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geworben

mhd. bis nhd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geworben part.

Bd. 7, Sp. 6743
geworben, part. prät. zu werben (s. d.) vgl.gewerben sp. 5569ff. 11) der älteren sprache gehört eine prädicative verwendung an, die dem particip eine gewisse selbständigkeit gegenüber den übrigen verbalformen sichert; sie führt auf die allgemeinere bedeutung der thätigkeit zurück, in die der ursprünglich sinnlichere begriff des sich drehens, tummelns einmündete: 'ach! herre gott und imer ach! es ist also gewolben (für geworben) das an mir sind verdorben zwen herliche namen, dess ich mich pillich muesz schamen.' Heinrich v. Neustadt Apollonius 285 Singer; mit dir ist nicht wol geworben von teidingen gar verdorben, wand du bist damit betrogen. buch d. Maccabäer 12069 Helm; dazu vgl.: daʒ solt von in ungeworben sîn. Ludwigs kreuzfahrt 5335; vgl. mhd. wb. 3, 725a. 22) unter den attributiven verwendungen 2@aa) ist einseitig die verbindung mit einem persönlichen träger entwickelt. 2@a@aα) kaum gilt das freilich für die am verbum im allgemeinen so ergiebige werbung des mannes um die frau: im rieten sîne mâgeund ander sîne man, sît er ûf staete minnetragen wolde wân, daʒ er eine danne wurbediu im möhte zemen. Nibelungen 49, 3 u. a. für die umsetzung dieser verbindung in die reihe nominaler fügungen sind nur späte belege beigebracht, die schon die vorgeschrittene entwicklungsstufe der substantivierung des participialen adjectivs zeigen und die unserm sprachempfinden zudem nicht entgegenkommen: um diese neue geworbene (Lili) in solche function (einer schwiegertochter) gleichfalls einzusetzen Göthe (dicht. u. wahrh. 17. buch) 48, 64 (vgl. oben sp. 6664); vgl.: Jörmunrek wirbt in der nordischen sage durch seinen sohn Randver um Svanhild. ein treuloser begleiter, Bicei, verleitet den sohn, die geworbene selbst zu behalten Gervinus gesch. d. dtsch. dichtung 14, 26. 2@a@bβ) im wesentlichen gehen die attributiven verbindungen von der jüngeren wendung des werbens um truppen aus; vgl.: daʒ sie sich als vast mit geraisigem zeug noch mit fuszvolck bewurben s. dtsch. städtechron. 2, 128 (vorrede zur Nürnberger fehde mit Albrecht v. Brandenburg); mit dem het er noch mer wider sie geborben 129; hetten sich die von Nürnberg bezeit bestellt und leut geworben ebenda. 2@a@b@11)) sich erpotten sampt herzog Cristoff gütlich darinnen zu handlenn, doch das man baiderseits die gefangne ledige, und das geworbne kriegsvolck lauffen lassen Sebastian Schärtlin 121; vgl. G. Freytag (bilder a. d. dtsch. verg.) 19, 278; der köneg ... könne mit den Böhmischen ständen ... nit zu frieden sein, weil sie ihr geworbenes kriegsvolck nur auff die grentzen legen, und nit jhme schicken wolten extract, was zu Praag ... gehandelt worden (1611) P p 2; wir wissen, was er an die stätte gemuthet, und wie er sein geworbenes volck fast unter den fahnen habe Opitz übers. v. Barclays Argenis (buch 2) 1, 198; die flucht geben, welche keins wegs den ... officieren zuzuschreiben ware, sondern vielmehr dem unbedachtsamen neugeworbenen volck Abrah. a S. Clara (auff auff) Wiener neudr. 1, 73; man bestimpt jnen ein zeit, darauff sie schuldig der geworbenen reutter Schwendi kriegsdiscurs (1605) 210; ich halt der konig in Denemarck hatt befart, dass Wallestein sich der päss undt vestungen daselbst zu seinem nachtheil bemechtige weil der churfurst kein einzigen geworbenen man hatt Friedrich v. d. Pfalz (1626) s. archiv f. öst. gesch. 31, 400; als er einsmahls zu sommers-zeit ... hinaus auff das feld gieng ... und etliche neu geworbene soldaten vorüber gehen sahe, die ihre degen trugen, und sich lustig erzeigten; bekam er etwas lusts zum krieg wider erst. Simpl. 3 (1713) 153; vgl. auch neugeworben theil 7, sp. 666. 2@a@b@22)) auf diese eine gruppe von verbindungen beschränken sich auch die buchungen, sofern sie dem particip überhaupt besondere beachtung schenken, so vgl. unter dem stichwort werben (wirb, worben) geworbene, milites conscripti Stieler 2547; neugeworbene, supplementum, novi delectus militum ebenda; vgl. auch: geworbene soldaten, milites conquisitione collecti, ein geworbenes heer, exercitus conductitius, neugeworbene soldaten Steinbach 2, 1030; geworbene soldaten, conscripti milites Kirsch 2, 152b; Matthias 182a; Faber J 4b; geworbene soldaten, soldats enrôlés, milice réglée Rondeau 2 U u 4b; Schwan 1, 750b; dazu geworbenes volck, raised or lev'yed men teutsch-engl. lex. (1716) 777; neu oder frisch geworbene mannschaft, new raised troops 2450; vgl. geworve, geworben Hönig wb. der Kölner mda. 65a. 2@a@b@33)) die neuere sprache verliertdank der einführung der allgemeinen wehrpflichtin solchen wendungen die beziehung auf einheimische verhältnisse der gegenwart; vgl.: und ich will, dass du ein streitbares und kriegerisches volk sein sollst, wie deine väter vor dir waren ... und sollst dich nicht mehr auf geworbene soldaten verlassen, sondern ein ganzes volk von soldaten sein (E. v. S.) bei Arndt grundlinien einer deutschen kriegsordnung (1813) cap. 38 von dem kriegswesen; man hat in neuerer zeit, wo die heere nicht mehr als geworbene söldlinge bestehen, sondern vermöge dem gleichen gesetze der aushebung zu nationalheeren sich bilden, richtige begriffe über das verhältnisz der heere zum staate gefasst Merck in der bad. 2. kammer (28. april) 1835 verh. 1, 95; mehr vermöchte wohl dein vorwort unsren landmann abzuhalten, als die so schnell geworb'ne heeresmacht. Benda Shakespeare (Coriolan 5, 1) 12, 198; (the instant army, ein eilig aufgerafftes heer Schlegel-Tieck); York schreit nicht minder wider euer gnaden, und schwört, ihr haltet sein geworbnes heer, zu diesem zug versammelt, ihm zurück. A. W. v. Schlegel Shakespeares Heinrich VI. 1 (4, 4). (his levied host); in betreff der geworbenen leute, ausländer, waren das parallelstück zu den beurlaubten die freiwächter. der kompagniechef befreite nämlich zu seinem nutzen auch eine anzahl geworbener mannschaft vom dienste; sie durften sich aber nicht aus dem banne der garnison entfernen ... da ... sie im grunde nur wachtfrei wurden, so nannte man sie freiwächter W. Rüstow untersuchungen über die organisation der heere s. 57; sobald der alte stamm der geworbenen ausländer ausstarb war ein radikaler neubau der heeresverfassung unvermeidlich Treitschke deutsche gesch. 1, 153. 2@bb) in dem vereinzelten zeugnisz für attributive verbindung mit einem sächlichen träger berührt sich geworben mit gewonnen (s. o.) vgl.: auf grösseren ungarischen ziegeleien ... wird der frisch geworbene thon mittelst drathseilbetriebs in hunden emporgeschafft, welche ihren inhalt zwischen brechwalzen entladen B. Kerl handb. d. ges. thonwarenindustr.2 (1879) s. 736.
6609 Zeichen · 130 Sätze

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geworben(Part. Prät.=)Adj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    geworben , (Part. Prät.=)Adj. nhd. geworben Vw.: s. un- Q.: Nib (13. Jh.) E.: s. gewerben W.: nhd. geworben, (Part. Prät…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    geworbenpart.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    geworben , part. prät. zu werben ( s. d. ) vgl. gewerben sp. 5569 ff. 1 1) der älteren sprache gehört eine prädicative v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geworben

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von geworben

ge- + worben

geworben leitet sich vom Lemma worben ab mit Präfix ge-.

geworben als Zweitglied (1 von 1)

ungeworben

Lexer

ung·e·worben

un-geworben part. adj. BMZ Kreuzf. ungeworben er nicht enlîʒ daʒ im sîn herre gebôt Herb. 8960. daʒ sulche botschaft an euch icht ungew. blî…

Ableitungen von geworben (1 von 1)

ungeworben

Lexer

un-geworben part. adj. BMZ Kreuzf. ungeworben er nicht enlîʒ daʒ im sîn herre gebôt Herb. 8960. daʒ sulche botschaft an euch icht ungew. blî…

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APA
Cotta, M. (2026). „geworben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geworben/dwb?formid=G15298
MLA
Cotta, Marcel. „geworben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geworben/dwb?formid=G15298. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „geworben". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geworben/dwb?formid=G15298.
BibTeX
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