Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
geilheit stF.
2 ‘Wollust, Begierde’
3 ‘Übermut’
4 ‘Stärke, Kraftfülle’
1 ‘Freude’ Wisheit [...] sprach: ‘hut die wer gut gewesen, / [...] beßer dann offene gailheit [...].’ Minneb 3682 2 ‘Wollust, Begierde’ godes liebe an diesen zwein / verjagete brodelichen mein; / ir beider reine otmudekeit / verdreip des fleishes geilheit Elis 1708; noch prufent ouch [...] des ku͗schen jungelinges muͦt, / [...] daz er nit sine minnen brut / zu brodelicher geilheit, / [...] neigete ebd. 1443; Köditz 28,18; [Frau Buße mahnt die Seele:] liebew, wil du gesigen an / dem leibe, so solt dw in han / vaste in deiner huͤte, / zuchtige in mit der ruete / des gebrestes, welle er geil wesen [...]. / gib im die speise mit masse, / das er iemer die geilheit lasse HvBurg 3372; es ist pilleich und recht / das der leib, der selen knecht, / sul sein dem geist undertan / und sein gailheit sulle lan ebd. 3092 3 ‘Übermut’ wan der [außer wer] spot / tribet in herzen geilheit Daniel 6523 4 ‘Stärke, Kraftfülle’ einen vehet er [der Falke] in [den Vögeln] abe / oder zuene durch sine geileit GrRud Fb 38
MWB 2 288,36; Bearbeiter: Tao