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graff

Lex. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Graff

Bd. 8, Sp. 212
Graff. 1) Anton, Maler, geb. 18. Nov. 1736 in Winterthur, gest. 22. Juni 18) 3 in Dresden, bildete sich bei J. Ulrich Schellenberg in seiner Vaterstadt und ließ sich dann in Augsburg nieder, wo er sich mit dem Kupferstecher Bause verband. Nach zeitweiligem Aufenthalt in München und Regensburg wurde er nach Dresden berufen und dort 1766 zum Hofmaler ernannt. Nach einem von ihm selbst aufgesetzten Verzeichnis seiner Werke malte er 297 Porträte, 943 Originalgemälde und 415 Kopien, wozu noch 322 Zeichnungen mit Silberstift, mehrere Landschaften alla prima in Öl und 3 radierte Blätter kommen. Seine künstlerische Bedeutung liegt nicht in seinen Kompositionen historischen und allegorischen Inhalts, die vergessen sind, sondern in seinen Bildnissen. Er hatte das Glück, die erlauchtesten Geister seiner Zeit zu porträtieren, von denen er uns lebendige, charaktervoll aufgefaßte, von keinem Zeitgeschmack befangene und naturgetreue Abbilder hinterlassen hat, so daß men ihn mit Recht den »Porträtmaler unsrer Klassiker« nennt. Er malte unter andern: Lessing, Herder, Gellert, Hagedorn, Weiße, Schiller, Tiedge, Sulzer, Gluck. Die Dresdener Galerie besitzt 17, das Museum in Leipzig 8 Bildnisse von ihm. Vgl. Muther, Anton G. (Leipz. 1881); Vogel, Anton G. (mit 60 Tafeln, das. 1898). Bildnisse Graffs, mit Text von O. Waser, gab der Kunstverein in Winterthur heraus (40 Tafeln, Leipz. 1903). – Sein Sohn Karl Anton, Landschaftsmaler, geb. 1774 in Dresden, Schüler von Zingg, bereiste die Schweiz und Italien, kehrte nach sechsjährigem Aufenthalt in Rom nach Dresden zurück und starb 9. März 1832. In seinen Gemälden sind besonders die verschiedenen Wirkungen des Lichtes gut wiedergegeben. 2) Johann Jakob, Schauspieler, geb. 23. Sept. 1768 in Georgenthal bei Kolmar, gest. 20. März 1848 in Weimar, studierte anfangs in Straßburg Theologie, wandte sich dann der Schauspielkunst zu und debütierte 1789 in Köln als Cassio (im »Othello«). Nachdem er in der Bossaschen Gesellschaft in zahlreichen Städten Süddeutschlands gespielt hatte, erhielt er 1793 Engagement an der Hofbühne in Weimar, der er seitdem bis 1841 angehörte. G., auf dessen schauspielerische Entwickelung Goethe und Schiller großen Einfluß hatten, leistete in ernsten und heitern Rollen Ausgezeichnetes und war namentlich als erster Darsteller vieler klassischer Rollen bemerkenswert. Seine Hauptleistungen waren. Götz, Alba, Odoardo, König Philipp, Wallenstein etc. 3) Eberhard Gottlieb, Sprachforscher, geb. 10. März 1780 in Elbing in Preußen, gest. 18. Okt. 1841 su Berlin, studierte in Königsberg, kam 1810 als Regierungs- und Schulrat nach Marienwerder, 1814 in gleicher Eigenschaft nach Arnsberg, dann nach Koblenz. Seit 1820 aus seinem bisherigen Wirkungskreis geschieden, wurde er 1824 Professor der deutschen Sprache an der Universität zu Königsberg und richtete nun seine Aufmerksamkeit vornehmlich auf die Erforschung der althochdeutschen Sprache und Literatur, in deren Interesse er 1825–27 eine Reise nach Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Italien machte. Seit 1830 lebte er in Berlin. Sein Hauptwerk ist der »Althochdeutsche Sprachschatz« (Berl. 1835 bis 1843, 6 Bde.), zu dem Maßmann einen alphabetischen Index (das. 1846) lieferte. Außerdem gab G. heraus: »Diutiska, Denkmäler deutscher Sprache und Literatur aus alten Handschriften« (Stuttg. 1826 bis 1829, 3 Bde.); »Otfrieds Evangelienharmonie« (Königsb. 1831); »Deutsche Interlinearversionen der Psalmen aus Handschriften des 12. und 13. Jahrhunderts« (Quedlinb. 1838) u. a. 4) Karl, Architekt, geb. 4. Mai 1844 zu Grabow in Mecklenburg, erhielt den ersten Unterricht im Baufach durch seinen Oheim, Hofbaurat Demmler in Schwerin, bildete sich dann weiter auf dem Polytechnikum in Hannover und der Bauakademie in Berlin und begab sich 1870 nach Wien, wo er anfangs von van der Nüll bei dem Bau des neuen Opernhauses, sodann von Hasenauer bei der Ausführung der Bauten für die Weltausstellung beschäftigt wurde. 1874 wurde er nach Dresden berufen, wo er die Kunstgewerbeschule organisierte, als deren Direktor er gegenwärtig fungiert. G. hat auch zahlreiche Entwürfe für das Kunstgewerbe geliefert.
4143 Zeichen · 65 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Graff

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Graff , Anton, geb. 1736 zu Winterthur, gest. 1813 zu Dresden als königl. Hofmaler, sehr fleißiger u. talentvoller Portr…

  2. modern
    Dialekt
    Graff

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Graff s. Griff.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graff

35 Bildungen · 31 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

graff‑ als Erstglied (30 von 31)

Graffage

Herder

graff·age

Graffage (frz. —ahsch), das Bedrucken der Zeuge mit heißen Platten.

Graffbier

MeckWB

graff·bier

Wossidia Graffbier n. Leichenschmaus zur Stärkung der Lebenden und zur Ehre des Toten Ro Rostock@Klockenhagen Klock ; 'das Grabbier, bei wel…

graffei

DWB

graf·fei

graffei , n. , bezeichnung der pflanze doronicum pardalianches L. ' kriechende gemswurz ': graffoy (1542) Diefenbach gl. 190 c ; gemsenwurtz…

graffel

DWB

graf·fel

graffel , f. , nach herkunft und bedeutung unsicher, mit beziehung auf einen teil einer aus erde aufgeworfenen brustwehr: bei auffwerffung d…

graffelen

KöblerMhd

graff·elen

graffelen , sw. V. nhd. grapschen E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Hennig (graffeln)

Graffelmannli

Idiotikon

Graffelmannli Band 4, Spalte 258 Graffelmannli 4,258

graffelwerk

DWB

graffel·werk

graffelwerk , n. , gerümpel, wertlose dinge, plunder. das bestimmungswort graffel ist verkürzt aus dem gleichbedeutenden geraffel, geräffel …

graffen

RhWB

graffen -āf- nur vereinzelt Daun-Üdersd , Sieg-Ägid , Waldbr-Wildbg schw.: raffen, hastig zugreifen, auffangen. — Abl.: die Graferei, dat Ge…

*grafferius

MLW

graff·er·ius

* grafferius , -i m. (cf. ital. graffiere; v. Battaglia, Dizionario. VI. p. 1022) scriba – Schreiber : MLW Acta imp. Winkelm. I 991 p. 743,5…

Graffgewölw

MeckWBN

Wossidia Graffgewölw n. Grabgewölbe S. Neum. Volksm. 270.

Graffiāto

Meyers

Graffiāto (ital.), Dekoration von Tonwaren, die darin besteht, daß man das Stück durch Auguß mit einer Farbenschicht bedeckt, in diese das O…

graffier

DWB

graf·fier

graffier , m. , schreiber; schon älter für das seit dem anfang des 18. jhs. bezeugte greffier teil 4, 1, 6, sp. 4, im anschlusz an mlt. grap…

Graffigny

Herder

Graffigny (Graffinjih), Françoise, geb. d'Issembourg-d'Apponcourt, Madame de, Schriftstellerin, geb. 1694 zu Nancy, trennte sich von ihrem a…

Graffiti

Pfeifer_etym

Graffiti Plur. auf Wände, Mauern gemalte oder gesprühte Texte oder Figurationen. Ital. graffito m. bezeichnet zunächst in Stein Eingeritztes…

Graffito

Herder

Graffito , ital., Freskomalerei, wo auf schwarzgrundirter Wand Weiß aufgetragen und auf dieses die Zeichnung gebracht wird; auf den Contoure…

Graffleⁿ

Idiotikon

Graffleⁿ Band 2, Spalte 708 Graffleⁿ 2,708

grafflig

Idiotikon

grafflig Band 2, Spalte 708 grafflig 2,708

Graffoy

Idiotikon

Graffoy Band 2, Spalte 708 Graffoy 2,708

Graffstäd'

MeckWB

Wossidia Graffstäd' f. Grabstelle, auch Kirchhof Gü Güstrow@Rachow Rach ; Ma Malchin@Schorrentin Schorr .

Graffstell

MeckWBN

graff·stell

Wossidia Graffstell f. wie Graffstäd' Pa Parchim@Dobbertin Dobb .

graff als Zweitglied (4 von 4)

Hünengraff

MeckWB

huene·n·graff

Wossidia Hünengraff n. Hünengrab Gü Güstrow@Tarnow Tarn ; dat Hünengraff is ut oll Tiden, as de Hünen hier noch husiert hebben Sta Stargard@…

Kopgraff

MeckWB

kop·graff

Wossidia Kopgraff n. durch Kauf erworbene Erbbegräbnisstelle Ro Rostock@Kessin Kess .

Marggraff

Herder

marg·graff

Marggraff , Rudolf, geb. 1805 zu Züllichau, seit 1839 Herausgeber der Münchener Jahrbücher für bildende Kunst, war 1842—55 Professor an der …