Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gespenste stFN.
2 ‘Verlockung, Trug’
3 ‘geisterhafte Erscheinung’ , meist als Begleitung des Teufels
1 ‘Eingebung, Einwirkung, Anreiz’ der uater [...] gab uns sine hulde / durh des sunis [Christi] enste [Zuneigung] . / di genade was des gespenste Glaub 682; gloubich vnde getruwe / machet er [der Hl. Geist] den menschen / mit sinen gespensten ebd. 1669; vil manigen si [Kleriker] bekerten / mit guten gespensten / zo der gotis ensten [Hingabe] , / den gaben si bilede / allir gvten tvginde ebd. 2934 2 ‘Verlockung, Trug’ swer sige gevichtet / an des vleisches gespenste, / deme gebe ich [Gott] durch enste [Gnade] , / daz her min nicht muge vorgezzen HeslApk 2439; guͦt wille ist also daz din wille gefuͤget si von allen den dingen dú dich got unhainlich machent, daz ist dú welt und aͤllú ir gezierde und ir gespenste PrGeorg 140,14; SummHeinr 2:335,107; BdN 182,5. – vom Teufel ausgehend: daz er [Gott] ivch bewâre uor deme leidigem viande unde uor allir siner gespenste Spec 83,7; diu [ diser werlde wolenste ‘Gunst’] ist des tiuvels gespenste / und ein reizel gegen der helle LvRegSyon 226; MerswBgR 150 3 ‘geisterhafte Erscheinung’, meist als Begleitung des Teufels: der tufel sathanas, / sin gespenste vnde sin getwas [Gespenst] , / vz eime bilde sprach Herb 3500; ein heiliger vater gesach in sinen kintlichen tagen wi der tuvel in einer sinagogen saz und hilt capitel mit sime gespenste HlReg 3,31; die mit des tiuvels gespenste umbe gênt, die dâ lüppe unde zouber trîbent PrBerth 1:363,24. 1:530,8; PassI/II 99,15; Schrätel 93
MWB 2 582,22; Bearbeiter: Richter