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gris

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

gris

Bd. 3, Sp. 289
Wossidia gris weißlich grau: gris grau Mi 29a; griis Niem. Idiot. 10. 1. als Farbbezeichnung a. von Haar- und Gesichtsfarbe der Menschen: de Buer ward woll gris, œwer nich wis Ro Rostock@HeiligendammHDamm; olt un gris AHeide; Reut. 1, 189; de Grisen die Jahre, in denen die Haare ergrauen WaWaren@JabelJab; würd' gris utseihn as de Däl vor Schreck StaStargard@FürstenseeFürstens. b. von Tieren, tierischen Produkten und Pflanzen nach ihrer Färbung: de Gris' der Wolf öft.; der Esel GüGüstrow@GülzowGülz; RoRostock@KlockenhagenKlock; der Bulle im Knabenreim: Gris' gras grus, Gah man hen nah Hus Wo. V. 2, 1084 b; de Grisen die Schafe Ha Hagenow@WaschowWasch; die Schweine: dee is bi de Grisen ist Schweinemädchen Wa; unmanierliche Kinder werden bedroht: du kümmst unner de Grisen RoRostock@GresenhorstGres; Sau im Rätsel Wo. V. 1, 17 b; der glückliche Kartenspieler hat sich an de gris' Sœg' schürt Pfitzn.-K. 58; de Grisen Läuse Latend. Laur. 20; von einem elenden und schlecht gepflegten Stück Vieh heißt es: denn' hebben de Grisen woll unner hatt Wa; von einem ärmlichen Haushalt: dor sünd de Grisen to Hus Wa; auch gris' Flöh MaMalchin@WalkendorfWalk; gris as ne Lus schmutziggrau Sta; de Gris', Musch Gris' der Hase Schill. Kr. 3, 1a; Zier. Plaugf. 62; der Sperling Wo. V. 2, S. 390; auch de gris' Daglöhner ebda; gris' Jochen Pld. Heim. 13, 40; gris' Butt Kartoffelmade Gü; de Gris' die Graubütte, eine Flunderart RoRostock@DoberanDob; Warn; de Gris' der aus spanischem Flieder geschnittene Stock im Gegensatz zum Gälen, dem Rohrstock GüGüstrow@GülzowGülz; Ro Rostock@Kloster WulfshagenKWulfsh; auf die Bezeichnung de Gris' der Esel beziehen sich die Wendungen: einen tau 'n Grisen hebben ihn zum Besten haben, foppen RoRostock@KlockenhagenKlock; WaWaren@MalchowMalch; Pfitzn.-K. 67; ähnl. Camm. Tid. 23; u. a.; taum Griesen kriegen: Lange Franz. 108; to 'n Grisen hollen RoRostock@RibnitzRibn; sick to 'n Grisen maken sich lächerlich machen ebda; häufig mit grag' und anderen Farben verbunden: gris' un grag' Flunnern, s. bargen2 (1, 623); grise, grage Sœg' unreinliches Weibsbild MaMalchin@StavenhagenStav; is 't 'n Gris', is 't 'n Grag' im Klumpsackreim GüGüstrow@SerrahnSerr; Kem de Jäger mit de Flint, Wecker sall ick scheiten? Gris' oder Grag', Swart oder Blag' Wo. V. 4, 1039 c; s. grag'; Gris' Sœg', blag' Farken, s. Buerdanz (2, 95). c. von Erzeugnissen menschlicher Arbeit: de Grisen die alten Tausendmarkscheine HaHagenow@LankLank; grisen Twiern im Haushalt hergestellter Zwirn, der zum Nähen von Säcken und zum Befestigen von Knöpfen diente WiWismar@KirchdorfKirchd; gris' Mählsupp Wassermehlsuppe ohne Milchzusatz StaStargard@RühlowRühl; de Luft is so gries as Mehlgrütt Camm. Reg. 130. d. von trüber oder dämmeriger Beleuchtung: de grisen Dag' die Novembertage HaHagenow@WittenburgWitt; wat is 't för grises Wäder! schlechtes Wetter GüGüstrow@GülzowGülz; Schö Schönberg@DemernDem; dor steiht 'n Grisen in 'n Westen (eine Wetterwolke) Monh. 13, 378; hüt hebben wi ornlich 'n Grisen maakt gefaulenzt, weil bei Regenwetter keine Feldarbeit verrichtet werden konnte Wa; sei führten ... in den grisen Abend nah Bramborg hentau Reut. 3, 388; Schnaps von grauer Farbe: 'n lütten Grisen StaStargard@StrelitzStrel; 'n Griesen utgeben H. Schröd. Buerh. 3, 54. e. von der Kleidung: Fromm Meckl. 74; Jb. 2, 111; de Grisen die Sträflinge im Landarbeitshaus in Gü wegen der grauen Anstaltskleidung Ostmeckl. Heim. 4, 20; daher scherzhaft auf die Frage: wo hest du deint? Bi de grisen Husoren Ro; wo hest du stahn? In Federow bi de Grisen weil früher in WaWaren@FederowFed ein Landarbeitshaus war Wa; dee hett ok all den grisen Antog anhatt hat im Zuchthaus gesessen StaStargard@StrelitzStrel; dei Grisen auch die Bewohner der Grisen Gegend, der Sandgegend in Lu, die graues, eigengemachtes Zeug trugen, in der Ernte in anderen Teilen unseres Landes als Hilfsarbeiter tätig waren und dort durch ihre Kleidung von der sonst üblichen Erntetracht abstachen Ostmeckl. Heim. 4, 21; dann der fremde Erntearbeiter überhaupt GüGüstrow@TeterowTet; de Grise Gegend der oben besprochene Landstrich Monh. 3, 475 ff.; Pld. Heim. 1, 60; dei Grisen die Mitglieder der Schützengilde in HaHagenow@WittenburgWitt und MaMalchin@NeukalenNKal, weil sie graue Joppen trugen; die Ziegler StaStargard@GrammertinGramm; de lütten Grisen die Zwerge Wo. Sag. 1, 80; auch die selbstgestrickten grauwollenen Strümpfe: des' grisen ..., dei warmen jo dat Hart in 'e Bost Zier. Plaugf. 115. 2. in freier Verwendung ohne klare Beziehung zur Farbe: de Gris' der Schiffskoch Wo. Seem. 1, 101; in der Regel zur Bezeichnung eines schlechten Charakters: dat is 'n Grisen ein Erzschlauer Ro; ihm ist nicht zu trauen RoRostock@RibnitzRibn; Wo. Seem. 1, 88; ähnl. in den Scheltreden: de grise Gewitterkierl Wa; Du olle, grise Nägenmüre Reut. 5, 30; twi, du grise Äkel im Spiel Wagenwulf MaMalchin@BrudersdorfBrud; du olle grise Wäderhex im Anruf an die Weihe Wo. V. 2, 1152; einer unglaublichen oder ungünstigen Lage: dat is doch de grise Mœglichkeit ist kaum zu glauben Wi; dat ward jümmer griser mit de grau Katt immer schlimmer, toller SchöSchönberg@DemernDem; wie swart und grag' auch rein verstärkend: gris vull sehr voll RoRostock@KlockenhagenKlock. 3. Zss.: asch-, gäl-, ierd-, isen-, kakel-, kater-, katten-, mus-, sack-, schimmel-, schitig-, tatergris. Mnd. grîs. Br. Wb. 2, 546; Dä. 161a; Kü. 1, 612; Me. 2, 479.
4898 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gris

    Althochdeutsches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    gris- s. grist-.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grîsadj., swm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    grîs adj. BMZ grau, greis Nib. Trist. Troj. (der von alter was gevar alsam ein grîsiu tûbe grâ 10739). Ms. ir tolden stu…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ²grîsadj.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    2 grîs , adj. , 1. grau; g. wird von grâ unterschieden , g. edder grâ, es ist heller als grâ, weißgrau, silbergrau, schm…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gris

    Goethe-Wörterbuch

    * gris frz, ‘g. cendré’: aschgrau N3,61,7 FlH I [Riemer] Gert Liebich G.L.

  5. modern
    Dialekt
    Gris

    Elsässisches Wb. · +12 Parallelbelege

    Gris [Krìs NBreis. ] n. Eingeweide des Kalbes. — vgl. Kalbsgekröse?

  6. Latein
    gris

    Mittellateinisches Wb.

    gris v. grus. Staub

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gris

268 Bildungen · 258 Erstglied · 4 Zweitglied · 6 Ableitungen

gris‑ als Erstglied (30 von 258)

Grisaille

Meyers

Grisaille (franz., spr. -sáj'), s. Camaïeu . Grisailles heißen auch leichte, aus weißem und schwarzem oder dunklem Garn feingitterig gewebte…

grîsanlîh

EWA

grîsanlîhAWB adj., nur NBo: ‚grausam, schrecklich; horribilis‘ (vgl. mhd. grûsenlich, griuslich; mndd. grīslīk; mndl. griselijc; afries. gri…

Grīsartske

WWB

Grīs-artske [Min] Hänfling (Carduelis cannabina).

grisâtre

GWB

grisâtre s Granit(granit commun grisâtre) Gert Liebich G.L.

Grisband

Idiotikon

Grisband N. Band 4, Spalte 1329 Grisband N. 4,1329

Grīsbārd

WWB

gris·bard

Grīs-bārd m. [verstr.] 1. Mann mit grauem Bart. — 2. Dachs ( Bür Li).

Grisbeutel

RhWB

gris·beutel

Gris-beutel -bȳl Klev-Calcar m.: verächtl. Mann, der Kohlen fährt; Schimpfw. gewöhnlicher Mensch.

Grīsbiᵉre

WWB

gris·biere

Grīs-biᵉre f. [ Tek nördl. OWestf] Birnensorte. — Spez.: Graubirne ( Tek Le ), „graue Butterbirne, Beurre gris“ ( Min Ha ). Duwwelte Gruisbu…

Grisbriefchen

RhWB

gris·briefchen

Gris-briefchen -ē:- Köln-Stdt n.: Kohlengutschein für die Armen. RA.: Gangk doch met dingem Gr.! zu einem, der mit einem nichtssagenden Schr…

Grisbul

RhWB

gris·bul

Gris-bul -ū- Klev m.: verächtl. ein Mann, der in Kohlen arbeitet.

grisbunt

MeckWB

gris·bunt

grisbunt graubunt: de grisbunt Gaus Wo. V. 3, 1; dee hett an 'n Busch hött, hett dat grisbunt verhött er ist verrückt Wa.

griscardesia

LDWB1

grisc-ardesia [grīsc-ar·dę̄·sia] adj.inv. schiefergrau.

griscbröm

LDWB1

grisc-bröm [grīsc-bröm] adj.inv. blaugrau.

grisccënder

LDWB1

grisc-cënder [grīsc-cën·der] adj.inv. aschgrau.

grische

DWB

gri·sche

grische , gritsche , grisse u. ä. s. grinitsch .

Grischeⁿ

Idiotikon

Grischeⁿ Band 2, Spalte 799 Grischeⁿ (I) 2,799 u.

Grischeⁿ II

Idiotikon

Grischeⁿ II Band 2, Spalte 815 Grischeⁿ II 2,815

grischlich

LothWB

grisch·lich

grischlich [grišliχ Bo. Brettn. u. s.] adj. furchtbar, Grausen erregend. mhd. griuslich . s. a. greisslich.

gris als Zweitglied (4 von 4)

tigris

Lexer

tig·ris

tigris m. BMZ das lat. tigris j.Tit. 1642. Troj. 6216. Apoll. ( Goth. hs. ) 10286. Mügl. p. 25.

Ableitungen von gris (6 von 6)

begrīs

WWB

be-grīs- fuᵉgelen V. [ Wdf Hal] 1. betrügen, übervorteilen; bestehlen. — 2. zurechtweisen, scharf tadeln, eine ernste Rüge erteilen ( Hal Bh…

Begrisen

Wander

Begrisen Wat darin begrîs't 1 , dat begrâgt 2 der ôk in. 1 ) Begrîsen = greis werden. 2 ) Begraut. – Eigenheiten, die man im mittlern Alter …

ergrîse

BMZ

ergrîse swv. werde grau. daʒ hâr was in ergrîset g. Gerh. 1595.

ergrîsen

Lexer

er-grîsen swv. BMZ grau werden Gerh.

grîse

Lexer

grîse swm. BMZ der greis Ulr. Trist. Walth. Barl. Virg. 82,3. Pass. 173,62. der tumbe und der grîse Tit. 170,3. die jungen und die grîsen St…

vergrisen

MeckWB

vergrisen grau werden: en ... vergrist Ümslageldauk Derb. 2, 82; Ick müßt in bitt're Not vergrisen Reut. 1, 282; vgl. vergragen .

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Cotta, M. (2026). „gris". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gris/meckwb
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Cotta, Marcel. „gris". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gris/meckwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gris". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gris/meckwb.
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