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graff

Lex. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Graff Pl.

Bd. 3, Sp. 249
Wossidia Graff Pl. Gräwer n. Grab: 'erlike to grave brynghen' (Ro 1391) UB. 22, 87; tau Graw kamen beerdigt werden RoRostock@DoberanDob; ick heff em to Graw hulpen habe an seiner Beerdigung teilgenommen StaStargard@StrelitzStrel; der langsam Fahrende fährt, as wenn he tau Graw führt Ha Hagenow@WittenburgWitt; ein sehr alter oder durch Krankheit vom Tode gezeichneter Mensch steiht all mit einen Faut int Graff RoRostock@DierhagenDierh; s. Buurd1 (2, 176); biten (1, 898); über die Rda. mi löppt de Dod œwer 't Graff, s. Dod I (2, 348); dat Hillige Graff das Grab Christi; falsche Sicherheit drückt aus: he ded', as wir dat heilig Graff woll verwohrt Ro; un 't let nu so, as wir dat heilige Graww woll verwohrt Reut. 6, 351; vgl. Gry. Lb. 2, O 3a; Heilig Graff Wadenzug StaStargard@WesenbergWes; in Fronleichnamskapellen als Opferstätte, in welche die Gemeinde ihre Almosen legte, ein Vergleich zwischen dem Landesherrn und dem Domkapitel regelt die Verwendung dieser Einkünfte: 'wat over na desme daghe mer gheoffert wert in der sulven capellen ..., dat si in blocken, in dat graf, uppe de tafelen, oder wor dat anders up si, ..., in all dessen dinghen scolen de domherrn hebben dat drudden del' (Gü 1332) UB. 8, 323. Brauch und Glaube: die acht jüngsten Meister des Tuchmacheramtes in WaWaren@MalchowMalch[] waren verpflichtet, die Leichen aus der Familie eines Amtsmeisters auf den Leichenwagen zu setzen und in die Gruft zu senken; mit einer Leiche, die zu Grabe getragen wird, dürfen keine Nebenwege eingeschlagen werden Bartsch 2, 97; die Schaufeln und Spaten, mit welchen das Grab zugeschüttet wurde, werden kreuzweise auf das Grab gelegt 98; noch um 1520 war es in WaWaren@JabelJab üblich, nach der Beerdigung die Toten zu besingen und zu betanzen und die Gräber mit Getränk zu benetzen Franck Meckl. 1, 126; die Töpfe, mit welchen die Landleute die Kränze auf den Gräbern zu bedecken pflegten, mußten ungebraucht sein Bartsch 2, 98; nach einem alten Volksglauben begibt sich der Sterbende in der Nacht vor seinem Tode oder auch drei Tage vorher auf den Kirchhof, um sich sein Grab auszusuchen 88; nach einer Überlieferung wandern die Geister derjenigen, die im neuen Jahr sterben müssen, in der Silvesternacht Hand in Hand auf den Kirchhof, um ihre künftigen Grabstätten zu besichtigen 238; der Grabschmuck ist Eigentum des Toten: stehen auf einem Grabe beim Leichenstein Karthäusernelken, so hört man, sobald man eine der Blumen abpflückt und dann den Kopf auf den Grabhügel legt, ein dumpfes, dreimaliges Klopfen in der Erde 98; drei Nelken wachsen aus dem Grabe der unschuldig Verurteilten Wo. Sag. 2, 391; ähnl. Bartsch 1, 110; über Blumen, welche den Tränen, die auf dem Grabe vergossen werden, entsprießen, s. Blaum (1, 935); dem Meineidigen wächst die Schwurhand aus dem Grabe Bartsch 1, 450; ebenso dem Knaben, der nach seiner Mutter geschlagen hat 459; auf das Grab des Handwerksburschen, der an einem Landwege bei StaStargard@FriedlandFriedl erschlagen und begraben wurde, warfen die vorübergehenden Landleute einen Strauch, ein Stückchen Rasen oder einen Stein, damit der Geist des Erschlagenen, der hier nicht in geweihter Erde liegt, Ruhe habe 456; wie alle mit dem Tode verwandten Dinge, spielt auch das Grab im Heilzauber eine Rolle: um von der Gicht befreit zu werden, geht man zu dem letzten frischen Grab, nimmt stillschweigend von der Erde, erhitzt sie am Feuer, steckt sie in einen reinen leinenen Beutel, trägt diesen so lange auf dem betroffenen Glied, bis der Schmerz verschwunden ist, und vergräbt dann Erde und Beutel stillschweigend an einem dunklen Ort Bartsch 2, 110; wenn die Schweine nicht ordentlich fressen wollen, nimmt man abends nach Sonnenuntergang eine Hand voll Erde vom Grabe des zuletzt Gestorbenen und legt sie unter den Schweinetrog 157. Zss.: Hünen-, Kopgraff; Syn. Kul. Mnd. graf n. Br. Wb. 2, 539; Dä. 159b; Kü. 1, 602; Me. 2, 463; Schu. 21; Teu. 1, 83.
3955 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Graff

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Graff , Anton, geb. 1736 zu Winterthur, gest. 1813 zu Dresden als königl. Hofmaler, sehr fleißiger u. talentvoller Portr…

  2. modern
    Dialekt
    Graff

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Graff s. Griff.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graff

35 Bildungen · 31 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

graff‑ als Erstglied (30 von 31)

Graffage

Herder

graff·age

Graffage (frz. —ahsch), das Bedrucken der Zeuge mit heißen Platten.

Graffbier

MeckWB

graff·bier

Wossidia Graffbier n. Leichenschmaus zur Stärkung der Lebenden und zur Ehre des Toten Ro Rostock@Klockenhagen Klock ; 'das Grabbier, bei wel…

graffei

DWB

graf·fei

graffei , n. , bezeichnung der pflanze doronicum pardalianches L. ' kriechende gemswurz ': graffoy (1542) Diefenbach gl. 190 c ; gemsenwurtz…

graffel

DWB

graf·fel

graffel , f. , nach herkunft und bedeutung unsicher, mit beziehung auf einen teil einer aus erde aufgeworfenen brustwehr: bei auffwerffung d…

graffelen

KöblerMhd

graff·elen

graffelen , sw. V. nhd. grapschen E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Hennig (graffeln)

Graffelmannli

Idiotikon

Graffelmannli Band 4, Spalte 258 Graffelmannli 4,258

graffelwerk

DWB

graffel·werk

graffelwerk , n. , gerümpel, wertlose dinge, plunder. das bestimmungswort graffel ist verkürzt aus dem gleichbedeutenden geraffel, geräffel …

graffen

RhWB

graffen -āf- nur vereinzelt Daun-Üdersd , Sieg-Ägid , Waldbr-Wildbg schw.: raffen, hastig zugreifen, auffangen. — Abl.: die Graferei, dat Ge…

*grafferius

MLW

graff·er·ius

* grafferius , -i m. (cf. ital. graffiere; v. Battaglia, Dizionario. VI. p. 1022) scriba – Schreiber : MLW Acta imp. Winkelm. I 991 p. 743,5…

Graffgewölw

MeckWBN

Wossidia Graffgewölw n. Grabgewölbe S. Neum. Volksm. 270.

Graffiāto

Meyers

Graffiāto (ital.), Dekoration von Tonwaren, die darin besteht, daß man das Stück durch Auguß mit einer Farbenschicht bedeckt, in diese das O…

graffier

DWB

graf·fier

graffier , m. , schreiber; schon älter für das seit dem anfang des 18. jhs. bezeugte greffier teil 4, 1, 6, sp. 4, im anschlusz an mlt. grap…

Graffigny

Herder

Graffigny (Graffinjih), Françoise, geb. d'Issembourg-d'Apponcourt, Madame de, Schriftstellerin, geb. 1694 zu Nancy, trennte sich von ihrem a…

Graffiti

Pfeifer_etym

Graffiti Plur. auf Wände, Mauern gemalte oder gesprühte Texte oder Figurationen. Ital. graffito m. bezeichnet zunächst in Stein Eingeritztes…

Graffito

Herder

Graffito , ital., Freskomalerei, wo auf schwarzgrundirter Wand Weiß aufgetragen und auf dieses die Zeichnung gebracht wird; auf den Contoure…

Graffleⁿ

Idiotikon

Graffleⁿ Band 2, Spalte 708 Graffleⁿ 2,708

grafflig

Idiotikon

grafflig Band 2, Spalte 708 grafflig 2,708

Graffoy

Idiotikon

Graffoy Band 2, Spalte 708 Graffoy 2,708

Graffstäd'

MeckWB

Wossidia Graffstäd' f. Grabstelle, auch Kirchhof Gü Güstrow@Rachow Rach ; Ma Malchin@Schorrentin Schorr .

Graffstell

MeckWBN

graff·stell

Wossidia Graffstell f. wie Graffstäd' Pa Parchim@Dobbertin Dobb .

graff als Zweitglied (4 von 4)

Hünengraff

MeckWB

huene·n·graff

Wossidia Hünengraff n. Hünengrab Gü Güstrow@Tarnow Tarn ; dat Hünengraff is ut oll Tiden, as de Hünen hier noch husiert hebben Sta Stargard@…

Kopgraff

MeckWB

kop·graff

Wossidia Kopgraff n. durch Kauf erworbene Erbbegräbnisstelle Ro Rostock@Kessin Kess .

Marggraff

Herder

marg·graff

Marggraff , Rudolf, geb. 1805 zu Züllichau, seit 1839 Herausgeber der Münchener Jahrbücher für bildende Kunst, war 1842—55 Professor an der …