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glösen

mnd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glösen vb.

Bd. 8, Sp. 208
glosen, glösen, vb. , glimmen, glänzen. mit an. glys 'was glänzt und schimmert, glanz, putz, staat', norw. glossa 'klar werden', glysja dass., schwed. dial. glossa 'glänzen, glimmen' zu einer wurzelform *glus, die auch durch ir. gluss 'licht, helligkeit' (< *ghlusto-) bezeugt wird. im gramm. wechsel mit glosen steht obd. gloren im steir. (neben gluren) 'stier dreinschauen' Unger-Khull 296b; schweiz. gloren (neben glaren) 'glänzen, schimmern' Stalder 1, 450; gloräugli 'kleine, blinzelnde, helle, verliebte augen' Staub-Tobler 1, 136 (neben glar-, glarraug); hess. glorren 'starr blicken' Vilmar 130; vgl. bair. die glorren, subst. plur. für 'augen' (neben glurren) Schmeller-Fr. 1, 976. germ. *glus ist s-erweiterung der basis ghlēu- zur grundwurzel ghel-, s. Persson beitr. z. idg. wortforschung 795; Walde-P. 1, 627; Torp 166. auch nd. gloren, glören 'glimmen' Richey 76; Mensing 2, 398; ostfries. gloren Doornkaat-Koolman 1, 642a sowie nl. gloren 'schimmern, leuchten' könnte dazu gehören, könnte aber auch altes ō enthalten und gleich neuisl. glōra 'glänzen, schimmern', norw. glôra 'glänzen, stieren' mit glaren (s. d.), glas ablauten (erweiterung *ghlēs-, *ghlōs-, *ghləs- der wurzel ghel-). — vgl. weiter glauren, gluren. schon im 13. jh. in den bedeutungen 1 'glimmen, glühen' und 2 'leuchten, glänzen' vielfach bezeugt, wobei die priorität der bedeutung 1 in dem meist durch einen vergleich an 1 anschlieszenden gebrauch 2 sichtbar wird (s. u. 2). seit dem spätmhd. zieht sich das wort aus dem literarischen gebrauch fast ganz zurück, um erst im 19. jh., meist bei obd. schriftstellern und wohl auf dialektischer grundlage, wieder sprachläufig zu werden. mundartlich ist glosen, auch in sonderbedeutungen (s. u. 4), weit verbreitet, sporadisch bezeugt im schweizerischen (neben gloren), nd. glösen (neben gloren, glören); kärnt. glousen Lexer 116; glousn Schacherl Böhmerwald 17; glusen Christa Trier. 99b. gelegentlich begegnet glossen Schoch studentenleben (1657) f 5a; Aler dict. (1727) 1, 958a. 11) 'ohne flamme brennen, glimmen, unter der asche glühen': daz viuwer uz den helmen bran rehte alsam ein glosendiu gluot Dietrichs flucht 8871 Martin; dô glostich (in der hölle) als daz eisen, so man da von siht reisen in der esse daz sinder sanct Servatius 3509 Wilhelm; wie wirds euch ankommen, im feuer walzen und sieden wie die arbes im topf und glosen wie die stein im ziegelofen Abr. a s. Clara reimb dich (1691) 137; auf glosenden kohlenmeilern Rosegger wildlinge (1906) 401; meine eingeweide kamen mir vor wie ein brennender schwamm, brennend mit still fortglimmendem feuer; ... je mehr er einschluckte, desto dicker schwoll er auf und gloste stetig weiter Ric. Huch triumphgasse (1908) 203; im ofen sieht man noch das winterfeuer halb erlöschend glimmen und glosen Schönherr erde (1909) 93; der zunder glost Loritza id. Viennense 52a. im nd. bes. 'blaken, schwelen': do hadde de broder tho grotem ungelücke van dem dacht laten glösen ein stücke Joh. Lauremberg scherzged. 22 ndr.; dat licht glöset noch Dähnert pommersche mundart 154b; de piep glöst Mensing schlesw.-holst. 2, 397. im schweizer. dagegen glosa 'vom feuer sprühen, d. h. kleine glühende kohlen mit heftigkeit um sich her verbreiten' Tobler Appenzell 226; Stalder 1, 456. bildlich von der versteckten glut der leidenschaft, des starken gefühls: da si da prinnent und glosent in der götleichen minne (14. jh.) cgm. bei Schmeller-Fr. bair. 1, 977; fangt das feir eins ohnbeschreiblichen hasses an zu glosen (1703) bei Schöpf-Hofer tirol. 196; is die frau von Stolzenthaler gar a ehmalige flamme vom herrn feldwebel und bei all zwei scheint mir, gloosts noch a bissel Anzengruber ges. w. (1890) 10, 57. 22) 'glühend leuchten, glänzen.' mhd. von gold und edelsteinen sehr geläufig: des tages glost er (der karfunkelstein) als ein glas Wirnt v. Gravenberg Wigalois 26 Pf.; meist in formelhaftem vergleich an 1 angeschlossen: des (eines edelsteins) varwe als ein zander (glühende kohle) gleste der dâ glosende lît in fiure jüng. Titurel 410; Mai und Beaflor 41 u. ö.; er hatte so einen schönen senckel in der krause, und wahre so ein schöner zahnstocher dran, er glosse doch fluchs wie lauter gold Schoch studentenleben (1657) f 5a; einen herrgott am weg ..., den hat er vergoldet, dasz er heute noch davon glost Watzlik d. alp (1923) 156. anders: drum thet ich mich des morgens rüsten gar frü vor tag, als die sunn här glöst von orient, die sternen fest sich neigten gegen occident (anfang d. 16. jhs.) welsch gattung 411 Waga; als wie die rothe rosen auf alabastern tisch im weiszen köcher glosen, so war sie gantz gefärbt W. H. v. Hohberg d. habspurg. Ottobert (1664) Q q 6b; das spanlicht glost rot auf den goldenen, schwarzen und braunen köpfen E. v. Handel-Mazzetti Jesse u. Maria (1906) 2, 185. oft von den augen: mir scheint, du trinkst, das leid ich nicht! ... dein auge glost, die nase glüht Nestroy ges. w. (1890) 5, 292; zwei wie kohlen glosende augen Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 179; vgl. Schranka Wiener dial.-lex. 60; von der glühenden farbe erhitzter gesichter: wei en glost! 'rot ist vor hitze im gesicht' rhein. wb. 2, 1277; Mareta österr. wb. 23. 33) vereinzelt als 'lugen, spähen' bei Musäus, der auch glostern und glosten in dieser bedeutung braucht: bald nachher ... errichtete ich dort jene schilfhütte, daraus im verborgenen zu bestimmter zeit nach den badegästen zu glosen volksmärch. d. Dtsch. (1782) 3, 155.
5543 Zeichen · 130 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ²glȫsenswv.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    2 glȫsen , swv. , glimmen, glühen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glösenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    glosen , glösen , vb. , glimmen, glänzen. mit an. glys ' was glänzt und schimmert, glanz, putz, staat ', norw. glossa ' …

  3. modern
    Dialekt
    glœsen

    Mecklenburgisches Wb.

    glœsen schwelen, glimmen: 'hadde ... van dem Docht laten glOesen ein stcke' Laur. Schg. 2, 222; dat Füer glAeset noch N…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gloesen

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Zerlegung von gloesen 2 Komponenten

glo+esen

gloesen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von gloesen (1 von 1)

verglœsen

MeckWB

verglœsen verglimmen, allmählich verbrennen: Mi 101 a ; de Zigarr verglœs't Sta AStrel ; ansengen: Lumpen müßten verglœs't sin (für die Füer…