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Gehöft

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gehöft

Gehöft

Hof m. ‘in einen Wohnkomplex einbezogener eingezäunter Platz, bäuerliches Anwesen, fürstliche Residenz, fürstliches Gefolge und Milieu’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. aengl. hof können der unter Hobel (s. d.) behandelten Labialerweiterung ie. *keup-, *kūp- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zugeordnet werden; dann würde Verwandtschaft mit Hübel ebenso wie mit Hügel, hoch (s. d.) und den dort genannten Wörtern bestehen. Der inhaltliche Bezug zur genannten Wurzel ließe sich aus der Vorstellung eines auf erhöhtem Gelände, auf einer Anhöhe gelegenen Anwesens erklären, wofür Parallelen wie norw. hov ‘Hügel’, anord. hof ‘Tempel’ sprechen. Vertreten wird auch die Vermutung, daß die aus Lehm und Flechtwerk errichtete Wand eines Gebäudes oder einer Einhegung um den Wohnkomplex, also eine Wurzelbedeutung ‘biegen, flechten; umhegter, umzäunter Raum’ als Ausgangspunkt zu betrachten sei (vgl. de Vries Nl. 261). Die bereits im Ahd. und Asächs. nachzuweisende und bei mhd. hof deutlich hervortretende Verwendung im Sinne von ‘Fürstenresidenz, fürstlicher Hofstaat’, an die die meisten Komposita und Ableitungen anknüpfen, entwickelt sich unter dem Einfluß von gleichbed. afrz. cort (frz. cour), mlat. cortis, curtis. – Gehöft n. ‘bäuerliches Anwesen, ländlicher Gebäudekomplex’, frühnhd. (md.) gehofte (15. Jh.), dann Gehöfte, Gehöfde; Kollektivbildung zu Hof. hofieren Vb. ‘jmdn. mit Galanterie, übertriebener Liebenswürdigkeit behandeln, sich mit Höflichkeit und Dienstbeflissenheit um jmds. Gunst bemühen’ (vgl. jmdm. den Hof machen), mhd. hovieren, hofieren, auch ‘in festlicher Geselligkeit sich erfreuen, aufwarten, musizieren, einherstolzieren’. höfisch Adj. ‘zum Hof (eines Fürsten) gehörig, den Fürstenhof betreffend’, mhd. hövesch, hövisch ‘hofgemäß, fein, gesittet, unterhaltend’, entsprechend afrz. corteis, cortois (frz. courtois); s. auch hübsch. höflich Adj. ‘zuvorkommend, aufmerksam, gute Umgangsformen beweisend’, mhd. hovelich ‘dem Hof angemessen, fein gebildet’; Höflichkeit f. ‘guter Umgangston, Zuvorkommenheit’, mhd. hovelecheit. Höfling m. ‘Angehöriger eines fürstlichen Hofstaats, Fürstendiener’, mhd. hovelinc. Hofmeister m. ‘Verwalter, Aufseher über Dienerschaft und Hofhaltung eines Fürsten, Erzieher (in einem vornehmen Hause)’, mhd. hovemeister. Hofnarr m. ‘Spaßmacher, Unterhalter an einem Fürstenhof’ (16. Jh.).
2376 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GehöftDas

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Das Gehöft , des — es, Mz. die — e , die zu einem Ackerhofe gehörigen Gebäude, ein Hof . Ein Dorf von funfzig Gehöften .…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gehöft

    Goethe-Wörterbuch

    Gehöft überwiegend -e (landwirtschaftl) Anwesen die .. Jungfrau, | Die [ während des Kriegsdienstes der Männer ] auf dem…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gehöft

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gehöft , s. Hof und Landwirtschaftliche Gebäude .

  4. modern
    Dialekt
    Gehöftn.

    Nachträge (Mecklenb.) · +2 Parallelbelege

    Wossidia Gehöft n. wie im Hd. Müll. Reut. 44 a .

  5. Spezial
    Gehöft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|höft n. (-[e]s,-e) mesc m. , lüch (lüsc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehoeft

3 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gehoeft

ge- + hoeft

gehoeft leitet sich vom Lemma hoeft ab mit Präfix ge-.

gehoeft als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von gehoeft (2 von 2)

gehöfte

DWB

gehöfte , n. coll. zu hof, hofstätte u. ähnl. 1 1) 1@a a) es erscheint zuerst am Niederrhein im 14. jh., gehufte: ouch suolen wir den ( gepa…

ungehöfte

Lexer

un-gehöfte stn. BMZ unhöfisches benehmen, rohheit Walth. 150,70. vgl. Vilm. weltchr. 26.