jenseit,
adv. und praep. nach jener seite hin, auf jener seite, wie jenhalb
oben sp. 2309
eine accusative die richtung anzeigende verbindung, mhd. in vollster form jenesîte: jenesîte Rînes.
d. städtechron. 8, 38, 22;
häufiger jensît,
und nachher in mehrfach geschwächter form: jenset
der Pegnitz. Tucher
baumeisterb. 166, 14; all orden munch und pfaffen, die von sant Sebalts her desset, und die dort geset.
d. städtechr. 2, 24, 19; iessend der Pegnitz, jenset der Pegnitz. 3, 113, 5
als variante zu jenhalb der Pegnitz
im texte; sie besorgen das sprichwort .. jensid des berges, sind auch leute. Luther 6, 16
a; was wir gern haben, da mus uns keine fehrligkeit hindern, wo man aber gott gehorsam sein sol, da hindert uns eine fliege jenst dem Rein. 322
a. jenseit
steht 11)
als adverb: jenseit
ultra Dasyp.; es waren aber an dem wege, da Jonathan sucht hinüber zu gehen zu der Philister lager, zween spitzen felsen, einer disseid, der ander jenseid. 1
Sam. 14, 4; ein fischer thet nach vischen fahrn, und durch das wasser zoh sein garn, das ers jenseit zum ufer brecht. B. Waldis
Esop 4, 79, 3. 22)
als praeposition, und zwar 2@aa)
mit dem genitiv: es ist auch nicht jenseid des meers. 5
Mos. 30, 13; da nam ich ewrn vater Abraham jenseid des wassers, und lies jn wandern im ganzen land Canaan.
Jos. 24, 3; hies er hinüber jenseid des meers faren.
Matth. 8, 18; jenseit des wassers. Frey
garteng. 13; die schöne lilie wohnt leider jenseit des wassers. 15, 215; das französische ungewitter streift noch immer jenseit des Thüringer waldes hin.
an Schiller 1, 200;
ohne artikel (
vgl. der III, 35
th. 2, 993
fg.): jhenseit hages. H. Sachs 1, 483
a; er kan dir doch nit geben mut (
spricht ein junges weib von ihrem alten mann), wie man jensit des wassers thut. B. Waldis
Esop 4, 81, 10; jenseit des meers gewann der dauphin feld.
Shakesp. Heinrich VI 2, 1, 3; beschimpfte den vater jenseit der grube (
nach dem tode). Göthe 40, 75. 2@bb)
mit dem dativ: da sie nu an die tennen Atad kamen, die jenseid dem Jordan ligt.
1 Mos. 50, 10; ewer veter woneten vor zeiten jenseid dem wasser.
Jos. 24, 2; jenseid dem Jordan.
v. 8 (
variante iensyt des Jordans); die menner Israel, die jenseid dem grunde und jenseid dem Jordan waren.
1 Sam. 31, 7; (
dasz wir wollen) das evangelium auch predigen, denen, die jenseid euch wonen.
2 Cor. 10, 16; da näherte sich jenseit dem wasser eine schönheit an das gestad.
Simpl. 2, 32
Kurz; was er jenseit dem grabe zu hoffen habe. Lessing 7, 7; alles was uns von jenseit dem Rheine kommt. 452; jenseit den bergen wohnen auch leute. 9, 461.
bei vergleichungen, im sinne von gegenüber: sein (
Winckelmanns) ausspruch, dasz die neueren dichter jenseit den alten mehr bilder haben, und weniger bilder geben. 11, 126. 2@cc)
in der verbindung auf jenseit: wir wurden auf jenseith der stadt im hackelwerk eingeleget.
pers. reisebeschr. 1, 4; und sahe von fern ein schöne kuhe auf jenseit einer kleinen hecken. B. Waldis
Esop 4, 3, 39. 33) jenseit
als subst. neutr., in bezug auf jene welt (
sp. 2306): vom diesseit ins jenseit schauen. Tiedge (
vergl. theil 2, 1144).
s. jenseits.