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gemütlich

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

gemütlich

Bd. 3, Sp. 1431
gemütlich-th-; auch subst; rund 130 Belege gegenüber 7 ‘gemütvoll’. Überwiegender Gebrauch erst in der klass u nachklass Zeit1); in Br mit rund der Hälfte der Belege am häufigsten (vereinzelt ab 1782, überwiegend erst nach 1805); innerhalb der poet Werke vorwiegend in den späten Prosadichtungen.  1 das Gemüt, das ganze Innere betreffend, seelisch   a iGz körperl Dingen od äußeren Verhältnissen; einmal neben ‘geistlich’; idVbdg ‘etw g. nehmen’  [betr Aufführung der ‘Iphigenie’] ein Stück .. das so viel g-e und körperliche Anstrengung erfordert GWBB40,315,15 CHeygendf 6.3.26  Es wäre einmal Zeit, daß uns in unsern alten Tagen irgend einer für die vielen verschwendeten Ausgaben halbweg schadlos hielte. Wenn ich dießmal Ausgabe sage, so nehme ich es mehr g. als der Casse nach GWBB21,26,10 Voigt 4.8.09 GWB28,41,19 DuW 11 GWB251,276,17 Wj III 14   b mit Betonung eines besonderen Wertgehalts, auch für das Menschlich-Sittliche überhaupt  Sobald man der subjectiven .. Poesie mit der objectiven darstellenden gleiche Rechte verlieh .. so war voraus zu sehen, daß, wenn auch wahrhafte poetische Genies geboren werden sollten, sie doch immer mehr das G-e des inneren Lebens als das Allgemeine des großen Weltlebens darstellen würden GWB422,140,7 MuR(257)  das fromme Gemüth ist nicht das Einzige: denn das rein G-e kann sich im Heitern, Großen, ja Erhabenen offenbaren, und in diesem Sinne war die griechische Kunst höchst gemüthvoll GWB491,53,18 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G]  die Alten [die klass Dichter] haben ja auch unter bestimmten Formen das eigentlich Menschliche dargebracht, welches immer zuletzt, wenn auch im höchsten Sinne, das G-e bleibt GWB412, 277,13 ModGuelf uGhibell GWBB51,511 August 8.1.25   2 aus dem Gemüt kommend, von ursprüngl (nicht von Regeln u Konventionen eingeschränkter od verfälschter) Empfindung geleitet u geprägt, gefühlvoll, seelenvoll   a als Merkmal von Gesinnungen, Haltungen od Tätigkeiten, idVbdgn ‘g-er Skeptizismus’, ‘g-es Vorhaben’, ‘g-e Arbeit’  Dem Mittelpuncte des Katholicismus mich nähernd .. trat mir so lebhaft vor die Seele, daß vom ursprünglichen Christenthum alle Spur verloschen ist; ja wenn ich mir es in seiner Reinheit vergegenwärtigte .. so mußte mir schaudern, was nun auf jenen g-en Anfängen ein unförmliches, ja barockes Heidenthum lastet GWB30,192,19 ItR  Ein Füllhorn von Blüthen, | Ein zweites von Früchten | Wie möcht’ ich g. | Zum Feste sie richten! GWB4,306 Vs 3 GWB28,157,18 DuW 12 GWBN4,253,17 FlH VI GWBB47,128,18 Boisserée 3.7.30   b als Merkmal einer künstlerischen Schaffens- od Ausdrucksweise, auch von Kunstprodukten  [mBez auf Entwicklungstendenzen der Kunst] der psychologisch-chronologische Gang .. den man in der Kunst .. nahm, wo erst eine beschränkte Thätigkeit in einer trocknen .. Nachahmung des Unbedeutenden so wie des Bedeutenden verweilte, sich darauf ein lieblicheres, g-eres Gefühl gegen die Natur entwickelte, dann begleitet von Kenntniß, Regelmäßigkeit, Ernst und Strenge .. die Kunst bis zum Höchsten hinaufstieg GWB47,28,4 PropylEinl GWBB36,68,11 Brockmüller 12.6.22 K GWB341,151,15 KuARhein Main   c als Wesensmerkmal einer Person, neben ‘heiter, anmutig’; idVbdgn ‘g-er Dichter, Menschenverstand’  er [der Tenorist Morhard] ist gutherzig und g., übrigens nicht roh, wenn auch nicht von der feinsten Bildung GWBB20,274,24 Reinhard 30.12.08  [betr Gleims Dichtungen] so gewähren Vers und Reim .. den Ausdruck eines g-en Menschenverstandes GWB35,240,1 TuJ GWB36,195,2 TuJ GWBTgb 26.8.30   d als Merkmal zwischenmenschl Umgangs iSv herzlich, liebevoll, freundlich; idVbdgn ‘g-e Worte, Unterhaltung’, ‘g-es Gespräch, Schreiben, Zusammensein’, ‘g-e Teilnahme, Gunst, Schicklichkeit, Absicht’, ‘g-es Andenken’, auch iGz ‘bürgerlich, höflich’  Blick und Händedruck, und Küsse, g-e Worte .. wechselt ein liebendes Paar GWB1,250 Vs 269 RömEleg XIII  An des Herren Grafen Bernsdorf Excellenz, der in früheren Zeiten meinen Producktionen g-e Gunst geschenckt GWBB39,64,11 Nagler 2.1.25  Da nun .. die .. Paare sich auf die wenigen Stunden mit Du anreden mußten, so waren wir dieser traulichen Anrede .. so gewohnt, daß auch in der Zwischenzeit, wenn wir uns begegneten, das Du g. hervorsprang GWB28,346,8 DuW 15 GWBB19,519 Cotta [24.12.06] GWBB14,173,3 JGSchlosser 30.8.99 GWB31,278,12 ItR iSv teilnahmsvoll, interessiert, idVbdgn ‘mit g-er Aufmerksamkeit’, ‘sich mit etw g. beschäftigen’  ich trug sie [zwei Balladen] um so g-er vor, als meine Gedichte mir noch an’s Herz geknüpft waren GWB28,287,3 DuW 14  im Scheffel [Gasthof bei Naumburg] .. wo uns ein alter Kellner mit großer Gemüthsruhe .. empfing, uns jedoch nachher mit Gemüthlichkeit, als er merkte daß wir g. seyen, die neusten Kriegsereignisse erzählte GWBB23,317,24 Christiane 17.4.13 GWB36,94,14 TuJ uö(selten) einmal (in Regiebem) iSv betont freundlich GWBFaust II Regiebem vor 6770   3 das Gemüt ansprechend od befriedigend, auch abgeschwächt iSv angenehm; häufig von der Wirkung einer künstlerischen Darstellung; idVbdgn ‘g-e Anmut, Lebensart, Anschauung’, neben ‘reizend, anmutig, froh, frei, einladend, genüglich’ ua  [Charlotte zu Eduard mBez auf die Ordnung von Reisenotizen:] wir dachten es uns so bequem, so artig, so g. und heimlich, die Welt, die wir zusammen nicht sehen sollten, in der Erinnerung zu durchreisen GWB20,11,9 Wv I 1  Vergebens durchsucht man Geschichte, Fabel, Überlieferung und Legende, um einen gleich günstigen, reichen, g-en und anmuthigen Gegenstand auszufinden, als den der sich hier darbietet [Anbetung der Hl Drei Könige] GWB341,177,9 KuARheinMain  so hat auch unser Künstler nicht unterlassen, die Scheidescene von Hirt und Hirtin g. darzustellen GWB491,321,9 TischbeinsIdyllen 9 GWB28,194,9 DuW 13 GWBB44,261,26 Zelter 9.8.28 GWB40,328,14 Üb:Geburtstag GWB43,73,7 Cell I 5 ‘etw ist jdm g./jdm ist g. etw zu tun’ iSv ist jdm lieb, willkommen, auch attr ‘an seinem g-en Platze’ iSv angemessen, ‘an der jdm g-en Stelle’  Es war mir gar nicht g. dich heute zu verliehren GWBB5,333,13 ChStein 25.5.82  Sage mir, mit wem zu sprechen Dir genehm, g. ist GWB51,98 ZXenNachl VII 196  Jacobi’s originelle .. Richtung gegen das Unerforschliche [war mir] höchst willkommen und g. GWB28,287,17 DuW 14  Dieses Gedicht [‘Aussöhnung’] .. steht schon im vorigen Band [3 der Ausg.l.H.] an seinem g-en Platze GWB4,80,30 AufklBem GWB35,242,23 TuJ GWB422,180,23 MuR(535) Elke Dreisbach E. D.
6263 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gemütlichadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gemütlich , adj. zu gemüt, schon mhd., obschon selten, gemüetlîch ( s. 1), ahd. in einfachster bildung gimuati bei Otfri…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gemütlich

    Goethe-Wörterbuch

    gemütlich -th-; auch subst; rund 130 Belege gegenüber 7 ‘gemütvoll’. Überwiegender Gebrauch erst in der klass u nachklas…

  3. modern
    Dialekt
    gemütlich

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gemütlich wie hd. in der Wendung: nu ward 't gemütlich, säd' Finksch, donn set se ganz allein in 'n Saal Ma Rempl ; 'n g…

  4. Spezial
    gemütlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ge|müt|lich adj. 1 pazifich (-cs, -ca) 2 (angenehm) plajor (-s, -ra), da sté saurí 3 (behaglich) comot (-oc, -a) 4 (erfr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gemuetlich

8 Bildungen · 5 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gemuetlich 3 Analysen

ge- + mutlich

gemuetlich leitet sich vom Lemma mutlich ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

Alternativen: ge-+muet+-lich gemuet+-lich

gemuetlich‑ als Erstglied (5 von 5)

gemütlichkeit

DWB

gemuetlich·keit

gemütlichkeit , f. gemütliches wesen, gemütliche gesinnung, auch verhältnisse u. a. ( vgl. Adelung , Campe ): so vergieng ihnen der tag zusa…

gemütlichtröstlich

GWB

gemuetlich·troestlich

gemütlich-tröstlich 33,265,21 Camp → un- froh-gemütlich geistig-gemütlich geistreich-gemütlich leicht-gemütlich mannigfaltig-gemütlich schic…

gemuetlich als Zweitglied (1 von 1)

ungemütlich

GWB

ungemütlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Ableitungen von gemuetlich (2 von 2)

ungemütlich

GWB

ungemütlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

urgemütlich

DWB

urgemütlich , adj. adv. , gemütlich 4 mit ur- C 4 a. vgl. grundgemütlich: im dorf war es wieder u. v . d. Steinen naturvölker Zentralbrasili…