gro¹ne Adj. [verbr.] 1. grün(farbig), von grüner Farbe. Gröne Augen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe). Ne greune Wieske (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HolsterhausenHh). De Rīke (Hecke) is wīä grin (Kr. HöxterHöx Sb). De Fenster sint witt oder gräun anstrieken (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@WiedenbrückWb). Dä Jäger hät en grein’n Anzug ahn (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@StiepelSp). De Bōm es greun (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Phras. Vbdg.: Jungfer innen Groönen Schwarzkümmel (Nigella damascena) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Ra.: Sau grain at Grass (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Bui Mutter Groön unter freiem Himmel, draußen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Et waot em grön un blau vör de Oogen er erschreckte sich heftig (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@HeidenHd). Et wä mi giäl un grāin vüä Öugen mir wurde ganz elend (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || mehrf.). Hä mäket greine Ogen er ist zornig (die krfr. Stadt HagenHag die krfr. Stadt Hagen@HaspeHs). Heu es nau greun achtern Äwwer (Ohr) er ist noch unerfahren (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@WahmbeckWa || mehrf.). Up kain groön Twick kuomen keinen finanziellen Erfolg haben, arm bleiben (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Op t’r grāinen Frāse ānfangen ganz klein anfangen (Kr. ArnsbergArn En). Dao geiht iäme noach ne gräunen Wuoarm bi af das fällt ihm noch schwer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). — Sprichw.: Wenn de Hejen (Hecken) grain werd, friättet se de Sejen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). Wat sik de Hippe (Ziege) nich inbelt, wenn de Hïegge grein wett (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@GelsenkirchenGk || (ähnl.) mehrf. bes. Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Dor). Ne aolle Sïege mach auk nao wull ’n grön Blättken (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb || mehrf. bes. Münsterl). — Sagw.: Enfack, aower nǖdlick, sagg de Düwel, daor harr he sinen Stiätt grön anstriecken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr.). — Wetterregeln: En grönen Mäten (März) brengt selten was Gueds (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Greune Wihnachten, witte Ostern (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh || mehrf.). — 2.1. (von Obst und Gemüse) unreif. Gröne Appel (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw). Suer as’n greunen Appel (Kr. MindenMin Kr. Minden@MöllbergenMb). Dat Eobst ess näu groin (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). Dat Blag häff sick soviell grön Obs in den Buk slagen un nu häff ’t Lifpine (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Sprichw.: De Rieben (reifen) in mine Kieben (Kiepe), de Greunen fo mine Mäumen (Mutter) denkt eine Tochter, die ihrer Mutter nichts gönnt (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@BrackwedeBw). Braoderpel van grööne Erpels (WMWB). — 2.2. (von Pflanzen) frisch, noch saftstrotzend, noch nicht getrocknet. Gröön Holt (WMWB). — 2.3. (von Lebensmitteln) ungegart, ungekocht, roh, nicht konserviert (ungeräuchert, ungeröstet, ungesalzen). Greuner Speck (Kr. MindenMin Kr. Minden@WietersheimWt). Graünen Schinken (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPb). Gröne Mälk (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@SüdlohnSl). Graine Hēä- ringe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: He is nich völle grööne Äier mähr wäärd er stirbt bald (WMWB). — 2.4. abgebacken, so schlecht gebacken, daß sich die Rinde von der Krume löst. Dat Braut is grön (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@RhodenRo). — 3. (von Menschen) (zu) jung, kindlich, unerfahren. ’n groinen Jungen (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb). Dat es no en greunen Bengel, däi es no nich dröge achter’n Oren (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Ra.: Mak dui nich teo groön, süß friadet dui doi Siegen mach dich nicht jünger als du bist, mach dich nicht lächerlich (Wortspiel mit Bed. 1) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || (ähnl.) mehrf.). — 4. In Vbdg. mit Dativ und sīn): (von Menschen) geneigt, gewogen, wohlgesonnen, freundlich zugetan. De beuden sind seck nich groin (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). Vüör den Käl, dao wahr di män, de is di gar nich grön (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). ⟨-n [verbr.], -ne [Olp]⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1452: grün; NDSWB 5,734: gron.