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gr¹ne

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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9 in 5 Wb.
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2

Eintrag · Westfälisches Wb.

gr¹ne Adj.

Bd. 2, Sp. 1273
gro¹ne Adj. [verbr.] 1. grün(farbig), von grüner Farbe. Gröne Augen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe). Ne greune Wieske (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HolsterhausenHh). De Rīke (Hecke) is wīä grin (Kr. HöxterHöx Sb). De Fenster sint witt oder gräun anstrieken (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@WiedenbrückWb). Dä Jäger hät en grein’n Anzug ahn (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@StiepelSp). De Bōm es greun (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Phras. Vbdg.: Jungfer innen Groönen Schwarzkümmel (Nigella damascena) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Ra.: Sau grain at Grass (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Bui Mutter Groön unter freiem Himmel, draußen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Et waot em grön un blau vör de Oogen er erschreckte sich heftig (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@HeidenHd). Et wä mi giäl un grāin vüä Öugen mir wurde ganz elend (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || mehrf.). Hä mäket greine Ogen er ist zornig (die krfr. Stadt HagenHag die krfr. Stadt Hagen@HaspeHs). Heu es nau greun achtern Äwwer (Ohr) er ist noch unerfahren (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@WahmbeckWa || mehrf.). Up kain groön Twick kuomen keinen finanziellen Erfolg haben, arm bleiben (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Op t’r grāinen Frāse ānfangen ganz klein anfangen (Kr. ArnsbergArn En). Dao geiht iäme noach ne gräunen Wuoarm bi af das fällt ihm noch schwer (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). — Sprichw.: Wenn de Hejen (Hecken) grain werd, friättet se de Sejen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). Wat sik de Hippe (Ziege) nich inbelt, wenn de Hïegge grein wett (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@GelsenkirchenGk || (ähnl.) mehrf. bes. Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Dor). Ne aolle Sïege mach auk nao wull ’n grön Blättken (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb || mehrf. bes. Münsterl). — Sagw.: Enfack, aower nǖdlick, sagg de Düwel, daor harr he sinen Stiätt grön anstriecken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr.). — Wetterregeln: En grönen Mäten (März) brengt selten was Gueds (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Greune Wihnachten, witte Ostern (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh || mehrf.). — 2.1. (von Obst und Gemüse) unreif. Gröne Appel (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw). Suer as’n greunen Appel (Kr. MindenMin Kr. Minden@MöllbergenMb). Dat Eobst ess näu groin (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). Dat Blag häff sick soviell grön Obs in den Buk slagen un nu häff ’t Lifpine (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — Sprichw.: De Rieben (reifen) in mine Kieben (Kiepe), de Greunen fo mine Mäumen (Mutter) denkt eine Tochter, die ihrer Mutter nichts gönnt (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@BrackwedeBw). Braoderpel van grööne Erpels (WMWB). — 2.2. (von Pflanzen) frisch, noch saftstrotzend, noch nicht getrocknet. Gröön Holt (WMWB). — 2.3. (von Lebensmitteln) ungegart, ungekocht, roh, nicht konserviert (ungeräuchert, ungeröstet, ungesalzen). Greuner Speck (Kr. MindenMin Kr. Minden@WietersheimWt). Graünen Schinken (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@PlettenbergPb). Gröne Mälk (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@SüdlohnSl). Graine Hēä- ringe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: He is nich völle grööne Äier mähr wäärd er stirbt bald (WMWB). — 2.4. abgebacken, so schlecht gebacken, daß sich die Rinde von der Krume löst. Dat Braut is grön (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)@RhodenRo). — 3. (von Menschen) (zu) jung, kindlich, unerfahren. ’n groinen Jungen (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb). Dat es no en greunen Bengel, däi es no nich dröge achter’n Oren (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — Ra.: Mak dui nich teo groön, süß friadet dui doi Siegen mach dich nicht jünger als du bist, mach dich nicht lächerlich (Wortspiel mit Bed. 1) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || (ähnl.) mehrf.). — 4. In Vbdg. mit Dativ und sīn): (von Menschen) geneigt, gewogen, wohlgesonnen, freundlich zugetan. De beuden sind seck nich groin (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). Vüör den Käl, dao wahr di män, de is di gar nich grön (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). ⟨-n [verbr.], -ne [Olp]⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1452: grün; NDSWB 5,734: gron.
3021 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grônestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    grône stf. s. grân.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grone

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +3 Parallelbelege

    grone, begierig nach etwas, petens (gronen, petere).

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grone

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grone , Dorf im preuß. Regbez. Hildesheim, Landkreis Göttingen, hat eine evang. Kirche, Wollspinnerei und (1900) 2065 Ei…

  4. modern
    Dialekt
    gr¹neAdj.

    Westfälisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gro¹ne Adj. [verbr.] 1. grün(farbig), von grüner Farbe. Gröne Augen ( Lhs Ve ). Ne greune Wieske ( Rek Hh ). De Rīke (He…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grone

13 Bildungen · 11 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

grone‑ als Erstglied (11 von 11)

gr¹ne Bō²ne

WWB

grone·bone

gro¹ne Bō²ne f. Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Graine Baunen ut’m Fatt ( Dor Wl ). ~Duᵉnerdag → Gro¹n-duᵉnerdag .

gr¹ne Bō²nefurke

WWB

gronebone·furke

gro¹ne Bō²ne-furke f. [KSauerl] grāine Foärke ( Arn Mü ) Fest nach der Kartoffelernte: anstelle eines Erntekranzes wird eine Forke mit Karto…

gr¹ne Bō²nehochtīd

WWB

gro¹ne Bō²ne-hochtīd f. grüne Hochteït Tag der Heirat ( Alt Al ). ~Kō²l → Gro¹n-kō²l . ~Krūd → Gro¹n-krūd . ~Mō¹s → Gro¹n-mō¹s . ~Mo¹seken …

gr¹ne Bō²netǖg

WWB

gronebone·tueg

gro¹ne Bō²ne-tǖg n. [verstr.] 1. frisches Obst oder Gemüse. — 2. Grünpflanzen ( Dor Ap ). — 3. unreifes Obst. — 4. junge, unerfahrene Mensch…

Groneiser

RhWBN

grone·iser

Gron-eiser -īz- Sol-Leichl m.: ne ale Gr. Nörgeler, Kritikaster.

gronerisch

DWB

grone·risch

gronerisch , adj. , mürrisch, übler laune Schmeller 1, 1000 ; gibts in demselben land lauter gronerische, greinerische haderkatzen? Abr. a S…

grone als Zweitglied (2 von 2)