gehülfe,
gehilfe,
m. helfer, eig. mithelfer (
s. sp. 1615);
vgl. auch gehelfen, geholfen. 11)
mhd. gehilfe,
gewöhnlich aber gehëlfe
wb. 1, 683
a,
wie ahd. gihëlfo Graff 4, 925;
jenes z. b.: der boc, der sîn gehilfe was. Wack.
les. 1839 649, 6.
auch nhd. fortgeführt bei Oberdeutschen: ein gehilf etwar zuo,
adjutor. Maaler 164
a, gehilf
collega, comes, socius Henisch 1438; dasz wir um so wärmer sympathisieren, je weniger wir gehilfen darinn haben. Schiller II, 358, 21; die ewigkeit .. die mit der seele ohne gehilfen redet. III, 474 (
cab. u. liebe 5, 1); seine gehilfen. IV, 80
u. ö., wie hilfe
seine form war für hülfe,
d. h. die oberd. statt der md. so noch z. b. tirol. 'ghilf (kilf),
gehilfe' Schöpf 256.
auch dem md. doch nicht fremd, z. b. bei Luther ein gehilfen
1 Mos. 2, 18
var. (
s. u. 2,
a),
wie auch hilfe
z. b. im Leipz. voc. opt. 1501 A 6
a.
auch im 18.
jahrh. gibt der Schlesier Steinbach 1, 776
nur gehilfe;
vgl. mnd. helpe
gehilfe unter 2,
d a. e. 22)
aber gehülfe
ist sonst die md. form (
s. unter e). 2@aa)
so bei Luther: ich will dem menschen einen gehülfen machen.
1 Mos. 2, 18
var.; ich bin der herr .. der den himel ausbreitet alleine und die erden weit machet on gehülfen.
Jes. 44, 24; Timotheus mein (
des Paulus) gehülfe.
Röm. 16, 21; Titus ... welcher mein geselle und gehülfe unter euch ist. 2
Cor. 8, 23; denn wir sind gottes gehülfen, ir seid gottes ackerwerk.
1 Cor. 3, 9; wir sind gehülfen ewrer freude.
2 Cor. 1, 24; auf das wir der warheit gehülfen werden.
3 Joh. 8.
er spricht in bezug auf die bibelübersetzung von meinen gehülfen
von dolmetschen C 1
b.
dann auch oberdeutsch bei Henisch 1441 gehülfe,
mit anführung lutherscher bibelstellen. blosz gehülfe
dann bei Stieler 837 (gehülf), Rädlein, Ludwig, Aler, Frisch 1, 440
c, Adelung. 2@bb)
im leben z. b. gehülfe im predigamt
diaconus Kirsch 2, 137
b, amtsgehilfe
collega, reichsgehilfe
regni socius (
mitregent) Steinbach 1, 776,
auch mitgehilfe
das., mitgehülfe Ludwig 718,
wo auch amtsgehülfe, handelsgehülfe
companion or partner in trade, auch des kochs, des barbierers gehülfe auf groszen schiffen,
mate; so noch in buchdruckereien die gehülfen,
die schriftsetzer, drucker, eigentlich die helfer des sog. principals, und auch in andern gewerben und handwerken aufkommend statt gesellen,
das nicht mehr ehrend genug klingt; ein rechnungsbeamter hat oder nimmt einen gehülfen,
der ihm zur hand geht; gehülfe
eines malers, eines taschenspielers u. s. w. auch im spiel, mitspieler (
franz. aide): wenn wir ein kartenspiel nicht verstehen ... und unsern gehülfen durch ungeschicklichkeit in verlust bringen. Knigge
umgang m. m. 1, 92.
doch auch von schlimmem thun: die gäste, seine gehülfen dich zu rupfen (
im spiele). Klinger 3, 195,
die ihm dich rupfen helfen, vergl. seine (
des räubers) gehilfen Schiller IV, 80,
helfershelfer. 2@cc)
auch von frauen das m., wie gefährte
m. (
s. d. 4): die weiber sind nirgend umb geschaffen, denn das sie dem man dienen und ein gehülfe seine frucht zu zeugen. Luther (1556) 4, 23
a; wer ein hausfrawen hat, der bringet sein gut in rat und hat ein trewen gehülfen.
Sir. 36, 26; und hast im (
dem Adam) gegeben Hevam zu einem gehülfen.
Tob. 8, 8;
vergl. übrigens unter 3. 2@dd)
es erscheint übrigens auch starkformig, gehülfe
pl.: durch mich und meine gehülfe. Luther
bei Dietz 2, 48
b (
von heiml. u. gestolen briefen 1529 D 3
a).
und so noch bei Aler im 18.
jh.: einen zum gehülfe nehmen,
vocare in auxilium. 872
a; gott zum gehülf nehmen,
dei implorare auxilium. das., vorher aber: 'gehülf,
adjumentum, s. hülf',
wie blosze verstärkung von hülfe
fem., vgl. umgekehrt auch hülf
als m. unter hilfe.
mnd. bestand auch ein adj. gehulpe,
behülflich, s. Sch.
u. L. 2, 35
b (
mhd. geholf
adj., s. geholfen),
als subst. aber hulpe
und helpe
masc. 2, 330
b. 234
b. 2@ee)
bei Luther
übrigens anfangs auch noch ohne umlaut, gehulf 1
Mos. 2, 20
var., wie im 14.
jh. md.: dô brûdir Ûlrîch eine mit gehulfin (
gen.) cleine (
wenig) was an der warte blibin .. Jeroschin 12896.
so gehn aber die formen genau hand in hand mit denen von hülfe,
d. h. wie neben diesem gehülfe,
so mhd. gehëlfe
neben hëlfe
f., gehilfe
neben hilfe,
md. gehulfe
neben hulfe
hülfe, wie nicht vom zeitwort, sondern vom subst. gebildet; damit erklärt sich wol auch das starke gehülf
m. unter d, wie Alers gehülf
gleich hülf (
auch bei Frisch 1, 440
c noch hülf
neben hülfe). 33)
aber auch ein fem. gehülfe,
helferin, wie mhd. gehëlfe, gehilfe
f. (
wb. 1, 683
a, Lexer 1, 787): ze einer gehilfen Grieshaber
pred. 1, 4; eine gehelfen mache wir im.
gen. 12, 3
D.; so noch bei Luther: es ist nicht gut das der mensch allein sei, ich wil im ein gehülfen machen, die umb in sei.
1 Mos. 2, 18 (
vulg. adjutorium simile,
daher mhd. eine hilfe
gen. 17, 37
Hoffm., wie auch nd. eine hülpe); aber fur den menschen ward kein gehülfe funden die umb in were.
v. 20 (
vulg. adjutor similis),
in erster stelle auch mit andern versuchen: die sich zu im halte (
s. Bindseils
ausg.),
wie schon 1519
in der pred. vom ehelichen stand A 1
b die im zur hand sein soll (Dietz 2, 48
b),
daneben doch auch noch 1524
mit dem m. der umb in sei (
also nach 2,
c)
und dem versuche der geschlechtsbezeichnung überhaupt zu entgehen (ein gehulfen gegen ihm),
sodasz man ihn wegen des f. in verlegnem schwanken sieht, es muszte dem sprachgefühl schon halb entfallen sein, endlich mit dem m. vermischt bei gleicher endung; vgl. gehülfin,
das nachher auch in jener bibelstelle eingesetzt ward.