Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
ginnan
Gl., B, GB, G, I, L, MF, bei N, O, im OT, P,
T, WB, WH:
‚einen Anfang nehmen, anfan-〈Var.: be-, pi-, pe-; -k-〉. Neben den
gen, beginnen, einen Anfang machen, in
Angriff nehmen, unternehmen, herantreten,
anstreben, erstreben, sich etwas herausneh-
men, versuchen; adniti, aggredi, appropin-
quare, conari, concipere, incipere, incohare,
niti, procedere, proponere, quaerere, susci-
pere‘
starken Formen -gann, -gunnun, -gunnan
finden sich auch schwache: -go/unda,
-go/undu/on neben -gunsta/-gonsta, -gunston
(vgl. Braune-Reiffenstein 2004: §§ 302
Anm. 2. 336 Anm. 3). Es handelt sich bei
den schwachen Formen um Nachbildungen
zum Verb kan
‚ich kann‘(konda, konsta),
dem biginnan in seiner Gebrauchsfunktion
nahe steht (vgl. Riecke 1996: 155 f.). – Mhd.
beginnen (began neben begunde/begonde,
begunnen neben begunst/begonst)
‚anfangen,, nhd. be-
beginnen, aufschneiden, eröffnen‘
ginnen (daneben auch das nachträglich ge-
bildete Simplex ginnen)
‚mit etwas einset-.
zen, einen Anfang machen, anfangen‘