Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
jählings
jählings
jäh Adj. ‘hastig, schnell, unerwartet, steil’, ahd. gāhi ‘voreilig, hastig’ (8. Jh.), mhd. gāch, gā, gæhe ‘schnell, plötzlich, jähzornig’, seit dem 15. Jh. mit mundartlich bedingtem, von Luther aufgegriffenem j-Anlaut, mnl. gā, nl. gauw. Da weitere, vor allem außergerm. Anknüpfungen unsicher sind, bleibt das Adjektiv etymologisch ungeklärt. Teils wird eine präfigierte Ausgangsform (ahd. *ga-āhi) angenommen und Rückführung auf ie. *ēku- (ablautend zu *ōku-) ‘schnell’ versucht, teils wird eine Variante ie. *ghenk- zu ie. *g̑hengh- ‘schreiten, Schritt’ (s. gehen) zugrunde gelegt ( 1, 172). Auch Anschluß an die Wurzel ie. *g̑hē̌i- ‘antreiben, lebhaft bewegen’ wird erwogen ( Nl. 185). – jählings Adv. ‘unerwartet, steil’, älter gählings (17. Jh.), vgl. mhd. gæhelingen. Jähzorn m. ‘plötzlicher, unerwartet aufbrausender Zorn’ (18. Jh.), älter Gähzorn (17. Jh.), Gechzorn (15. Jh.), vielleicht Rückbildung aus jähzornig Adj. (16. Jh.), älter gähzornig (14. Jh.).