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gleim

ahd. bis Lex. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gleim adj.

Bd. 7, Sp. 8284
gleim, adj., 'fest, dicht, genau', ein in bairisch-österreichischen mundarien lebendes wort, das ursprünglich wohl auch dem alemannischen nicht fremd war; vgl. Schmeller-Fr. bair. 1, 973; Unger-Khull steir. wortschatz 295; Schöpf tirol. idiot. 193; Lexer kärnt. wb. 115; Schmeller cimbr. wb. 125; Reiser sagen d. Allgäus 2, 702; vielleicht geht gleim zurück auf das im mhd. einmal bezeugte gelîme: ir munt unde ir wangen vant si im sô gelîme ligen Hartmann v. Aue Gregorius 203 Lachmann; dazu: leg das leder gleim auf daz zaichen (pestschwäre) handschr. bei Schmeller-Fr. 1, 973; das gewand liegt gleim an Schöpf a. a. o.; ähnlich von örtlicher nähe: gleim hintə 'n haus, gleim dəbey Schmeller-Fr. a. a. o.; kemen gläimb sich nähern ebda; gleim neben mir Schöpf a. a. o.; geh her, ich will dir was sagen, ganz gleim Rosegger schr. III 6, 117; als 'fest, dicht' vgl.: das brod ist gleim Schöpf a. a. o.; knedl san staə~ gleim Schmeller-Fr. a. a. o.; bisz der teyg also gleymb, dasz man den kaum von einander abbrechen und in die brot abtheilen kan Guarinonius grewel (1610) 737; 'die schmelzmasse wird gleim sagt man beim durchlasz- oder hartrennfeuer im thale Pillersee, wenn solche im heerde fest wird' Blumhof eisenhüttenkde (1817) 2, 470; ähnlich: der müller soll gleime strohrigel zurings um die zargen für das ausstieben des meels richten (1603) bei Schmeller-Fr. 1, 973; (die faszböden) damit kein salz mög leichtlich ausreissen, gleich oder gleim einrichten Lori bergr. 395b (aus d. j. 1614); eigenartig als 'kräftig, stark': starcke, gleime, undersetzte ... kerle Guarinonius grewel (1610) 423; nicht-sinnliche übertragungen: die bauern (die einen riesen erschlagen hatten) glaubten nicht anders, als dasz es ihnen jetzt gleim gehe (aus dem Oberinntale) bei Zingerle kinder- u. hausmärchen 120; gern im sinne von 'genau': das musst du nicht gleich so gleim nehmen Schöpf a. a. o.; gaisz- und schaffvich (die) die waid gar gnau und gleimb abpeissen österr. weist. 2, 281, 38 (aus d. j. 1674); vgl. auch gleim e~ duzə~d mit genauer noth, gerade ein dutzend Schmeller a. a. o.; als 'eng, nahe': gleim bekannt mit einand Rosegger schr. II 13, 323. die mundart kennt auch die bedeutung 'knauserig, geizig', s. Schmeller, Schöpf, Reiser a. a. o.
2296 Zeichen · 60 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    gleim

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gleim Gl 3,48,35 s. glîm.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gleimswm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    gleim , gleime swm. s. glîme;

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gleimm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gleim , m. , eine in den älteren glossaren häufig belegte bezeichnung des glühwürmchens; ahd. als gleim(o), glim(o), gli…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gleim

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gleim , Joh. Wilh. Ludw., der dem Halberstädter oder preuß. Dichterkreis angehörende Anakreontiker, geb. 1719 zu Ermsleb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleim

11 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

gleim‑ als Erstglied (10 von 10)

gleimäudig

MeckWB

gleimäudig frohgemut Gild. Dörp. 72.

gleimchen

DWB

gleim·chen

gleimchen , n. , glühwürmchen, lexikalisch seit dem 15. jh.: noctiluca glymchin (15. jh. md. ), glumichin (15. jh. obd. ) Diefenbach gl. 381…

gleimel

DWB

glei·mel

gleimel , n. , glühwürmchen, mhd. bei Konrad v. Megenberg, s. o. gleim, m., und unten glimmel; vgl. ferner: glis vel cicendula vel nitedula …

gleimelîn

AWB

gleim·elin

gleimelîn mhd. st. n. glemilin: nom. sg. Gl 3,673,2 ( Innsbr. 711, 13. Jh. ). Glühwürmchen: glis uł cicendula ł nitedula.

gleimelîn

MWB

gleimelîn stN. Dimin. zu gleim . ‘Leuchtkäfer, Glühwürmchen’ glis [Haselmaus, Siebenschläfer] vel cicendula vel nitedula [Haselmaus] : glemi…

gleimelīn

KöblerMhd

gleime·līn

gleimelīn , st. N. nhd. „Gleimlein“, Glühwürmchen, Leuchtkäfer ÜG.: lat. cicindela Gl Hw.: s. glīmelīn Q.: Gl (13. Jh.) E.: s. gleimel W.: s…

gleimen

DWB

glei·men

gleimen , vb. , mhd. glîmen ' leuchten, glänzen ' gleich norw. glîma ' glänzen, blendenden schein geben ' ; zu idg. ghlei-, einer erweiterun…

Gleimer

RhWB

glei·mer

Gleimer Ahr Sg. t. m.: Rebsorte, weisser Elbling.

gleimilīn

KöblerAhd

gleimilīn , st. N. (a) nhd. Glühwürmchen ne. glow-worm ÜG.: lat. cicendula Gl, (nitedula) Gl Q.: Gl (13. Jh.) I.: Lüt. lat. cicendula? E.: s…

Gleim, Joh. Wilh. Ludw

DWBQVZ

--- briefe zwischen Gleim, Wilhelm Heinse und Johann von Müller. aus Gleims litterarischem nachlasse hg. v. W. Körte. Zürich 1806. II. (= br…

Ableitungen von gleim (1 von 1)

glêⁱme

MNWB

° glêⁱme , m. , (Lehm) s. lê(i)me und klê(i)men.

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APA
Cotta, M. (2026). „gleim". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gleim/dwb?formid=G18879
MLA
Cotta, Marcel. „gleim". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gleim/dwb?formid=G18879. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gleim". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gleim/dwb?formid=G18879.
BibTeX
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