getuscht ,
participiales adjectiv zu tuschen (
s. d.).
wie am verbum, so sind auch am adjectivierten particip zwei verschiedene worte gleicher lautform auseinander zu halten. 11) getuscht
zu tuschen,
beschwichtigen, das schon in den ältesten wörterbuchaufzeichnungen schwer von vertuschen
zu trennen ist, dem compositum, dem es weichen muszte: tüschen, ein auffruor tüschen. Maaler
F. f. 3
c,
vgl. aber vertüschen
ebendort unter auffruor.
bei Stieler 2266
ist die begriffsbestimmung unseres verbums sichtlich von dem bestreben geleitet, dieses mit dem unter getuscht 2)
zu behandelnden verbum in einklang zu bringen; trotzdem ist auch aus ihm aufklärung für das unsrige zu gewinnen. Frisch
geht auf Maaler
zurück: tüschen,
einen aufruhr tüschen. 2, 395,
vgl.tüssen,
einhalt thun, verbieten it. schwichtigen. Richey
idiot. Hamburg 317;
auf dieser umfassenden bedeutung fuszt die attributive verwendung: nach getuschten bürgerlichen kriegen begab er sich auf das ballen und auffgeblasen balgsspiel
post bella civilia ad pilam folliculumque transiit. Garzoni
schauplatz aller künst (
Francfurt 1641) 742
b; kleinere und gröszere daraus entspringende widerwärtigkeiten waren kaum, nicht ohne unbequemlichkeit der oberen behörden getuscht und geschlichtet, als uns dessen (
Fichtes) äusserungen über gott und göttliche dinge .. von auszen beschwerende anregungen zuzogen. Göthe (
tag- und jahreshefte) 31, 32; und dieses schlaue volk sieht einen weg nur offen: so lang die ordnung steht, so lang hat's nichts zu hoffen, es nährt drum insgeheim den fast getuschten brand, und eh' wir's uns versehn, so flammt das ganze land. (
jahrmarktsfest zn Plundersweilen) 13, 24.
im gegensatze zu diesem particip hält sich am verbum selbst —
in mundartlichen formen —
die beschränkung auf das gebiet der rede, die vermuthlich den ausgangspunkt überhaupt kennzeichnet: schon bei Maaler tüsch dich,
schweig still. F f 3
c; düschen
still sein Stalder 1, 329; tuschen, tüschen,
im reden einhalt thun, jemand beschwichtigen, durch sanfte mittel ihn veranlassen, nicht weiter zu reden Danneil
wb. der altmärkisch-plattdeutschen mundart 229
u. a. 22) getuscht
zu tuschen
von dem fremdworte tusche.
vgl.tuschen (
in arte pictoria)
significat coloribus pallidulis, tremulis, ac fugientibus aliquid adumbrare. Stieler 2266; ein getuschtes gemälde. Adelung 4, 1107; im fernen horizont, wo die azurne luft die see zu küssen scheint, glaubt er im morgenduft ein leicht getuschtes land zu sehen; bald macht darin die mächtigste der feen, die fantasie, ein schimmernd schlosz entstehen. Wieland (
Idris 4, 8) 17, 205.
bei Wieland
begegnen noch weitere übertragungen: er schnallt den harnisch ab, legt helm und lanze nieder, und überläszt der lauen flut den frischen reiz der jugendlichen glieder. ihr unbefleckter schnee, getuscht mit rosenblut, scheint aus den spiegelwellen wieder. (
Idris 1, 19) 17, 22.
vgl. auch 11, 102 (
don Sylvio von Rosalva 2, 2).