Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
hovereht stn.
1. das recht, unter welchem die hofhörigen stehen, jus curtis. vgl. RA. 561 fg. auch die dienstmannen stehen unter demselben. Haltaus 1,938. vgl. oben 37a, 4. alleʒ daʒ guot, daʒ der herre sînem dienestman lîhet ze hoverehte, dâ sol er hoverehtes ab pflegen und nit lêhenrehtes. nâh hoverehte sol iegelich dienstman geborn truhsæʒe sîn oder marschalc oder kamerær oder schenke Schwsp. ed. Lassb. lehenr. 111.
2. das bei hofe geltende recht. halt ie daʒ alte hovereht leseb. 791,1. — eigen ist der gebrauch Iw. 268: er sich vil gar verlieʒ ze sînem hoverehte. hier kann daʒ hovereht nur darin bestehen, dass die rechtssache an Artus hofe durch zweikampf entschieden werden sollte, vgl. Beneckes anm. zu 7341. in gleicher beziehung auf gerichtlichen zweikampf wird das wort erwähnt MS. 2, 135. a: swer in danne vor gerihte kampflîch ansprichet, daʒ alte hovereht er brichet.
3. gewisse mit dem hovereht verknüpfte abgaben an den herrn. vgl. Haltaus a. a. o.
4. musikalisches ständchen, aufspielen zum tanze. vgl. narrensch. 62,23 u. die anm. Haltaus 1,939 fg. bezeichnet es: was zu festlichen zusammenkünften und zum courmachen gehört?