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grabeisen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grabeisen n.

Bd. 8, Sp. 1543
grabeisen, n. , bezeichnung verschiedener instrumente zum graben, schneiden oder gravieren, zu graben, vb. (s. d.).; seit dem 12. jh. bezeugt. bildungen mit fugenvokal finden sich selten: grabe ysen (md. 1476) Diefenbach nov. gl. 276a; grabeeisen Grosser anleit. z. d. landtwirtsch. (1591) G 4a; (1615) cod. dipl. Siles. 4, 232. in frühen, meist nd. und md. quellen auch grab-, grafîsarn u. ä.; z. b. grafisarn kl. as. sprachdenkm. 95b Wadstein; ebda 96b u. ö.; runcina graueysern (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 504a; sarculus grabeysern (md. 15. jh.) ebda 512c; -yseren (nd. 1420) ebda; graffisern Golius onomast. (1585) 241; grabeisern Dapper Africa (1670) 364a. 11) als meiszel, stichel oder messer für verschiedene zwecke; vgl. graben, vb. E 1. kaum über das ältere nhd. hinaus gebräuchlich. in der frühesten bezeugung für scalpellum grafisarn kl. as. sprachdenkm. 95b Wadstein; ebda 96b; grafisanr ebda 105b. jünger noch von einem rebmesser: von der gestalt des reb messers ... das grab ysen, das darnach krum ist, wiert geheissen der nabel (d. h. wohl schnabel: scalprum quod deinde aduncum est, rostrum appellatur) Österreicher Columella de re rustica 1, 269 lit. ver. vgl.: marra, instrumentum ferreum, quo exciduntur herbae ein grabeisen Faber thes. (1587) 484a; tornus, instrumentum fabrile ein dreheisen, grabeisen ebda 874b. glossierungen mit scalprum können auf ein messerförmiges instrument zielen, aber auch den grabstichel meinen, s. Diefenbach gl. 515c; Henisch thes. (1616) 1719; Steinbach dt. wb. (1734) 1, 333. sonst häufig für den meiszel und grabstichel verschiedenster form (vgl. grabstichel): a cęlo grashisarn (l. grafhisarn) kl. as. sprachdenkm. 74a Wadstein; sculptile grabisen (obd. 12. jh.) ahd. gl. 1, 650, 35 St.-S.; celium grabeysen (obd. 15. jh.) Diefenbach gl. 111a; celtes grab ysen (obd. 15. jh.) ders., nov. gl. 83b; caelum grabeisen Golius onomast. (1585) 207; caelum ... das grabeisen, damit v. g. ein siegelgrAeber auszsticht Corvinus fons lat. (1646) 127; grabeisen derer, so in metall graben cæstrum, ferrum sculptorum acuminatum Frisch t.-lat. (1741) 363b. auch literarisch: ungemach ist dem guoten menschen als diu vîle dem îsen: diu nimt im den rost abe; und als daz grabîsen dem goltvazze: daz machet ez lieht unde glanz dt. myst. 1, 346, 15 Pfeiffer; die alten haben theils in stein geschrieben, als der hammer und das grabeisen feder und dinte gewesen Happel relationes cur. (1685) 2, 184a. jünger nur in gehobener sprache: dasz sein bildnisz nicht anderst, als durch ... das grabeisen eines Lyssipus der ... nachwelt überliefert werde dt. museum (1812) 1, 269 Fr. Schlegel. in der druckersprache auch 'ein gegossener buchstabe, zum drucken' Täubel buchdruckerk. (1805) anh. 32. 22) in der verwendung für den spaten und ähnliche werkzeuge, wofür häufiger grabscheit (s. d.). wenn auch nicht weit verbreitet, so doch mit längerer lebensdauer als in der anwendung unter 1; vgl. vango eyn grab ysen (1420) Diefenbach nov. gl. 376b; pala grabe ysen (md. 1476) ebda 276a; fossile grab-ysen (obd. 1486) ebda 180b; sarculus grab- vel nopyseren (nd. 1420) ders., gl. 512c; fossorium grabysen (md. 15. jh.) ebda 244c; grabeisen bipalium Stieler stammb. (1691) 373; Steinbach dt. wb. (1734) 1, 333: man schirret aben ein wenig erde mit dem grabeeisen hinweg, und rewmet zu den stOecken Grosser anleitung z. d. landtwirtsch. (1591) G 4a; so dann kan man es (das erdreich) etwas düngen, und damit zum drittenmahl mit dem grabeisen oder spate umstechen Schröter hauszverwalter (1712) 26; strichen sich die arbeiter rastend über die stirne, klangen silbern die grabeisen rumänischer soldaten aus den tälern herauf Zillich zw. grenzen u. zeiten (1936) 402. —
3775 Zeichen · 136 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grabeisen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Grabeisen , des -s, plur. ut nom. sing. 1) S. Adelung Grabscheit . 2) S. Grabstichel.

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Komposita & Ableitungen mit grabeisen

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Zerlegung von grabeisen 2 Komponenten

grabe+isen

grabeisen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grabeisen‑ als Erstglied (1 von 1)

grabeisenamt

DWB

grabeisen·amt

grabeisenamt , n. , das amt des siegelgräbers, vgl. grabeisen 1: unnser herren von Sachsen haben meister Fabian goltsmyde ... das grabeyszen…

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Cotta, M. (2026). „grabeisen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grabeisen/dwb?formid=G24575
MLA
Cotta, Marcel. „grabeisen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grabeisen/dwb?formid=G24575. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grabeisen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grabeisen/dwb?formid=G24575.
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