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Glückspilz

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Glückspilz

Glückspilz

Glück n. ‘zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal, Gemütszustand innerer Befriedigung’, mhd. g(e)lücke, mnd. (ge)lükke, mnl. (ghe)lucke, (ge)luc, nl. geluk; entlehnt aus dem Mnd. sind afries. lukk, mengl. luk(e), engl. luck, anord. lukka, lykka, schwed. lycka. Mhd. g(e)lücke ist erstmals in der frühhöfischen Dichtung (1160) bezeugt und verbreitet sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur vom Rhein aus über das dt. Sprachgebiet. Es bedeutet anfangs ‘Schicksal, Geschick, Ausgang eines Geschehens oder einer Angelegenheit (sowohl zum Guten als auch zum Bösen)’ und tritt als Schicksalsbegriff in Konkurrenz mit mhd. sælde und heil (s. selig und Heil), den älteren Ausdrücken für ‘Segen, Heil, Glück’. Aus dem engeren Gebrauch im Sinne von ‘günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick’ entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten ‘Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude’. Im 14. Jh. nimmt Glück auch die Bedeutung von ‘Beruf, Lebensunterhalt’ an. Die Herkunft des erst relativ spät auftretenden Wortes ist nicht geklärt. Verschiedene, jedoch sämtlich nicht befriedigende Herleitungsversuche sind zusammengestellt in ¹DWB 4, 1, 5, 226 f. glücken Vb. ‘gelingen, nach Wunsch ablaufen’, mhd. g(e)lücken, zum Substantiv gebildet; im Mhd. nur selten, erst in nhd. Zeit sich ausbreitend. beglücken Vb. ‘glücklich machen, erfreuen’ (Anfang 17. Jh.). glücklich Adj. ‘vom Glück begünstigt, erfolgreich, zufrieden, vorteilhaft, günstig’, mhd. gelückelich ‘vom Zufall, vom Schicksal abhängig, günstig’. Unglück n. ‘verhängnisvolles Ereignis, schweres Mißgeschick, Schicksalsschlag, Pech’, mhd. ung(e)lücke. unglücklich Adj. ‘traurig, niedergeschlagen, bedrückt, verhängnisvoll’ (15. Jh.). verunglücken Vb. ‘einen Unfall erleiden, mißlingen, mißraten’ (17. Jh.). glückselig Adj. ‘sehr glücklich, überglücklich’, mhd. gelücksælec. Glückseligkeit f., spätmhd. gelücksælecheit. Glückskind n. ‘vom Glück Begünstigter, wem alles gelingt’ (16. Jh.), vielleicht nach lat. fortunae filius. Glückspilz m. zunächst im Sinne von ‘Emporkömmling, Parvenü’ (2. Hälfte 18. Jh.), eigentlich ‘wer wie ein Pilz plötzlich aus dem Nichts aufschießt’ (vielleicht unter Einfluß von engl. mushroom, das sowohl ‘Pilz’ wie auch ‘Emporkömmling’ bedeutet); von der 2. Hälfte des 19. Jhs. an gleichbed. mit Glückskind. Glücksrad n. Sinnbild für die Veränderlichkeit des Glücks, auch ‘das sich drehende Rad bei Verlosungen und bestimmten Glücksspielen’, mhd. des gelückes rat, auch gelückrat, später glükrad (14. Jh.), seit dem 17. Jh. Glücksrad, seltener Glückrad. Glücksritter m. ‘wer sich in seinem Handeln sorglos auf sein Glück verläßt’, auch abschätzig ‘Abenteurer’ (2. Hälfte 18. Jh.), zunächst auf mittelalterliche Verhältnisse bezogen ‘Ritter, der auf Glück auszieht’.
2819 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GlückspilzDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Der Glückspilz , des — es, Mz. die — e , uneigentlich ein Mensch, der ein schnelles unvermuthetes Glück macht, der im …

  2. Sprichwörter
    Glückspilz

    Wander (Sprichwörter)

    Glückspilz Es ist ein Glückspilz. »Er hat das Unglück, überall Glück zu haben, wo die grössten Männer der Welt Unglück h…

  3. Spezial
    Glückspilz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glücks|pilz m. (-[e]s,-e) fortuné(-nada) m.(f.) , porsona fortunada f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glueckspilz

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von glueckspilz 2 Komponenten

glucks+pilz

glueckspilz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glueckspilz‑ als Erstglied (1 von 1)

glückspilzchen

DWB

glueckspilz·chen

glückspilzchen , n. , dasselbe wie glückspilz 2: die meisten ... sagten mir, dasz ich ein glückspilzchen sei M. v. Ebner-Eschenbach ges. sch…

Ableitungen von glueckspilz (1 von 1)

unglückspilz

DWB

-pilz (du warst ein u.) Freytag 7, 500 , s. glückspilz,

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „glueckspilz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „glueckspilz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „glueckspilz". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/pfeifer_etym.
BibTeX
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