Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
hügen swV.
1.1 mit Gen.
1.2 mit abh. Satz
1.3 mit präp. Erg.
1.4 mit Adv. (meist in Verbindung mit präp. Erg.)
1.5 in unklarem Zusammenhang
1.6 refl.
1.7 ohne Erg.
1.8 subst.
2 ‘fröhlich gestimmt sein, sich freuen’
1 ‘(ge-)denken, bedenken, sich erinnern’ 1.1 mit Gen.: in mînemo hérzen [...] uuíl íh îemer gehúchcan. der sînero míchelen gnâdon Will 20,5; aldes ich gehugen mach, / daz wil ich allez gerne sagen Kchr 12448; bit, daz si dise drei tage / der sele mit bete gehügen Serv 1975; Gen 2690; VMos 38,20 1.2 mit abh. Satz: nu solten wir gehuͦgen / waz wir sagen uon den iuden VMos 48,17; iz ne was dar nach ne borlanc / ê sich der herre uirsan, / wes her willen habete, / do her uon den kriechen hugete [im Sinn hatte] , / daz her ze Rome wolde uaren Ägidius 1352. 845; zestunde / hiez er die iuden / gedenken vnde gehugen, / ob si westen den list / wa der hailige Christ / solte werden geborn Wernh A 3992; alda sich striten zilde [richtete] von kristen gen den heiden, man ist hugende, / daz got den sinen ie half als Gedeone JTit 4082,2; BrZw 19; Spec 46,26. – mit Gen.-Korrelat im übergeordneten Satz: so riet in doch der herre / daz sie des wole gehugeten / waz got durh sie habete / an deme cruce irlieden Ägidius 982 1.3 mit präp. Erg.: – ane: des wis an uns gehugende Litan 218; da sazzin si zvͦ dem wazzir da ze Babyloniȩ unde wͦftin, swenne si gehugtin an Ierusalem Spec 39,16. 41,26; Ägidius 378; JTit 6196,2. – nâch: nach der schönen frowen huget mir der mut WolfdD (H) 30,1. – ûf: dô hugetens alle ûf einen strît GFrau 1065; Er 5249; Flore (S) 7686. – ze: die turin wigande / hvgitin do zo lande Roth 2848; swelhe in al jugente / sint ze gote hugente, / den werdent die porte uf getan HimmlJer 72; UvZLanz (K) 5407; SAlex 4424. – mit Pron.-Adv. (und abh. Satz): wir mügen / dar an gedenken und gehügen, / daz er uns mit unminnen / getriben hât von hinnen KvWTroj 7134; er begunde in alle wîs / dar ûf gedenken und gehügen, / daz er mit valscher dinge zügen / gewerben möhte sînen tôt ebd. 6613; daz si des niht vollenden mügen / dar ûf si denken unde hügen StNik 253. – mit präp. Erg. und Gen.: ouch sult ir iuwer zühte, frouwe, an uns gehügen Kudr 1190,2; wirf dîn leit zerucke, / unz got an dir gehucke / sîner barmunge, / unt er dir ledigunge / mit sînem trôste welle geben! Wernh 3234 1.4 mit Adv. (meist in Verbindung mit präp. Erg.): do hugeter auer widere / mit sinen golt wín [gekauften Freunden] Rol 4674; min herze hin zur minne huͤget Rennew 4316; daz wir heim zi der mendin [Seligkeit] hugitin SuTheol 84. – do hugede iegelich man / wider heim in sin lant Roth 4799; der chunich unt sîne man / die hugeten haim ze lande Kchr 11678; nu hugten si heim ze landen KvFuss 1287 1.5 in unklarem Zusammenhang: alle der werlde wetat, / die wir liden an uns nu / sin nicht wirdec wol darzu, / daz si icht verdienen mugen / die groze vreude an uns hugen, / die uns got dort wil geben Pass III 165,91 1.6 refl.: gehuge dih, sun, vil wole / di wile daz du lebetis Glaub 2753. – mit Gen.: so snîde er si [Sünden] abe an der worcelin alse vil so er mac, vnd gehuge sich der vreise Heli dez pristris von Sylô [ memor periculi Heli sacerdotis de Silo ] BrHoh 2 u.ö. 1.7 ohne Erg.: jb etswer aber als sumsulic vnde trage ist daz nit er wil oder nit mag hugin oder lesin [ meditare aut legere ] werde zuͦgiuͦgit im daz werke daz er tuͦge. daz nit er uirrei [d.i. vîre ‘müßig sei’ ] BrZw 48. 58; geschicht uns an dem lîbe wê, / daz bezzert uns vil dicke mê, / dan ez uns geerger muge / wolle wir rehte gehuge Kröllwitz 4051 1.8 subst.: ouch hât ir liebe mir verspert / hügen ûf die bluomen rôt SM: Gl 3: 9,23; um ir heil sin gehugen / was an deme herzen scharf Pass III 39,92 2 ‘fröhlich gestimmt sein, sich freuen’ dur daz sî ist also guot / und so rehte wol gebâret / und so lieblîch lachen kan, / dâvon hüget mir der muot SM: KvL 9: 2,4. 12: 2,4; aber hüget mir der muot! / zwâr, ez meijet meijen bluot [ ‘es mait die Maiblüte’ ] SM: AvR 1: 1,1. – refl.: des spruches ich mich hoge Brun 3800. 11309. – mit Inf. mit ze: sie hugeton hie [in der Welt (i.S.v. weltlich)] ze lebinne, / sie gedahton [dennoch] hin ze varne / ze der ewigin mendi, / da sie iemer solton sin MemMori 17. – häufig Part.-Adj.: der vogele süezez schallen hât mich hügende brâht / daz mîn werndez leit ein teil geringet ist KLD: Rub 17A:1,1; mir ist komen ein hügender wân / und ein wunneclîcher trôst, / des mîn muot sol hôhe stân MF: Mor 4: 2,5; noch baz mîn herze ist hügende, / an fröuden sich vermügende UvEtzWh 1113. 5997; in wîplîcher güete / was hügende ir gemüete ebd. 7182; MF:Reinm 13: 7,2; SM:Ro 4: 2,3. – vröude verstärkend: nv begvnde gehvͥgde froͤde mir wechen / oft hie der kvͥneginnen blik TürlArabel *A 234,20; dû [Maria] solt in hügenden vreuden leben LobGesMar 42,5; vro an ganzir hugender vroude Brun 8542. 11819; UvEtzWh 4776; HvFreibTr 1653
MWB 2 1774,42; Bearbeiter: Richter