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Geilheit

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Geilheit

Geilheit

geil Adj. ‘lüstern, geschlechtlich erregt’, in heutiger Jugendsprache ‘schön, großartig, toll’, ahd. geil ‘übermütig, überheblich, erhoben’ (8. Jh.), mhd. mnd. geil(e) ‘von wilder Kraft, mutwillig, üppig, lustig, begierig’, asächs. gēl ‘fröhlich, übermütig’, mnl. gheil, gheel ‘fröhlich, üppig, lüstern’, nl. geil ‘wollüstig’, aengl. gāl ‘lustig, lüstern, stolz’ (germ. *gaila- ‘fröhlich, lüstern’) und (mit Suffix erweitert) anord. geiligr ‘schön’ gehören vielleicht wie ablautendes mnl. ghīlen, nl. (älter) gijlen ‘gären, schäumen’, anord. gilker ‘Gärbottich’ mit lit. gailùs ‘scharf, beißend, bitter, kläglich’ und aslaw. ẓělo, russ. zeló (зело) ‘sehr’ zu ie. *ghoilos ‘aufschäumend, heftig, übermütig, ausgelassen, lustig’. Der alte Sinn ‘übermütig, froh’ ist noch im 19. Jh. bezeugt; die heute vorherrschende Bedeutung entwickelt sich im Gegensatz zu keusch (s. d.) deutlich seit dem 15. Jh.; vgl. ahd. geilī(n) ‘Hochmut, Überheblichkeit’ (8. Jh.), vereinzelt auch ‘Begierde, Fleischeslust’ (11. Jh.), mhd. geil(e) ‘Üppigkeit, Fröhlichkeit’, auch ‘Hoden’. geil ‘fruchtbar, üppig wachsend, wuchernd’ von Tieren und Pflanzen (15. Jh.) ist vom 19. Jh. an selten. Vom Adjektiv abgeleitet geilen Vb. ‘geil sein, nach etw. gierig sein’ (seit dem 16. Jh. geläufig), daneben jedoch in der alten Bedeutung ‘lustig, übermütig sein’ (gelegentlich bis ins 18. Jh.), entsprechend ahd. geilēn ‘stark, übermütig werden’ (8. Jh.), mhd. geilen ‘übermütig, ausgelassen sein, froh werden’, auch ‘froh machen’, vgl. got. gailjan ‘erfreuen’. aufgeilen Vb. reflexiv ‘sich sexuell erregen’ (20. Jh.). Geilheit f. ‘Zustand sexueller Erregung’, mhd. geilheit ‘Übermut, fröhliche Tapferkeit’.
1671 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geilheitstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    geilheit stf. 1. stärke, tapferkeit. gr. Ruod. F b , 18. 2. lascivia gl. Mone 6,347.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geilheit

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Geilheit , plur. inus. von dem Bey- und Nebenworte geil, der Zustand, da eine Person oder Sache geil ist. 2) Überflü…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geilheit

    Goethe-Wörterbuch

    Geilheit a (sexuelle) Lüsternheit Peter Sauschwanz .. Der unendliche ausdruck von G. in Verbiegen und Verschmiegen der g…

  4. Sprichwörter
    Geilheit

    Wander (Sprichwörter)

    Geilheit Geylheit ist ein zeug der leichtfertigkeit. – Franck, I, 70 b .

  5. Spezial
    Geilheit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Geil|heit f. (-) (Lüsternheit) mat m. , libidina f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geilheit

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Ableitung von geilheit 2 Analysen

ge- + il + -heit

geilheit leitet sich vom Lemma il ab mit Präfix ge-, mit Suffix -heit.

Alternativen: geil+-heit

Keine Komposita gefunden — geilheit kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „geilheit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/geilheit/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „geilheit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/geilheit/pfeifer_etym. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „geilheit". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/geilheit/pfeifer_etym.
BibTeX
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