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grindig

nhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

grindig

grindig

Grind m. ‘Kruste auf einer heilenden Wunde, Schorf’, bis ins 18. Jh. daneben Bezeichnung verschiedener mit Schorfbildung verbundener Hautkrankheiten bei Mensch und Tier, ahd. (9. Jh.), mhd. grint ‘Ausschlag, Räude (mit Haarausfall)’, mhd. besonders ‘Kopfgrind’ und deshalb auch (meist verächtlich) ‘Kopf’, mnd. grint ‘Sand, Ausschlag, Kopfgrind, Schorf, Kopf’, mnl. grinde, grint ‘Sand, Ausschlag, Räude’, nl. grint, grind ‘Kies, Grieß’ gehören zu einem nur in aengl. grindan, engl. to grind ‘zermalmen, mahlen, schleifen, knirschen’ erhaltenen germ. Verb (vgl. noch got. grindafraþjis ‘kleinmütig’, das auf ein got. *grinds ‘zerrieben’ schließen läßt). Allein durch Ablaut unterscheidet sich von diesen Formen das im 18. Jh. aus dem Nd. übernommene, vereinzelt aber schon seit dem 16. Jh. im Hd. bezeugte Substantiv 2Grand m. ‘Kies, grober Sand’ (nd. auch ‘Weizenkleie’), das heute vor allem terminologisch verwendet wird; vgl. dazu mnd. grant ‘Kies’, anord. grand ‘Körnchen, Kies, Sand’, schwed. grand ‘Körnchen, Stäubchen’. Die Wortgruppe geht zusammen mit außergerm. Entsprechungen wie lat. frendere ‘zermalmen, knirschen’, lit. grę́sti ‘schaben, scheuern, kratzen’, alban. krunde ‘Kleie’ und gleichfalls wohl griech. chóndros (χόνδρος) ‘Graupe, Korn, Knorpel’ auf ie. *ghrend(h)-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, zurück (s. auch Grund). Als Benennungsmotiv für Grind ‘Wundschorf’ erweist sich dessen körnige, grießige Beschaffenheit. Aus der im Mhd. (wegen der Häufigkeit solcher Kopfhauterkrankungen zur damaligen Zeit) aufkommenden und besonders im Alem. verbreiteten Übertragung ‘Kopf’ entwickelt sich auch der jägersprachliche Gebrauch von Grind für ‘Kopf der Hirsche und Gemsen’ (18. Jh.). – grindig Adj. ‘mit Grind bedeckt, räudig’, spätmhd. grintig (14. Jh.), frühnhd. auch grundig, grinnig; älter ist gleichbed. ahd. grintoht(i) (10./11. Jh.), spätmhd. grinteht, grindeht, nhd. grindicht (bis ins 18. Jh.); vgl. mnd. grindich, grindet ‘grindig, räudig’.
2005 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grindig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Grindig , -er, -ste, adj. et adv. mit dem Grinde behaftet, in dieser Krankheit gegründet. Grindig seyn, werden. Grindige…

  2. modern
    Dialekt
    grindig

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    grindig [krìntik Obhergh. ; krentik Co. Logelnh. Scherw. ; krenti Bisch. Illk. Str. Z. Zinsw. ; krénti K. ; krentiχ Ingw…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grindig

6 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von grindig

grind + -ig

grindig leitet sich vom Lemma grind ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von grindig 2 Komponenten

grin+dig

grindig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grindig‑ als Erstglied (3 von 3)

Grindiger

Wander

grin·diger

Grindiger 1. Der Grindige kratzt sich leicht blutig. – Simrock, 4048; Köte, 2416. 2. Drei Grindige und ein Kahlkopf. Von einer geringen, dür…

grindigeⁿ

Idiotikon

grindigeⁿ Band 2, Spalte 769 grindigeⁿ 2,769

grindigkeit

DWB

grindig·keit

grindigkeit , f. , pupulositas Diefenbach nov. gl. 309 b ; raud, .. grindigkeyt scabies Dasypodius 293 : raud und grindigkeit wirtú mit essi…

grindig als Zweitglied (2 von 2)

grōssgrindig

Idiotikon

grōssgrindig Band 2, Spalte 766 grōssgrindig 2,766

Ableitungen von grindig (1 von 1)

grindige

DWB

grindige , f. , das grindigsein: eieröl benimpt die cholerisch grindige Heusslin Gesners vogelbuch 97 a ; anscheinend auch als neutr.: würt …