findet man oft in den abendzechen, insonders wenn es umb die funfte kanten wirt. Wickram rollw. 65; sechs, achterlei wein was vorhanden, da truog man auf mit fleschen, kanden. ders. bilger 52; ein schüssel oder (und?) kanten mit speis und trank. Agricola spr. 82b; drumb lasz uns weidlich halten an und zu mit ganzen kandten saufen. Alberus Äsop 111; er (der pfarrer) ist ein guter freundlicher herr, ist frölich mit den bawren, fürnemlich im wirtshaus wann es ausz der kanten gilt zu predigen. Hönigers narrensch. 75b; sechs jungkfrauen mit vergolten khanten. Westenrieder beitr. 5, 155; wenn er ein kanden wein tregt her (der wirt), so setzt er zwo (an), ist on gefehr (unversehens). Ambr. lb. 130, 38; da man mir vergant (versteigerte) allen hausrat und gewand, und liesz mir auch an der wand nit ein kräuslein noch ein kant. Garg. 99a (174); nun cantate canticum ausz der kanten dʒ die noten auf die erden fallen. 96a (168). in schlägereien, vgl. kandelwurf: zuckte ainer frävenlich gen dem andern es wären messer, stül, kanten, holz ald stein. Mones anz. 4, 154, Sigmaring. stadtr. v. 1460; die kanten zu dem kopf gestochen, den tisch um, gläser all zerbrochen. Garg. 98b (173); 'wirt, nun trag ainen andern (wein) her'. tuot er denn das nit geschwind. so wirf im dkanden an den grind. parod. Cato bei Zarncke s. 149. schmeckt aus der groszen kandt ein guter trunk darauf. Opitz ged. Straszb. 1624 s. 14, sonst aus d. gr. kann (1690 1, 158); ein Frank der nicht gern kandten fegt (unfindbar). Philander (1650) 1, 447, wol trinkerausdruck für austrinken, vgl. fegen 10; das saufen bringet grosz beschwer, es macht täsch, speicher, keller lehr, und jagt gewaltig aus dem haus bett, kessel, kand und schüssel ausz. das. 753; so kam mirs auch treflich zustatten dasz man aus so bequemen kanden einschenkte. Simpl. 2, 259; also will ich auch (sagt die meuder) dasz man kein geld mehr umb venedische gläser ausgeben soll, als welche einem so augenblicklich zerbrechen: wer wein hat, der kan ihn ja wol aus der kanden oder wie ich aus einem häfelein trinken ... und siehet nicht gleich jeder schnauber ob man viel oder wenig trinkt. 3 (1713), 137; ziehe das wild (aus dem haar.) hervor und schnelle es auf den tisch, kanten oder teller deines nachbars. L. Tölpels baurenmoral (1752) 27; wer hat mit toller trunkenheit im klubbe rasender bacchanten mit schläuchen, flaschen, vollen kanten den hain Germaniens entweiht? Schubart (1825) 2, 73, in der palinodie an Bacchus, wol aus seiner schwäb. heimatssprache. 22) als masz: rechte wage, rechte pfund, rechte scheffel, rechte kanden sol bei euch sein. 3 Mos. 19, 36, aus der oberd. sprache eingeschlichen, wie vorhin in Zinkgrefs ausg. von Opitz, doch vgl. kandel 159; die züber (zur sole) sind alle gleich, halten 8 fülleimer, ein fülleimer 8 kanden. Mathesius Sar. 125b (Nürnb. 1578), in der schilderung des salzwerks zu Halle a. d. Saale, war dort kande gebräuchlich? Das wort, von der schriftsprache jetzt ausgeschlossen, ist namentlich im bair. sprachgebiet noch heimisch, und daher auch in südöstl. nachbarsprachen gedrungen, kroat. dalm. serb. kanta, wind. kandva (und kandla, d. i. kandel), walach. cntE (Diez gr. 12, 339); auch russ. kandeja. merkwürdig ein masc. schwäb. im 16. jh.: einen kanten vollen weins. Pf. Germ. 4, 57. es heiszt ahd. canada (urk. v. 742), cannata, canneta, kanneta, kannite, chanta, cantharus Graff 4, 449. Schmeller 2, 302. Mones anz. 8, 94. Haupt 3, 126. 470, formen welche aus cantharus (Wackernagel) nicht zu begreifen sind. sie sind doch wol nichts als eine weiterbildung von channa, das nach ahd. kanali, canada eine nebenform chana gehabt haben wird, die dann die ältere wäre; auch mlat. caneta, canneta und canna, kanna (Ducange) werden aus deutscher quelle sein. kandel (kantel) ist entweder dem. zu kante oder wol auch aus kanel (kanl) entstanden, wie z. b. quendel aus quenel, quenula, mhd. trendel sphaera aus ahd. trennila.
5413 Zeichen · 142 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kande

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    kande prät. s. kennen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kande

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kande , s. kante .

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kande

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kande , dän. Flüssigkeitsmaß zu 2 Potter von 4 Pegel, = 1,932 Liter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kande

70 Bildungen · 63 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

kande‑ als Erstglied (30 von 63)

Kandelaber

Pfeifer_etym

kande·laber

Kandelaber m. ‘Armleuchter, monumentaler Leuchter mit mehreren Kerzenständern, mehrarmige Straßenlaterne’, entlehnt im 18. Jh. aus gleichbed…

Kandelacker

PfWB

kandel·acker

Kandel-acker m. : FlN, einen an einem Kandel 2a gelegenen Acker bezeichnend, Kandelacker [Kaislt ( Zink 14)]; vgl. Kandel 6; dgl. Kandeläcke…

kandelbaum

DWB

kandel·baum

kandelbaum , m. kandelblüte , f. der spanische holunder, blaue flieder, syringa vulgaris. Adelung. ditmars. kaneelblom.

kandelbeere

DWB

kandel·beere

kandelbeere , f. viburnum lantana, die beere des kleinen schlingbaums, auch dieser selbst, der sonst auch kandelwinde heiszt, nach einigen a…

Kandelberc

KöblerMhd

kandel·berc

Kandelberc , ON nhd. Canterbury Q.: Märt, Renner, ThvKandelb (Mitte 13. Jh.), Urk I.: Lw. aus dem Englischen E.: s. ae. Cantwaraburig; vgl. …

Kandelberg

Wander

kandel·berg

Kandelberg Die Festung Kandelberg belagern. – Judas der Erzschelm, III; Parömiakon, 1244. Von denen, die bei einem Trinkgelag sind und tapfe…

Kandelblüthe

Adelung

kandel·bluethe

Die Kandelblüthe , plur. die -n, in einigen besonders Oberdeutschen Gegenden, ein Nahme der Blüthen des Spanischen Hohlunders, der daselbst …

Kandelborn

PfWB

kandel·born

Kandel-born m. : FlN. In KL-Miesb: a. 1600 u. amtl. Kandelborn. In ZW-Contw: a. 1547: Cannelburn [ZweibrOABannb.]. —

kandelbret

DWB

kandel·bret

kandelbret , n. bret, gestelle zur aufbewahrung der kandeln und allerlei küchengeräts, noch bair.; vgl. kannenbret : sein lieb helt er an di…

Kandelbrunnen

PfWB

kandel·brunnen

Kandel-brunnen m. : FlN. In KU-Rammb: mda. Kannelbrunne, a. 1791: bey Candelborn [ZweibrUrk. I 1241, Bl. 6]. Den kleinen Kindern erzählt man…

Kandelchriechen

Idiotikon

Kandelchriechen Band 3, Spalte 785 Kandelchriechen 3,785

Kandelerde

PfWB

kandel·erde

Kandel-erde f. : FlN in KL-Alsbn: amtl. Kinderlehr(e), mda. Kännelehr, a. 1791: Auf der Kendel Erd, In der Kennel Erd. —

Kandelflicker

PfWB

kandel·flicker

Kandel-flicker m. : 'Spengler', scherzh., Kannelflickeʳ [ PS-Claus ]; vgl. Kandelmacher . —

Kandelfreund

Wander

kandel·freund

Kandelfreund Kandelfreund ist Wandelfreund. – Judas der Erzschelm, III; Parömiakon, 1252. Von der Unzuverlässigkeit der Genussfreunde.

kandelgārn

MNWB

kandel·garn

° kandelgārn eine Tausorte, = kābelgārn ? (Danzig: Hans. UB. 9, 426; Hanserec. III 2, 537).

Kandelgarten

PfWB

kandel·garten

Kandel-garten m. : FlN. In KL-Landstl: a. 1566: In den Kandelgartten [StArch. Gerichtsbuch 76]. In PS-Herschbg: amtl. Kandelgarten (in einer…

Kandelgasse

PfWB

kandel·gasse

Kandel-gasse f. : FlN. In PS-Herschbg, mda. Kannelsgaß, am Kannelbrunnen gelegen. —

kandelgieszer

DWB

kandelgieszer , wie kannengieszer, s. d.; kandelgieszerkram, kaufladen eines kannengieszers: ich wil nun schleichen zun fleischbenken in ein…

kande als Zweitglied (6 von 6)

blīkande

KöblerAfries

*blīkande , Part. Präs.=Adj. Vw.: s. būr-, un-

brekande

KöblerAfries

*brekande , Part. Präs.=Adj. nhd. „brechend“, ...brüchig ne. ...wrecked Vw.: s. skip- E.: s. breka

sprekande

KöblerAfries

*sprekande , Part. Präs.=Adj. nhd. sprechend ne. speaking (Adj.) Vw.: s. un- E.: s. spreka (1) L.: Hh 119a, Rh 1106b

būrblīkande

KöblerAfries

būrblīkande , Adj. nhd. dorfbekannt ne. known in the village Q.: W E.: s. būr, blīka L.: Hh 13a, Rh 675a

skipbrekande

KöblerAfries

skipbrekande , Part. Präs.=Adj. nhd. schiffbrüchig ne. shipwrecked I.: Lüt. lat. naufragus E.: s. skip (1), *brekande W.: s. nfries. schipbr…

Ableitungen von kande (1 von 1)

bekande

MNWB

° bekande , m. , Verwandter, s. bekant.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kande". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kande/dwb?formid=K01496
MLA
Cotta, Marcel. „kande". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kande/dwb?formid=K01496. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kande". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kande/dwb?formid=K01496.
BibTeX
@misc{lautwandel_kande_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kande"},
  year         = {2026},
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