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gratial

nhd. bis Lex. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
3 in 3 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gratial n.

Bd. 8, Sp. 2052
gratial, n. entsprechend der neulat. bildung gratiale, im deutschen seit dem ausgehenden 17. jh. belegbar. gelegentlich in der schreibung grazial, vgl. Musäus volksmärchen 2, 111 Hempel; Jagemann (1799) 542. 1) 'vergütung, entgelt, honorar': dasz er (der arzt) sicher auf ein schönes gratial rechnen könnte Thümmel reise (1791) 7, 21; beide (buchhändler) meinen auch, dasz jetzt zwei louisdor schon ein ansehnliches gratial sei Görres ges. br. (1858) 2, 511; der papierformen-schneider, welcher Leibgebern silhouettirte, und statt des erhofften gratials mit gleichem schwarzbildnis, mit seinem eignen, ... beschenkt wurde Gaudy s. w. (1844) 24, 88. im frühesten beleg, im zusammenhang eines bildes, geradezu soviel wie 'zinsen': das leben, das du hast, ist nur ein capital, der himmel, der es lehnt, verlangt ein gratial. die seelen werden nur auf zinsen angelegt, je mehr man kinder hat, je mehr man zinsen trägt Hoffmannswaldau u. a. Deutschen ged. (1697) 6, 18. 2) 'dankgeschenk, erkenntlichkeit, dank': gevatter-essen ... heisset diejenige gasterey oder mahlzeit, so der kindtauffen-vater nebst seiner frau, an etlichen orten, wo man keine gevatterstücken (marzipan, backwerk) herum schicket, denen gevattern, so das neugebohrne kindlein aus der tauffe gehoben, statt des gratials giebet Amaranthes frauenz.-lex. 666; und weil zu ihrer quaal in magen nichts mehr ging, liesz ich zum gratial, von meinem hofchirurg sie insgesamt clystiren spukereien d. teufels (1788) 19; gratial ... ein dankgeschenk, eine belohnung, erkenntlichkeit, auch spöttisch: zum gratial noch vorwürfe bekommen Heinsius wb. d. dt. spr. (1818) 2, 522a; ein poetisches [] genie, ... welches sich im Erbherzog festkneipte, und welches wir honoratioren von Bützow vermittelst einer kollekte auslöseten und weiter spedierten, hat uns diesen vers ... als gratial zurückgelassen (1869) W. Raabe s. w. I 6, 350. 3) 'trinkgeld': dasz der bibliotheksdiener jeden morgen um 9 uhr zu mir käme, die früher empfangenen bücher abholte und meine neuern zettel empfinge. ich will bey meiner abreise (von Jena) recht gern diese bemühung mit einem kleinen gratial anerkennen Göthe IV 20, 326 W.; gratial eine erkenntlichkeitsbezeichnung. man sagt auch eine erkenntlichkeit schlechtweg; und in bezug auf geringe leute trinkgeld und biergeld Campe verdeutschungswb. (1801) 389. —
2361 Zeichen · 48 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gratialn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gratial , n. entsprechend der neulat. bildung gratiale, im deutschen seit dem ausgehenden 17. jh. belegbar. gelegentlich…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gratial

    Goethe-Wörterbuch

    Gratial kleines (Geld-)Geschenk, auch ‘mäßiges, billiges G.’ a von eher symbol Charakter Abgeordneter mit gedachtem Gesc…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gratiāl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gratiāl (neulat.), Geschenk, Trinkgeld.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gratial

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

gratial‑ als Erstglied (3 von 3)

gratialdorf

DWB

gratial·dorf

gratialdorf , n. : 'gratialgüter und gratialdörfer sind solche güter und dörfer im Ermlande und in Westpreuszen, welche eigentlich zu den do…

gratialgut

DWB

gratial·gut

gratialgut , n. , s. das vorige. dazu: wer aber beschreibt nun die grosze freude auf dem gratialgute ( des klosters ) Eichendorff s. w. (186…

gratialis

MLW

gratia·lis

* gratialis , -e. ad gratiam pertinens, gratia donatus – gnadenhaft, aus Gnade gewährt : MLW Gerhoh. tract. p. 281,2 quae (data optima) lice…

Ableitungen von gratial (1 von 1)

Gratiale

Herder

Gratiale , lat., das Geschenk eines Höheren an einen Untergeordneten.