Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
genüege stF.
2 ‘Genügsamkeit, Bescheidung’
1 ‘ausreichende Menge, Auskommen’ daz man niht welte nâch rîchtum; / wand wær er biderb unde frum, / swer des rîches krône trüege, / der gewunne schiere genüege Ottok 12494; zu hant wart ir ein gnuge unde lipzucht wol unde gewis bestalt Köditz 69,3. – übergehend zu ‘Fülle’ so wil got der herre [...]uns gebe in richir genuge unse narunge unde wes wir dorfin zu libe unde zu der sele Köditz 76,8; es [das Kind Jesus] truͦg in [den Besuchern] brottes die gnuͤgi dar [obwohl kaum etw. im Haus war] , / bi der vili úber gnuͦg WernhMl 4448; in gnaden voller gnuͤge, / [...] / do ist guͤt uber guͤt HvNstGZ 7808. – in subjektiver Sicht: so viel, wie gerade gebraucht wird, nicht mehr als ausreicht ‘maßvolle Menge, Bedarf’ nu sich, was fülle schaden heit: / [...] / o werder man, hüt din vor solchem leide, / nim nach genüge trank und ouch die weide Mügeln 240,10. – ~ tuon: ‘einen Bedarf decken, ein Bedürfnis stillen’ minne [Imp.] , daz dû mit minne gewinnen maht, und behalt daz, daz dîner sêle genüege mac tuon Eckh 3:97,4 2 ‘Genügsamkeit, Bescheidung’ der erste stein [ demuͤtekeit ] dez erlichen palastes, [...] der also wol gebiket [behauen] ist mit der suͤssen genuͤge irdenischer zergenglicheit Mechth 6: 1,66; so sol daz edel zarte kint / haben under sinem baniͤr / ein mynnencliche junchfrawen ziͤr: / die heißet genuͤg und gantze Truwe Minneb 2949. 1312
MWB 2 474,1; Bearbeiterin: Baumgarte