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Hermen

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
16 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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34
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27

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hermen

Bd. 9, Sp. 219
Hermen (griech.), im eigentlichen Wortsinne Bilder des Hermes (Mercurius), der häufig unter dem Bild eines viereckigen, oben breitern, unten schmäler zulaufenden Pfeilers (Herme) verehrt wurde; dann allgemeiner gebraucht für vierseitige Pfeiler, die in Büsten enden oder mit dem Oberkörper einer menschlichen Figur verbunden sind (s. Abbildung) und im alten Griechenland häufig auf öffentlichen Plätzen, Straßen und besonders an Kreuzwegen (als Wegweiser) aufgestellt wurden. Von letzterer Form finden sich die schönsten, aus Griechenland stammenden Beispiele in der Villa Ludovisi in Rom. Die erstere pflegt an den Seiten des Pfeilers nahe am Kopfe je einen würfelartigen Vorsprung (Hände, griech. cheires, genannt) zum Aufhängen von Kränzen, vorn einen ausgerichteten Phallos (s. d.) zu haben. Die Entstehungszeit dieser Kunstform ist noch dunkel. Die älteste Zeit kennt sie noch nicht. Erst in der letzten Epoche der altertümlichen Kunst finden sich Beispiele; diese verbinden aber den menschlichen Oberkörper, der bis zu den Hüften reicht, mit dem vierseitigen Pfeiler und lassen sogar lebhafte Bewegung der Figur zu (so die Herme eines Diskobols in der Villa Ludovisi zu Rom). Später wird gewöhnlich Kopf und Pfeiler zusammen verbunden. Wenn auf der Herme das Bild eines andern Gottes oder Heros als des Merkur stand, so verband man den Namen Herme mit dem Namen des aufgestellten Kopfes; daher die Benennungen Hermares (Herme des Ares), Hermathene (der Athene), Hermerakles (des Herakles), Hermeros (des Eros), Hermapollon (des Apollon), Hermamithras (des Mithras), Hermalkibiades (des Alkibiades, sehr zahlreich in Athen). Gewöhnlich waren die H. nackt, selten bekleidet oder mit charakteristischen Attributen, desto häufiger mit Inschriften versehen, auch meist männlich. In der spätern Zeit wurde die Hermenform auch allgemein für Bildnisdarstellungen gewählt, auch wurden zwei solcher Büsten zu Doppelhermen zusammengestellt. Von den Griechen kamen die H. zu den Römern (vgl. Terminus), von denen sie die Kunst der Renaissance-, Barock- und Rokokozeit übernommen hat. Auch in der modernen Bildhauerkunst wird die Hermenform für Porträtbüsten und -Halbfiguren vielfach angewendet. Vgl. A. G. Meyer, Zur Geschichte der Renaissance-Herme (Leipz. 1894).
2261 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    hermensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    hermen sw. v. ( zum Nebeneinander mit harmên vgl. Schatz, Germ. S. 363 ), mhd. hermen, nhd. härmen; vgl. an. harma. — Gr…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hërmenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    hërmen swv. s. hirmen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    hermen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    hermen , s. oben Hermann.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hermen

    Goethe-Wörterbuch

    Hermen Fabelname des Bocks Wackerlos kam, das Hündchen .. H. [ Reinke de Vos: Hermen ] der Bock, dazu das Eichhorn, die …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hermen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hermen , bei den Griechen Brustbilder ohne Arme, unten in Pfeiler oder Säulen auslaufend, nach Hermes (Mercur) genannt, …

  6. modern
    Dialekt
    Hermen

    Rheinisches Wb.

    Hermen = Hermann (s. d.);

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hermen

19 Bildungen · 10 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von hermen 2 Komponenten

her+men

hermen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hermen‑ als Erstglied (10 von 10)

hermeneuma

MLW

herm·e·neuma

hermeneuma , nom. pl. -ata n. (ἑρμήνευμα) glossarium, enarratio – Wörterbuch, Erklärung (de re v. B. Bischoff, Mittelalterl. Stud. II. 1967.…

Hermeneutik

Pfeifer_etym

Hermeneutik f. Verfahren der Auslegung und Deutung zum Verständnis von Schriften und Kunstwerken, gelehrte Entlehnung (Dannhauer, 17. Jh., ü…

hermeneutisch

FiloSlov

hermeneutisch , adj герменевтический , п

Hermengildo, Orden des heiligen

Meyers

Hermengildo, Orden des heiligen , span. Orden, 28. Nov. 1814 vom König Ferdinand VII. gestiftet und 1815 zum Militärverdienstorden für die L…

hermenia

MLW

hermenia v. perihermenia. Pörnbacher

Hermenigild

Meyers

Hermenigild , ältester Sohn des arianischen westgotischen Königs Leovigild (569–586), vermählte sich mit Ingunde, Tochter des katholischen K…

hermentlîcho

EWA

hermelAWB mhd. st. m. oder n.?, in Gl. ab dem 13. Jh.: ‚Hermelin, Wiesel, Haselmaus; mygale, nitedula‘ (mndd. hermel; mndl. hermel, hermal, …

hermentlîhho

AWB

hermentlîhho adv. — Graff IV,1033. harment-lihho: Gl 1,186,15 ( Pa ). in verletzender Weise: prastentlihho edo harmentlihho iniuriose.

hermentlīhho

KöblerAhd

hermentlīhho , Adv. Vw.: s. harmēntlīhho

hermen als Zweitglied (8 von 8)

gihermen

AWB

gi- hermen sw. v. — Graff IV,1033. ka-harmit: 3. sg. Gl 1,72,14 ( Pa ). In: ki-hirmit: 3. sg. Gl 1,72,14 ( K ) ist vielleicht -i- für e oder…

vȫrschermen

MNWB

vorsch·ermen

°vȫrschermen , swv. , Fechtkünste vorführen , Sprw.: dem blinden is gôt v. (SL).

vȫrschermen

KöblerMnd

vȫrschermen , sw. V. nhd. Fechtkünste vorführen, einen Schirm vorhalten, vormachen ÜG.: lat. illudere I.: Lbd. lat. illudere? E.: s. vȫr (1)…

Ableitungen von hermen (1 von 1)

gehermen

KöblerMhd

gehermen , sw. V. Vw.: s. gehirmen