Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
jauchen
jauchen
Jauche f. ‘flüssiger Dünger aus vergärten menschlichen oder tierischen Ausscheidungen’, übertragen ‘übelriechendes Wasser, Geschwürabsonderung, Getränk, Suppe, Brühe schlechter Qualität’. Omd. (schles.) jauche ‘lästiges Abwasser’ (Anfang 15. Jh.), (obsächs.) Mistgauche ‘flüssiger Stalldünger’ (16. Jh.), mnd. jǖche, auch ‘Fleischbrühe, Geflügelsuppe, schlechtes, dünnes Bier’, ist eine Entlehnung aus asorb. bzw. apolab. *jucha (vgl. obsorb. nsorb. jucha ‘flüssiger Stalldünger’, auch ‘Brühe, Suppe’), urslaw. *jucha ‘dicke Fleischbrühe, Fleischsuppe, Fleischsauce’; vgl. russ. uchá (уха) ‘Brühe, Fischsuppe’. Literatursprachliche Geltung erlangt Jauche im Sinne von ‘Dünger’ sowie ‘Flüssigkeit von schlechter Qualität’ im 18. Jh. Vgl. in: PBB (H) 94 (1974) 80 ff. – verjauchen Vb. ‘jauchig werden’ von Geschwüren (Mitte 19. Jh.). jauchen Vb. ‘mit Jauche düngen’ (Anfang 20. Jh.).