Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
geili st. n.
st. n., mhd. geil, frühnhd. geil, geile DWb. IV,1, 2 589,3. 2 593,3; mnd. gêile.
geile: nom. sg. Gl 3,479,14 (clm 2 612, Aldersbach, 12. Jh.).
Hoden: als Syntagma biberes geile in Übertr. ein Pflanzenname: Biberwurz, entweder Aristolochia Clematitis L., Osterluzei, oder Corydalis cava L., Hohler Lerchensporn, verwechselt mit bzw. als Ersatz verwendet für Aristolochia rotunda L. (in Südeuropa beheimatet), deren Knolle einen ähnlich stark aromatischen Geruch hat wie das Bibergeil, ein aus den zwei Drüsen am After des Bibers gewonnenes Sekret, das früher offizinell verwendet wurde bei Nervenzuständen; Marzell, Wb 1,393, Abschn. 6. 1,1 194, Abschn. 3. 1 196, Abschn. 7: biberes geile castoreum (Parallel-Hs. bibargeili). Vgl. auch Brockhaus, Handbuch des Wissens, Bd. 1. 1922. S. 271, s. v. Biber, u. Fischer, Pfl., S. 198. 260.
Zu erwägen ist, ob biberes geile in seiner Übertragung nicht besser als Komp. zu interpret. wäre; vgl. Ahd. Wb. 1,995, s. v. bibargeili.