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gründig

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gründig adj.

Bd. 9, Sp. 832
gründig, grundig, adj. , mhd. vereinzelt (vgl. auch ungründig th. 11, 3, 1033) von grund gebildet; häufiger im 16./17. jh. bezeugt, aber neben der concurrenz von gründlich ohne breitere entwicklung auch im nhd.; vgl. dagegen voll ausgebildetes nl. grondig nl. wb. 5, 996 ff.,n. grundig n. wb. 7, 176 ff., norw. grundig; mundartlich in specifischen bedeutungen abgeleitet (s. u. 3). 11) zu grund I A 1 'unergründlich tief', vgl. grondigh profundus, intimus Kilian 163b; so vermutlich auch grundik (15. jh.), grundich (v. j. 1420, nd.) fundosus bei Diefenbach 252b; so grundec und so vollen tief was von gotelicher gift sin wise herze in der schrift Passional 438, 81 K.; anders: gr. etiam est vadosus Stieler 711; mit grund II A 2 a α zusammenlaufend erhält gr. im nd. die bedeutung 'nach dem grund (des gewässers) schmeckend, schlammig, trübe' vom wasser: grondig, gründig i. e. pfützig, lachigt, pfülicht Kramer niderh. dict. 108c; grundig brem.-nieders. wb. 2, 553; Benzler deichbau 1, 179; gr. 'grundwasser enthaltend' J. Müller rhein. wb. 2, 1467. 2) wie gründlich B 2 a in übertragener bedeutung 'in die tiefe gehend, genau' in hinsicht auf geistige thätigkeit; aber anderseits hier nicht mehr deutlich von grund IV A 2, also 'guten grund habend, auf sicherer grundlage ruhend, zuverlässig' zu trennen; vgl. gr. et gründlich fundatus, firmatus, solidatus Stieler 711; sage ich, das dises spruchdichters ruom die nutzbarkeit seiner sprüch und derselben auszlegung nichts anders dan ein ruom wider alle erberkeiten ... [] ist, so gar nichts oder ie wenig erbers, tapffers, grundiges, noch das zu lesen würdig sein möcht (enthalten die sprichwörter) L. v. Passavant verantwortung (um 1528/29) b 1b; (ich) verhoff, kurtzlich merern und grundigern beschaidt zu bekumen Chr. Scheurl briefbuch 2, 202; das ir uns ... grundiges einkomen ('genaue kundschaft') vormeldet (16. jh.) Egerer chron. bei Jelinek mhd. wb. 335; domit auf söliche förmliche gründig beschreybung statlich und sicherlich geurteilt ... werden möge (v. j. 1507) Bamb. halsgerichtsordn. § 216 in: die Carolina 2, 92 Kohler u. Scheel; auch die ertzelung dieser geschichten weitter oder merer nit, dann was sich der herusz der statt Wienn verloffen, ich gesehen und eigentlichs gründigs wissen hab Hans Lutz gründige und warhaftige bericht der geschichten und kriegshandlung (1530) b 1b; nach grundiger und warhafter erfarung befind ich itzt Aventin s. w. 1, 47 L.; und wöllen das leben ... Tullii ... wy uns auf zeytige gründige erfarung gefelt, beschreyben Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 1b; so ... sich solliche bede diebstal auf gründige erfarung der warheyt ... erfunden (haben) Bamberg. halsgerichtsordn. § 187, a. a. o. 2, 82; so werde uns alsdann das gantze oder der haubtbegriff einer sache gründig wissend seyn Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 5, 10; were aber der patient des zauberers personen gewisz und könte gründige beweiszthüme über denselbigen führen J. D. Ernst hist. bilderhausz (1691) 59; das ist gründige und bündige anweysung, wie man ... Schwabe tintenfäszl (1745) titelbl.; benebenst gründigen und bündigen beweisz 102; modern gelegentlich neugeschaffen: dafür war die inbrunst tiefer, gründiger, nachhaltiger J. Lauff Pittje (1903) 163; für das nd. vgl. grondig, grondelyk, grundlich Kramer niderhocht. dict. 108c. 3) zu grund II A 2 'erdig' (im gegensatz zu steinig): wir ... kamen aber in einen weiszen gründigen torrent Fabri eigentl. beschr. (1557) 130a; ähnlich noch im schweiz. gr., auch grundig 'viel und tief gute erde habend, tiefgründig, von culturland' Staub-Tobler 2, 778, ebenso J. Müller rhein. wb. 2, 1467; anders 'nach erde schmeckend' vgl. gründicht (sp. 830): ich habe mich redlich durchgetrunken ... durch den schweren borstigen Montenegriner und den grundigen und grunzigen Albaneser K. Braun reiseeindrücke 2, 48; holsteinisch: gr. und kooltgründig 'etwas bodenkalt, fusz-, grundkalt' Schütze 2, 76; in zusammensetzungen: kaltgrundig Storm ges. schr. 2, 100; warmgründig L. Schubart in: br. von und an Bürger 4, 217; viergründig tetraedron Schottel 353b; tiefgründig u. s. w. 4) = grindig (s. sp. 374): grundig scabidus (15. jh.) Diefenbach 252b; (des papstes) grundige, schebige, ... frantzösische ... teufelsfüsz Nachenmoser progn. theol. (1595) 83a. —
4353 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gründigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gründig , grundig , adj. , mhd. vereinzelt ( vgl. auch ungründig th. 11, 3, 1033) von grund gebildet; häufiger im 16./17…

  2. modern
    Dialekt
    gründig

    Rheinisches Wb.

    gründig -in-, –e-, –ø·ŋ.-, –ø·n.(d)- usf. Allg. Adj.: 1. tiefgründig, viel Humus enthaltend, fruchtbar, vom Acker Allg. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruendig

28 Bildungen · 3 Erstglied · 24 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gruendig

grund + -ig

gruendig leitet sich vom Lemma grund ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von gruendig 2 Komponenten

gruen+dig

gruendig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gruendig‑ als Erstglied (3 von 3)

gründigen

MNWB

gruen·digen

° gründigen , swv. , gegründiget sîn in gegründet , befestigt sein in (Mystik), „fundatus” .

gründigkeit

DWB

gruendig·keit

gründigkeit , f. 1) gr. des bodens, ' die stärke, dicke der für die pflanzenwurzeln zugänglichen bodenschicht ' Busse forstlex. 3 1, 407 vgl…

gruendig als Zweitglied (24 von 24)

abgründig

DWB

abgründig , immense profundus, unermeszlich tief: got hat ein vollkommen einsehen in sich selber und abgrundiges durchkennen sich selbs mit …

dē¹pgründig

WWB

dē¹p-gründig Adj. [verstr.] tiefgründig, nicht von verhärteten Schichten, Gestein o.ä. durchsetzt (vom Ackerboden). Dat es en daipgrünnigen …

eingründig

DWB

eingruen·dig

eingründig , penitus, aus dem grunde: recht und eingründig ( andächtig ) beten. Pestalozzi 12, 32 .

Falschgründig

Campe

falsch·gruendig

○ Falschgründig , adj . u. adv . auf falschen Gründen beruhend. »Herrn A — s falschgründige und gernwitzige Verwerfung desselben.« R. Daher …

festgründig

DWB

fest·gruendig

festgründig , firmissimus, festgegründet: da ich so klar mit starker und festgründiger schrift beweiset hatte, das alle christen geistlich u…

flachgründig

DWB2

flach·gruendig

flachgründig adj. (zu DWB2 4 ): 1856 Fischbach forstwiss. 276. 1972 Wunderlich stier 30 144.

geistgründig

DWB

geist·gruendig

geistgründig , im grund des geistes seinen sitz habend: das dieser betrieglicher schedlicher list keinen menschen frei leszt, sondern ganz g…

goldgründig

DWB

goldgruen·dig

goldgründig , adj. , mit goldenem grund: weil sie mich dabei aus ihren goldgründigen augen ... anleuchtete Jakob Schaffner Konrad Pilater (1…

hintergründig

Pfeifer_etym

hinter·gruendig

1hinter Adj. (heute nur mit Flexionsendung der hintere, ein hinterer) ‘zum Ende hin, an der Rückseite befindlich, weiter zurückliegend’, ahd…

kaltgründig

DWB

kalt·gruendig

kaltgründig , von land und boden, mit kaltem grund, bes. lehmboden: vieles ( land ) ist kleiigt, kaltgründigt und dem verflieszen unterworfe…

kiesgründig

DWB

kies·gruendig

kiesgründig , adj. mit kiesigem grunde: am kiesgründigen teiche. Voss (1825) 2, 101 , id. 9, 17.

kunstgründig

DWB

kunst·gruendig

kunstgründig , ein wort des 17. jh., den grund der kunst innehabend ( s. grund): der verstand, ein kunstgründiger wagemeister ... Butschky P…

nachgründig

DWB

nach·gruendig

nachgründig , adj. nachforschend: des fürsichtig, nachgründig ( sagax ), manigfältig, spitzfindig, ingedächtig thier .., welches wir ein men…

tiefgründig

DWB

tiefgruen·dig

tiefgründig , adj. tiefen grund habend, tief: tiefgründige räume. Voss Od. 10, 125. 16, 324 . Il. 1, 432; sie stand vor zwölf tiefgründigen …

untergründig

DWB

unter·gruendig

untergründig adj. ( vgl. nl. ondergrondsch); substantiviert nach untergrund II: er hat wie kein anderer die gabe, auch das untergründige und…

urgründig

DWB

urgründig , adj. (gründig 1): es war da etwas aus dem urgründigen unterbereich seines geisteswesens ihm mit diesem traume ins bewusztsein em…

warmgründig

DWB

warm·gruendig

warmgründig , adj. vom erdboden ( s. warmer boden sp. 2023): inmitten einer groszen, von holz umschlossenen, aber warmgründigen plantage Rat…

Ableitungen von gruendig (1 von 1)

urgründig

DWB

urgründig , adj. (gründig 1): es war da etwas aus dem urgründigen unterbereich seines geisteswesens ihm mit diesem traume ins bewusztsein em…