¹Hūd f. [verbr.] 1.1. Haut des Menschen. — Spez.: Kopfhaut. — Blasse Hiut (Kr. SoestSos Kr. Soest@NatelnNa). Riue Hiut (Kr. BürenBür Kr. Büren@HerbramHb). Schudderige Hut (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DorstenDo). Welke Hiut (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@AlmenaAm). Vernoinige (entzündete) Hiut (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@KollerbeckKb). Unroine Hiut (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@ErwitteEr). Deï Hūt van’n Koppe (Kr. MindenMin Kr. Minden@MaaslingenMa). Mi schudert de Hut vor Külle (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh). Sik de Hūt afschüern (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Se häbt em de Hut blund und blao wickst verprügelt (Kr. MünsterMün Kr. Münster@WestbevernWb). Hai hiät de Krankhait inne Hüut sieht krank aus (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Nāt bis op de Hiut völlig durchnässt (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HirschbergHb). Iūt der Hiut stinken übel riechen (Frbg.) (Kr. SoestSos Kr. Soest@SoestSo). — Paarformel: Met Hut un Hoar ganz und gar (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Bo): Met Hiut un Hor updriaden (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.). Hä het sik met Hout un Hor verkoft hat nichts mehr (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HolthausenHo || mehrf.). — Ra.: Hei is sou mager, dat iäme de Hut op diän Knuoaken faste wassen es sehr mager (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). Do slaug iäm de Hüud an da bekam er Angst (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || ähnl. mehrf.). Em jocket de Huut ist so übermütig, verhält sich so provozierend, dass ihm jeden Moment Prügel drohen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Diäm is dä Hut vandage nitt dröge wuoren er ist sehr fleißig, hat stark geschwitzt (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@BockumBo). He is blos noch Hut un Butten völlig abgemagert (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DülmenDü || (ähnl.) verbr.); üele Hiut un Knoken dass. (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb). Sinne Hūt te Markte drēägen sich voll für jmdn., etwas einsetzen und sich dabei selbst gefährden (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). Ne dicke Hiūt hebben ungefällig, nicht sehr feinfühlig sein (Kr. SoestSos Kr. Soest@SassendorfSd || mehrf.). Dei het seben Hüe un en Bast ist dickfellig (Kr. MindenMin Kr. Minden@GroßenheerseGr). He heww de Huud nich rein hat ein schlechtes Gewissen (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@HoltwickHw || ähnl. mehrf.). Hai heff ne öbbeske (entzündete) Hiut ist leicht reizbar (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@DahlDa). He häff sick de Hute vull esoppen ist betrunken (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@HemdenHe). De Hiut teohäapetoin vor Kälte zittern (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@IsenstedtIs). De Hiut gerben verprügeln (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@DonopDo || mehrf.). Ne gruise (witte) Hiut hebben krank aussehen, ... briune ... gesund aussehen (Kr. SoestSos Kr. Soest@SassendorfSd). Ik konn em nich an de Huud kommen konnte ihn nicht erreichen (WmWb). Ik häwwe ’t diärm anne Hiut saggt unverblümt die Meinung gesagt (Kr. BürenBür Kr. Büren@BürenBü). Et schint em gäll dö de Hiut sieht krank aus (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenbergeAb || ähnl. mehrf.). Ik kann em inne Huut nich utstauhn kann ihn überhaupt nicht leiden (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || ähnl. mehrf.). Dat is in de Huud (im Grunde) ne ganz gudden Käärl (WmWb). Hä hïet ’t wïe inne Hūt ist schlecht aufgelegt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.); übermütig (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Ik möchte nit in seyner Hout stiäken möchte nicht an seiner Stelle, nicht in seiner üblen Lage sein (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@WiemeringhausenWh || mehrf.). He sitt nich in ne reine Hiut ihm kann man nicht trauen, er taugt nichts (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@LüdinghausenLh || ähnl. mehrf.); den stäckt ok in kinne ährlicke Huht dass. (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr || ähnl. mehrf.); dä stieket inne slechte Hout dass. (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs || mehrf.). He sitt in kine gesunde Hut sieht nicht gesund aus (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@LüdinghausenLh || ähnl. mehrf.); ... in ne schlechte Hut dass. (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@ResseBu || mehrf.); in der falschen Haut dass. (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPb || ähnl. mehrf.). Heu sitt inner nadden Hiut ist betrunken (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@ObernbeckOb). Met hǟile Hūt dervan afkomm’m etwas ungestraft, unverletzt überstehen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Se kommt mi alle up de Huud setzen mir energisch zu, werden mir lästig (WmWb || ähnl. mehrf.). Hai līt mi lüuter op te Hüut ist mir lästig (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Et lachte mi op ter Hiut ich hatte eine bestimmte Ahnung (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). Ik kann öm nich up de Hut kieken kann ihn nicht leiden (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DarfeldDf || ähnl. mehrf.). Ūt de Hūt fören sehr ärgerlich, voller Ungeduld sein; wütend, zornig werden (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa || mehrf.); ut de Hut krupen dass. (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd). Ick kann nit iut muiner Hiut riut ich kann mich nicht anders verhalten (Kr. SoestSos Kr. Soest@SassendorfSd || mehrf.). Ek kann ’t mi nit ūt’e Hūt snīn kann es nicht beschaffen, herbeizaubern (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). He föllt boll ut sine egene Hut wird wohl krank (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw). Heu kann sik iut heuler Hiut nich bergen ist übermütig, streitsüchtig sein; taugt nichts (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb || mehrf.). — Sprichw.: Hiut un Hor wesset olle Johr man soll sich nicht bei Kleinigkeiten aufhalten oder darüber aufregen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@ReelkirchenRk || mehrf.). In häiler Hout ess gutt schlopen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnerheideHd || ähnl. mehrf.). Man kikt ’n Menschen up de Hut un nich der dür man täuscht sich leicht über den Charakter eines Menschen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd). — 1.2. Haut von Tieren. Dat Farken is nich räin up de Huud schorfig (WmWb). — 1.2.1. noch nicht gegerbtes Rohmaterial für Leder. De Hüüde kammen in de Küüpen in die Gerbfässer (WmWb). — Sprichw.: Iut dä frühm’m Hiut kann man geot Roeims schnuin (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || ähnl. verbr.). — 1.2.2. Fell von Tieren. — Ra.: Dei Hout verteern im Anschluss an eine Beerdigung einen Umtrunk veranstalten (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@DalheimDa || (ähnl.) mehrf.). Sïek op de fiule Hiut leggen faulenzen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@EndorfEn || verbr.); up de fule Haut liggen dass. (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt || verbr.). — 2.1. hautähnliche Schicht, Hülle, Schale. — 2.1.1. Faser, die man grünen Bohnen abzieht (Frbg.) (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HummersenHu). — 2.1.2. Haut, die man beim Weidenflötenmachen ablöst (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). — 2.2. Fettschicht auf der (gekochten) Milch [verstr. bes. nördl.]. Huud up de Melk (WmWb). — 3. Person, Mensch. Ne guede, olle Haut (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hei is ne ährlike Hut harmlose Person ohne Hintergedanken (Kr. TecklenburgTek Ld). ⟨›Hūt‹ [verbr.], Hūte u. Hutte [WMünsterl Rek]. — Pl.: ›Hǖde‹ [verstr. Münsterl OWestf], sonst ›Hǖte‹ u. ›Hǖe‹ [verbr.]; suppletiv: Felle (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch Ld)⟩ ¶
WWB-Source:238:RhWbRhWb 3,372: Haut; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 6,698: Hūt. Zus.:→ Al~,
Bāren~,
Bukkes~,
Bullen~, Bürsten~, Das~,
Dik~, Dweªrg~,
Fet~,
Flō¹men~,
Gō²se~,
Hē²l~,
Hō¹ner~,
Iᵉsel~, Kalwer~,
Kō¹~,
Kop~,
Mensken~,
Niᵉgen~.