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greueln

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

greueln vb.

Bd. 9, Sp. 226
greueln, vb. , in mhd. zeit auftauchende ableitung vom subst. griuwel. 11) nur die unpersönliche wendung mir greuelt vor hat sich in der schriftsprache einigermaszen entfaltet; bedeutung meist 'abscheu, ekel', seltener 'grauen, furcht empfinden': mir grûwelt vor im iemer mê, deich in zeime mâle hân gesehen Virg. 248, 12; dô ime vor gruowelte, daz gelust im nuo Tauler nach Ch. Schmidt elsäss. 158; dir grewelt fur den götzen m. 2, 22; vgl. ps. 119, 163 var.; uns eckelt und grewelt fur dem sacrament Luther 23, 162; die seel sich ferner mercken last: dein freunden gibst du wenig rast. mir greulet für dem schweren last mayntzisch gesangbuch (1661) 274; weil Moses das leben im blute setzt, so gräuelt allen getauften rabbinen vor der propheten geist und leben Hamann 2, 275 Roth; wie greulte mir vor allem, was ich gedacht, gesprochen Schubart leben und gesinn. 2, 160; alem. mit ab: (ein getöse) abe dem mir gar sere gruwelnde wart Nic. v. Basel nach Schmidt elsäss. 158; dir grewlet ab den götzen Züricher bibel (1530) m. 2, 22; es greulet mir darab und es gehet ein grausen durch mich L. Lavater (1587) nach Staub - Tobler 2, 834; statt der präposition auch satz- oder infinitivconstructionen: mir griulet, sô mich lachent an die lechelære W. v. d. Vogelweide 30, 12; allen den es grewelt zu hören, das ein mensch rechter gott sey Luther das schöne confitemini (1530) N 4b; ohne object: do geriet dem künige und den die sin huotent sere gruweln und mahtent crüze für sich: do verswant der tyfel städtechron. 8, 468 (Königshofen Straszburg. chron.); selten mit accus. d. pers.: wêre ich in einer wüestenunge aleine, mich grûwelte myst. 2, 104, 12; an der obgenannten Walther stelle hat die hs. C ursprünglich mich grúlet. 22) im gegensatz zum hd. tritt im nd. die bedeutung 'grausen, furcht empfinden' ganz in den vordergrund; so schon im mnd.: my gruwelt, dat ik se hore nomen; em gruwelde, men wolde em grypen laten: desen hillygen manne den gruwelde vor der hoverdye; (sein sohn) den gruwelde unde vordroth der herscop Haraldi Schiller - Lübben 2, 162a; die beim substantiv gemachte beobachtung, dasz das nd. die bedeutung 'grauen, furcht' (besonders vor gespenstern) zur herrschaft bringt, wiederholt sich beim verbum; auch insofern besteht eine parallelität, als das verbum nd. weit überwiegend in umlautloser form erscheint, wie dem nd. substant. in der bedeutung 'horror' meist der umlaut fehlte (s.greuel, form 3); neben dem unpersönlichen gebrauch erscheint auch reflexive fügung: ndhess. gruweln vor etw. ein grauen haben Vilmar 135; grujelen gruseln lux. ma. (1906) 157a; grujelen grauen, sich vor gespenstern fürchten Bauer - Collitz 41b; grüggeln furcht vor gespenstern haben Woeste 86b; grulen gruseln Müller-Fraureuth 1, 446a; gruwweln, grüwweln ein grauen haben: my eset und grüwwelt Strodtmann 78; grûl'n grauen, furcht, widerwillen empfinden: ick grûl mi oder mi grûlt väör de arbeit; hê geit nich allên to bett, em grûlt Danneil 71a; grûeln, grûlen grauen, graueln, furcht empfinden: na, Pauls, hört op, mî grûelt all; on büten grült en mensch sick doch Frischbier 1, 251b; grolen, gro'elen gräuel vor etw. empfinden, schaudern, vor etw. zurückbeben Berghaus 1, 616a; ähnlich grolen Stürenburg 76. hie und da erscheint ein transitives gruweln 'furcht verursachen': bat nà brôd rket, dat grüggelt nitt sprichwörtl. Woeste 86b; grugeln einen grauelig machen, ihn einängstigen Frischbier 1, 251b. wie aus nd. gruwel 'horror' im nhd. ein schriftgemäszes grauel entstand, erwuchs aus grûweln nhd. graulen, in der syntakt. verwendung mit grûweln übereinstimmend: ich hab mich gegrault; Heinrich, mir grault vor dir; wenn ich dran denke, fängt mersch schon an zu graulen Müller-Fraureuth 1, 437b; sich graulen grauen empfinden Frischbier 1, 251b; auch obd.: graueln und graulen grauen, grausen Unger-Khull 304b; genaueres s. unter graulen. 33) wie in der schriftsprache tritt auch in den heutigen obd. dialecten die bedeutung 'abscheu, ekel' stärker hervor, wenn auch die andere nicht fehlt: grüwelen grauen, grausen, ekeln Staub-Tobler 2, 834 (vgl.grewelen, ein unwillen an einem ding haben, abominari Maaler 192a); es grīelet mir es dünkt mich zu viel ebd.; grəilen, grīlen ekeln, anekeln: des weib ist so drecket, es grəilet einem Fischer schwäb. 3, 811; es hat ihm gegräuelet er ist erschrocken 3, 809; mir gräuwelt (gráwlt) mich wandelt ein grauen, oder wohl auch ein zweifel an Schmeller 1, 981; daneben persönl. construction, die sich auch in gewissen md. gegenden findet: wir habent gegreulet darvor Fischer schwäb. 3, 811; Kehrein volksspr. u. volkssitte in Nassau 172 trennt von unpers. gebrauchtem graulen ein persönl. gräulen mit dem sinne 'meinend befürchten', z. b. ich gräule, dasz es regen gibt; greule fürchten Wegeler coblenz. 20; greilen (Eifeler ma. greueln) fürchten, grauen empfinden, zum greuel sein lux. ma. (1906) 153a; grewele nörgeln Autenrieth pfälz. 56; an elsäss. greuel 'unordnung, lärm' (s.gr. A 1 d) ist anzuknüpfen gräulen lärmen, toben Martin - Lienhart 1, 266a. in älterer sprache nur in spuren nachzuweisen; vom schüttelfrost: etiam signa febrium sunt rigores, dasz sie (die patienten) greulen, als wenn man einen mit einer nadel sticht, ein grewel durch gehet Paracelsus opera (1616) 1, 416. 44) selten erscheint in der schriftsprache ein transitives persönliches greueln 'greuel verüben': wie heilig ist die neue stadt, ... gar nichts gemeines geht hinein: wer greuelt, muss verbannet seyn Fischer-Tümpel 5, nr. 576, 5; ich weisz kein beispiel in der geschichte, wo ... leidenschaftlicher und regelloser gegreuelt worden sei, als in diesen tagen in Paris gegreuelt wird Lavater in br. von u. an Klopstock 349 Lappenberg; hierher vielleicht, mit abgeschwächter bedeutung: wie sich kopf, hand und hut werklich betauchet, wieget und bieget, und hauchet und stauchet, sollte diesz einem die augen nicht blenden, sehen, so greueln mit füssen und henden? W. Scherffer geist- u. weltl. ged. (1652) 410.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    greuelnvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    greueln , vb. , in mhd. zeit auftauchende ableitung vom subst. griuwel. 1 1) nur die unpersönliche wendung mir greuelt v…

  2. modern
    Dialekt
    greueln

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    greueln s. graueln .

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greuelnest

DWB

greuel·nest

greuelnest , n. : entweiche Phaeton! disz hertze kömmt ans licht, in dem der gantze Styx ... Diane lauf zurücke ob diesem greuelnest! Gryphi…

greuelnis

DWB

greuel·nis

greuelnis , n. , greuelthat: wenn ein verweis, sanft aus der liebe mund, zu solchen greuelnissen treibt H. v. Kleist Penthesilea 2734 ; schr…

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Cotta, M. (2026). „greueln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/greueln/dwb?formid=G27992
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Cotta, Marcel. „greueln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/greueln/dwb?formid=G27992. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „greueln". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/greueln/dwb?formid=G27992.
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