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hallo

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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6
Verweise raus
5

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hallo

Bd. 10, Sp. 235
hallo, halloh, lauter antreibender zuruf. eine imperativische bildung, die sich in doppelter form festgesetzt hat, insofern die interj. holla (s. d.) nur als eine nebenform zu hallo erscheint. zu grunde liegt das ahd. verbum halôn, holôn (Graff 4, 850), mhd. haln und holn, welchem, wie unter holen nachgewiesen wird, [] die eigentliche bedeutung erschallen lassen, rufen, dann herbeirufen inne wohnt. der auslaut des wortes enthält jene mhd. partikel â, die sich an andere laut ausgerufene wörter (sowol imperative als substantive und partikeln) hängt und sie dadurch sinnlich zu interjectionen stempelt (gramm. 3, 290). so ergeben sich zunächst die formen halâ und holâ, von denen die erstere noch jetzt in der bauernsprache in Düringen lebt, wo man hálâ ruft, wenn man sich vor einer thüre meldet und angehörige des hauses herbeiziehen will, während holâ als zuruf an diener und aufwartende bereits mhd. erscheint (gramm. 3, 306) und namentlich auch um den am andern ufer befindlichen fährmann herbeizuziehen verwendet wird: hola, ferg! Zarncke univ. im mittelalter 94, 13. unter dem einflusz einer verschieden sich gestaltenden betonung gehen beide wortformen mehr auseinander: bei hola, holla bleibt der ton auf der ersten silbe, während er bei hallo ungewis seit wann (das düring. oben genannte halâ, hallâ ist wie holla betont) auf die letzte überspringt, jedenfalls deswegen, weil man die letzte silbe hier beim lauten ruf lang ausklingen liesz, was zugleich die verdunkelung des ursprünglichen â in ô hervorrief. hallo, halloh steht 11) imperativisch, als zuruf an entfernte: sess ein man im dorf zu Costheim und hette ein schifflin oder ein nachen, und sess ein mentsche hinsit Meyns, oder uff diser sitten und riff dri male hallo, hallo! wolt der ferge ine dan nit halen, so mag ine dere mit sym schiffelin oder nachen halen. weisth. 1, 530 (von 1471); so ähnlich die gewöhnlichen ausrufe hallo! leute herbei!; hallo! ist niemand hier? dieser gebrauch auch beim engl. halloo, vgl. Shakespears kaufmann von Venedig 5, 1, wo Launcelot zwar sola! sola! ruft um leute herbeizuführen, Lorenzo aber antwortet: leave hallooing, man. dann ist halloh hetzruf bei der jagd: der wild- und rheingraf stiesz ins horn: halloh, halloh, zu fusz und ross! Bürger 71a (der wilde jäger), so z. b. auch an hunde, Göckingk 3, 18, das franz. haler haller hunde anhetzen mag hiernach aus dem deutschen erborgt sein. endlich und häufig steht halloh auch als lauter an- oder ausruf bei fällen einer erregung, freudiger oder zorniger: halloh! wach auf, du fürst von Burgund! dein königsgeschmeide besudelt ein hund! Bürger 33b; halloh, nun drücke sich, wer zagt! austritt der Rheinstrom mit gebrause, schieszt in die gassen ungefragt, und macht sich breit vor jedem hause. Freiligrath glaubensbekenntn. 221; wofür Bürger auch die erweiterte form halloha braucht: halloha! halloha! werft zu nun, haut zu! 60b. im ausbruch der freude ist ein halli hallo gewöhnlich, so im studentenliede: halli hallo, halli hallo, bei uns gehts immer so; halli hallo, halli hallo! buchbinder sind stets froh. Schade handwerkslieder 17. 22) halloh wird substantivisch verwandt, für getümmel, geschrei, lärm, ähnlich wie aus dem rufe all arme das subst. alarm, lärm erwächst (1, 200): kam von vielen sachen, um die sie anderer orten ein groszes halloh erheben, nichts über die gemarkung hinaus. Immermann Münchh. 4, 116; was für halloh, du teufelsweib? Bürger 49a; und mit hihi, haha, hoho verführ ich ein beständiges halloh. Göthe 11, 339; wie der wilde jäger bin ich zurückgekommen, wie der sturmwind, noch saust der kopf mir von dem tollen rennen, und hinter mir die heiden mit halloh! Tieck kais. Octavian 2, 4. act.
3712 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    hallo

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    hallo , halloh , lauter antreibender zuruf. eine imperativische bildung, die sich in doppelter form festgesetzt hat, ins…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hallo

    Goethe-Wörterbuch

    Hallo Allotria [ Nymphe der Saale: ] Bald neck’ ich hier, bald da die Leute, | Und mit Hihi, Haha, Hoho | Verführ’ ich e…

  3. modern
    Dialekt
    hallo

    Mecklenburgisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Wossidia hallo Ausruf, der Ankündigung: Hallo hallo de Köh dee kamen Wo. V. 2, 1619; meist Anruf zum Aufmerken: Hallo, w…

  4. Sprichwörter
    Hallo

    Wander (Sprichwörter)

    Hallo Maok man nich so väöl Halló davon. ( Altmark. ) – Danneil, 74. Mache nicht so viel Aufsehens und Lärm davon. [Zusä…

  5. Latein
    *hallo

    Mittellateinisches Wb.

    * hallo , -onis subst. (1. * halla) domus, deversorium, taberna – Behausung, Bleibe, Laden : MLW Chart. episc. Hild. I 5…

  6. Spezial
    hallo

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    hal|lo interj. 1 (Gruß) ciau 2 (beim Eintreten) oila 3 (Telefon) pronto!

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hallo

13 Bildungen · 9 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

hallo‑ als Erstglied (9 von 9)

Hallodri

Pfeifer_etym

hallo·dri

Hallodri m. südd. öst. ‘fröhlicher, leichtlebiger, unzuverlässiger Mensch’ (19. Jh.); vielleicht eine umgangssprachliche Bildung im Anklang …

Hallodrio

SHW

Hallodrio Band 3, Spalte 61-62

halloen

MeckWB

hal·loen

Wossidia halloen Hallo rufen, lärmen Bri. 1, 171. Me. 2, 584.

Hallore

Pfeifer_etym

hall·ore

Hallore m. Salinenarbeiter in Halle/Saale, zuerst Halloren Plur. (17. Jh.), hervorgegangen aus Hallorum, dem Genitiv Plur. von latinisiertem…

Halloren

Herder

hall·oren

Halloren , die Arbeiter in den Salzwerken zu Halle an der Saale, ein kräftiger, durch Kleidung u. Gebräuche von den andern Bewohnern der Sta…

Hallōrengläser

Meyers

Hallōrengläser , hellgrüne, zylindrische Gläser des 18. Jahrh., welche die Halloren (s. d.) dem Salzgrafen, dem Haupt ihrer Verwaltung, beim…

Hallotria

BWB

Hallotria Band 1, Spalte 1,275

Hallowell

Meyers

hallo·well

Hallowell , Stadt im nordamerikan. Staat Maine, Grafschaft Kennebec, am schiffbaren Kennebec River, mit Fabriken, Granitbrüchen und (1900) 2…

hallo als Zweitglied (4 von 4)

Fürtenhallo

MeckWB

furten·hallo

Wossidia Fürtenhallo n. Lärm um nichts, unbegründete Aufregung, vom Vor. Schö Schönberg@Schlagsdorf Schlagsd .

Mordshallo

PfWB

mords·hallo

Mords-hallo n. : 'ausgelassenes Treiben, Lärmen', -hallo (haˈlō) [ KU-Kaulb ]. SHW Südhess. IV 761 . —