lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

glückspilz

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
3
Verweise raus
2

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glückspilz m.

Bd. 8, Sp. 384
glückspilz, m. , vom glück begünstigter. 11) wer wie ein pilz plötzlich aus dem nichts aufschieszt, emporkömmling, parvenü; zunächst also mit stark abträglicher bedeutung, die bis in die mitte des 19. jh., nur selten darüber hinaus, vorherrscht. das wort wie verwandte bilder zuerst (doch sieh unten glücksschwämmlein schon im 17. jh.) bei kennern des englischen, daher, wie Götze (s. Kluge-Götze etym. wb. 11211a) annimmt, wohl unter einflusz von engl. mushroom 'pilz, emporkömmling' gebildet, vgl. beyspiele ..., mit wie weniger mühe und verdiensten leute, die wie pilze aus mist aufgeschossen waren, ihr glück in der welt gemacht hatten Wieland Lucian (1788) 3, 271 (in den anm.); noch nicht bei Adelung (1796) und bei Campe verdeutschungswb. (11801), zu dessen stichwort parvenu Heinze in seiner rezension erklärt: so bringe ich doch auch ... die scherzbenennung glückspilz zu markt, s. Campe verdeutschungswb. (21813) 462b u. wb. (1807) 2, 409a, wo zugleich unter glückssohn glückspilz als 'der gemeinen sprechart' angehörig bezeichnet wird: ich danke gott, dasz bisher noch keins meiner kinder so gröblich ist beleidigt worden. erlauben sie mir, ihnen zu sagen, sir, dasz meine tochter keiner von jenen glücksbilzen ist (was no upstart), ohne freunde und erziehung, sondern ein wohlerzognes junges mädchen und von bessrer geburt als die meisten gentlemanstöchter im königreiche W. C. S. Mylius Smollets Peregrine Pickle (1785) 3, 264; aber wie viele ganz andere männer, als ich bin, bleiben im dunkeln und sehen sich von unverschämten glückspilzen verdrängt Schiller 14, 192 G. (der parasit [1803]); diese reichen, diese glückspilze, welche allein den vortheil von der revolution gezogen haben E. M. Arndt reisen durch e. theil Teutschlands (1801) 5, 27; die schnelle bereicherung einzelner länderdiebe und glückspilze ders., geist d. zeit 2 (1807) 98; der achselblickende junge glückspilz Mörike 22, 32 Maync; und wie verschieden die gewinnsucht das wesen ihrer sklaven formte! da war der prahlerische geschäftsmann ... und wieder der ungeschliffene, hochfahrende glückspilz, hart gegen untergebene ... und doch gesucht und mit knechtssinn bedient G. Freytag ges. w. (1886) 22, 371; infolge des abträglichen nebensinns des unreellen, der gewissenlosen ausnutzung günstiger konjunktur auch als schimpfwort, s. Pansner schimpfwb. (1839) 23b; gern an das ursprüngliche bild anknüpfend: (die herrschende selbstsucht) und zwar nicht nur bey einigen glückspilzen, die darin aufgeschossen Pestalozzi verm. schr. (1819) 9, 111; jene frechen glückspilze ... die im verderben der letzten zeiten aufgeschossen Görres ges. schr. (1854) 5, 252; (Napoleons verwandte) zum gröszten theil glückspilze, die neben den ... fuszstapfen des kaisers aufgeschossen waren Gutzkow ges. w. (1872) 9, 3. in vermischung mit der redensart wie ein pilz aufschieszen (s. teil 7, 1857): eine einzige, die ... ihrem von gott gesetzten kreise den rücken gekehrt hatte, seitdem sie über nacht wie ein glückspilz zur braut und nutznieszerin eines hochfliegenden patrons emporgeschossen war, die sich in die reihen des adels gedrängt ... hatte L. v. Francois Reckenburgerin (1873) 165, s. auch glücksschwamm, -schwämmlein. 22) seit der zweiten hälfte des 19. jh. fast nur noch in dem harmlosen sinn 'glückskind, jemand, der immer oder in einem besonderen einzelfalle glück hat': monarchen thun daher manchmal wohl, glückspilzen mehr als den weisesten anzuvertrauen fürst Pückler tutti-frutti (1834) 3, 56; der glückspilz, welcher sich mehr als eines freundlichen blicks von dem blitzmädel rühmen darf Gaudy s. w. (1844) 9, 97; es gibt zwar auch alte glückskinder, bezeichnender glückspilze genannt Hansjacob bauernblut (1907) 127; ach Stechlin, sie sind ein glückspilz Fontane I 10, 284; von glückspilzen und pechvögeln H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 207; wie ich ... darüber nachdenke, was ich für ein glückspilz bin, da klopft es an meiner tür Liller kriegszeitung 6. auslese (1917) 38.
4009 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GlückspilzDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Der Glückspilz , des — es, Mz. die — e , uneigentlich ein Mensch, der ein schnelles unvermuthetes Glück macht, der im …

  2. Sprichwörter
    Glückspilz

    Wander (Sprichwörter)

    Glückspilz Es ist ein Glückspilz. »Er hat das Unglück, überall Glück zu haben, wo die grössten Männer der Welt Unglück h…

  3. Spezial
    Glückspilz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glücks|pilz m. (-[e]s,-e) fortuné(-nada) m.(f.) , porsona fortunada f.

Verweisungsnetz

8 Knoten, 4 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 3 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glueckspilz

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von glueckspilz 2 Komponenten

glucks+pilz

glueckspilz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glueckspilz‑ als Erstglied (1 von 1)

glückspilzchen

DWB

glueckspilz·chen

glückspilzchen , n. , dasselbe wie glückspilz 2: die meisten ... sagten mir, dasz ich ein glückspilzchen sei M. v. Ebner-Eschenbach ges. sch…

Ableitungen von glueckspilz (1 von 1)

unglückspilz

DWB

-pilz (du warst ein u.) Freytag 7, 500 , s. glückspilz,

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „glueckspilz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/dwb?formid=G20587
MLA
Cotta, Marcel. „glueckspilz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/dwb?formid=G20587. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „glueckspilz". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/dwb?formid=G20587.
BibTeX
@misc{lautwandel_glueckspilz_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„glueckspilz"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/glueckspilz/dwb?formid=G20587},
  urldate      = {2026-05-12},
}