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impfen

ahd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

impfen verb.

Bd. 10, Sp. 2079
impfen, verb. inserere. ahd. impitôn, imptôn, imphôn (Graff 1, 262), mhd. impfeten, inpfeten, impfen (Lexer wb. 1, 1422); noch bair. impten, impfen Schm. 1, 80 Fromm. die herleitung des wortes von ἐμφυτεύειν einpflanzen, pfropfen darf wol als sicher gelten; das wort ist, wie so manches andere, aus dem griechischen ins späte latein eingedrungen und in den romanischen ländern gebraucht worden, wo sowol dem griech. ἔμφυτος zunächst entsprechend, ein inpotus in der bedeutung pfropfreis in der lex salica belegt ist: si quis in potus (l. inpotus) de pomario aut de perario deruperit. ed. Merkel s. 62; si quis inpotus de milario aut de pirario tulerit. s. 85; als sich auch bis jetzt im piemontesischen und parmesanischen enta, modenesisch entin, franz. ente pfropfreis, enter pfropfen erhalten hat (Diez wb. 2, 286). impfen heiszt 11) ein fremdes reis in einen baumstamm einfügen: inserere impfen, impten, pelzen Dief. 300c; insitus ingeimpft 301a; ympfen, zweien, einsetzen, inserere Maaler 510b; impfen, pflanzen, plantare, serere, inoculare, pangere, emplastrare 235c; pfropfen oder propfen, so sonsten auch impfen, pelzen und zweigen genannt wird. öcon. lex. (1731) 1894; eh du etwas zu impfen anfahest, soltu mit sonderm fleisz betrachten und erwegen ... Sebiz feldb. 322; will man aber auf frembde bäume impfen. 323; man pflegt zwischen rinde und holz zu impfen, wann die bäum anfahen iren saft zu uberkommen. 330; das soll man allezeit für ein gemeine regul halten, das man weder blüende noch fruchttragende zweige impfen soll. 338; die sebesten könnten auch bei uns gepflanzet werden, dann sie sich auf die nespel gern impfen lassen. Tabernaem. 1324; lorber auf eschenbaum impfen. Hohberg 1, 409b; er wolt ihm zweig davon (von dem baume) zu impfen geben. Lehmann 160; auf ihr gärtner, senket reben, impfet bäume mancher ahrt, pflanzet kraut und obst daneben, dasz sich fein zusammen paart. Rist Parn. 851; infinitiv substantivisch: das versetzen und einlegen pringet zwar schöne lustige und groszwachsende bäume und frücht herfür: aber doch das impfen und propfen noch vil mehr. dann durch das impfen werden .. die wilden bäume gezämt. Sebiz 322. 22) impfen bildlich: mhd. er (H. v. Veldecke) inphete daʒ êrste rîs in tiutescher zungen: dâ von sît este ersprungen, von den die bluomen kâmen. Trist. 120, 18; nhd. wir sind all durch die tauf in Christum geimpft. kriegb. d. fr. 56; denn ich hatte ein stolzes herz, und tugend auf stolz geimpfet, giebt zwar schöne früchte, aber andre genieszen sie nicht gern. Möser patr. phant. 4, 72; risz den spalt weiter, in den das schicksal seine schmerzen impfte. J. Paul Hesp. 3, 57; der auf die saftröhren und das mark des hohen ernstes geimpfte humor des Engländers. palingen. 1, xi; an die weiber wend ich mich noch weniger, diese gewähren hier nichts; überall mehr als jene (die männer) auf fremde meinung geimpft, stecken sie mehr ins ohr, als jene in den magen. friedenpr. 23; so eilt auf einen stamm, wie ihr seid, mich zu impfen. A. Gryphius 1698 1, 714; daselbst schmissen sie ihn (einen kuchen) in die hecken, dessen stücke die freudenvolle jugend aufsuchten, und gleichsam als zum ewigen andenken in sich impften und aszen. unw. doctor 619. 33) das seit dem jahre 1717 vom orient her in England bekannt gewordene verfahren, künstlich blattern als schutzmittel gegen die natürlichen zu erzeugen, hiesz dort ingrafting, als übersetzung einer wahrscheinlich neugriechischen bezeichnung: the small-pox, so fatal and so general amongst us, is here (in Adrianopel) entirely harmless by the invention of ingrafting, which is the term they give it. Lady Montague brief vom 1. april 1717; und wurde deutsch genau durch einimpfung, einimpfen, impfen wieder gegeben, indem wie in England, der gärtnerausdruck auf die medicinische operation anwendung erfuhr: das impfen der blattern, pocken, und metonymisch das impfen der kinder; also sollte man die einimpfung der blattern ganz verbieten. Möser patr. phant. 4, 64; die einimpfung derselben (der pocken) ward bei uns noch immer für sehr problematisch angesehen, und ob sie gleich populare schriftsteller schon faszlich und eindringlich empfohlen, so zauderten doch die deutschen ärzte mit einer operation, welche der natur vorzugreifen schien. speculierende Engländer kamen daher aufs feste land und impften, gegen ein ansehnliches honorar, die kinder solcher personen, die sie wohlhabend und frei von vorurtheil fanden. Göthe 24, 51 fg. der ausdruck ist auch dem seit 1796 angewendeten verfahren, kuhpocken auf menschen zu übertragen, geblieben. vgl. einimpfen th. 3, 212 und impfarzt, unten impfling, impfnarbe, impfzwang.
4667 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    impfenmhd. sw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    impfen mhd. sw. v. , nhd. dial. schweiz. impfen Schweiz. Id. 1,241, schwäb. impfe n Fischer 4,28 f., nhd. impfen ( in sp…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    impfensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    impfen , sw. V. nhd. impfen, pfropfen, pflanzen ÜG.: lat. (consitus) Gl Q.: Gl (2. Hälfte 12. Jh.) E.: ahd. impfōn* 2, i…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Impfen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Impfen , verb. reg. act. den Zweig eines Baumes zur Fortpflanzung in die Rinde oder den Stamm eines andern befestigen, d…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    impfen

    Goethe-Wörterbuch

    impfen [ Pockenimpfung, von deutschen Ärzten noch gescheut ] Engländer kamen .. auf’s feste Land und impften, gegen ein …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Impfen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Impfen , bei Pflanzen so viel als pfropfen oder oculiren; in der Medicin die künstliche Uebertragung einer Krankheit von…

  6. modern
    Dialekt
    impfen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    impfe n [ìmpfə Mü. ] oculierén. Schweiz. 1, 241. †

  7. Spezial
    impfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    imp|fen vb.tr. ‹med› vaziné (-nëia), fá la variora, incalmé (-mëia). ▬ sich vor einer Reise nach Afrika impfen lassen se…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit impfen

43 Bildungen · 0 Erstglied · 42 Zweitglied · 1 Ableitungen

impfen als Zweitglied (30 von 42)

abe schimpfen

MWB

abe schimpfen swV. ‘scherzhaft ablocken’? waz ist daz liehte, daz lûzet hervür / ûz dem jungen, grüenen gras, als ob ez smiere, / und es uns…

Anschimpfen

Campe

≠ Anschimpfen , v. trs. mit Schimpfworten anreden. Z. Das Anschimpfen. Die Anschimpfung.

ausschimpfen

DWB

aus·schimpfen

ausschimpfen , probris afficere: er hat ihn tüchtig ausgeschimpft. auch wol desinere proscindere: hast du endlich ausgeschimpft?

b(e)schimpfen

Idiotikon

b(e)schimpfen Band 8, Spalte 790 b(e)schimpfen 8,790

begelimpfen

MWB

begel·impfen

begelimpfen swV. ‘angemessen (hier: gleich) behandeln’ darnach der dritte beschimpfit / ouch wart unde sus beglimpfit [genauso wie vorher di…

beglimpfen

DWB

beg·limpfen

beglimpfen , commode tractare, glimpflich behandeln, beschönigen, nnl. beglimpen: wenn sie gleich keinen liebhaber erhören, so ist es schon …

berimpfen

Lexer

ber·impfen

be-rimpfen , berinpfen stv. I, 3. BMZ trans. zu etw. die stirne runzeln Ms. ; — mich berimpfet ein dinc ( Mart. 164,7 ) oder ich berimpfe mi…

beschimpfen

DWB

beschimpfen , contumelia, ignominia afficere, nnl. beschimpen, einen schimpf anthun, mehr als beleidigen, kränken, bespotten, weniger als en…

bewimpfen

Lexer

be-wimpfen swv. verhüllen. die rede bewimpfen Hans 4194 ; vgl. bewimpeln im Dwb. 1,1785.

firskimpfen

KöblerAhd

fir·skimpfen

firskimpfen , sw. V. (1a) nhd. „verschimpfen“, verhöhnen, verachten, verschmähen ne. mock (V.), despise ÜG.: lat. despicere Gl Q.: Gl (12. J…

geschimpfen

Lexer

ge-schimpfen swv. BMZ scherzen Reinh.

glimpfen

DWB

glimpfen , vb. herkunft und form. man hat zwischen einem starken verbum und einem denominativum zu glimpf, adj. oder m., zu unterscheiden, s…

grimpfen

KöblerMhd

grimpfen , st. V. Vw.: s. krimpfen

herschimpfen

KöblerMhd

hersch·impfen

herschimpfen , sw. V. nhd. „herschimpfen“ Q.: HTrist (1285-1290) (FB her schimphen) E.: s. her, schimpfen W.: nhd. DW-

klimpfen

DWB

klimpfen , s. klimmen III, 1, b.

krimpfen

DWB

krimpfen , ein altes starkes verbum, das nhd. nur noch in trümmern aufzuweisen, während es nd. nl. noch ziemlich wol erhalten ist in krimpen…

leckerschimpfen

KöblerMhd

lecker·schimpfen

leckerschimpfen , st. N. nhd. „Leckerschimpfen“ Q.: Renner (1290-1300) E.: s. lecker (1), schimpfen W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (leckerschimpfen…

nasrimpfen

KöblerMhd

nas·rimpfen

nasrimpfen , st. V. nhd. aussöhnen E.: s. nase, nasenrimpfen W.: nhd. naserümpfen, V., naserümpfen, DW 13, 414 L.: Lexer 149a (nasrimphen)

pfimpfen

KöblerMhd

pfimpfen , sw. V. nhd. vor Hitze dampfen Q.: Minneb (um 1340) (FB phimpfen) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Lexer 436b (pfimpfen)

phimpfen

KöblerMhd

phimpfen , sw. V. Vw.: s. pfimpfen

schimpfen

DWB

sch·impfen

schimpfen , verb. iocari, illudere, dehonestare, maledicere. mhd. schimphen, schimpfen, ahd. scimphan Graff 6, 497 ; mnd. schimpen, schempen…

schrimpfen

DWB

sch·rimpfen

schrimpfen , verb. zusammenziehen, in falten oder runzeln legen; nur mhd. und älter nhd. bezeugtes verbum, das mitteldeutsch auch als schrim…

skimpfen

KöblerAhd

skimpfen , sw. V. (1a) nhd. verhöhnen, höhnen, verlachen, necken, spotten, verspotten ne. mock (V.) ÜG.: lat. deridere T, illudere Gl, T Vw.…

stimpfen

DWB

stimpfen , vb. , s. 2 stumpfen. —

vergelimpfen

KöblerMhd

verge·limpfen

vergelimpfen , st. N. nhd. Verunglimpfung, Verunglimpfen Q.: BDan (um 1331) (FB vergelimpfen) E.: s. ver…, gelimpfen W.: nhd. DW- L.: Lexer …

Ableitungen von impfen (1 von 1)

verimpfen

DWB

verimpfen , verb. impfend verbrauchen: die vorräthige lymphe verimpfen, durch impfung übertragen, dann überhaupt übertragen: seinen hasz auf…