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gehebe

mhd. bis nhd. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gehebe adj.

Bd. 5, Sp. 2333
gehebe, gehäbe, adj. verb. zu haben, gehaben, mhd. gehebe, vom praes. gebildet, wie z. b. gänge, mhd. genge von gangen; nur hd. und md., wie es scheint, nicht nd. nl. daneben behebe (s.beheb I, 1331), ebenso zu behaben behalten, festhalten. die schreibung gehäbe, wie behäbe, sucht das band mit haben festzuhalten. ahd. gihepi (2, a), aber auch noch ohne das -i gihap (s. 1, a) Graff 4, 739, s. zu dieser doppelheit sp. 1617 (ε). 11) zu gehaben, halten, fest halten, enthalten u. ä. 1@aa) im eigentlichen sinne ahd. einmal unguhap inops Diut. 2, 339 (zu gu- s. sp. 1595), also ohne habe, besitz, aber auch schon ein ungehabaʒ vaz, vas futile, das die flüssigkeit nicht hält, wie noch jetzt. mhd. gehebe, umfassend, geräumig (vgl. gehältig 4): umb nît und haʒ strâf wir die alten und habe wir (doch selber) gar gehebe valten (behälter), in den wir alten kriec (streit) behalten. Renner 14205; und (er) was ein gastgebe, sîn hûs was sô gehebe, daʒ bî im maniger nachtes bleib. pass. K. 321, 78. 1@bb) nhd. im 16. jh. bildlich von einem verschwiegenen, der anvertrautes fest behält: heimliche ding .. offenbaren sie die nit weiter? darnach ein ieder gehäb und verschwiegen ist oder herwider los und schwatzhaftig. Hutten 5, 355 M.; vgl. von einem unzuverlässigen, ironisch: er ist geheber dann ein sip (sieb). Eyring 2, 351 (ungeheber 2, 352). so noch schwäb. behäb, gehäb, verschwiegen, z. b. sei fein behäb, behalt es bei dir Schmid 251; daher, zugleich mit anklang an die bed. c: wenn du verschweigen selbst nicht kannst, was dir ist eigen, wie hoffst du, dasz es könn' ein anderer verschweigen? wenn deine brust gehäb nicht war, es zu behalten, die, der du's anvertraust, hat wol noch gröszre spalten. Rückert ges. p. w. 3, 339. 1@cc) besonders so auf gefäsz und flüssigkeit u. ä. bezogen, wie schon ahd. ungihap vorhin, nhd. ungeheb futilis, rimosus, perfluens Alberus gg 1a, so gehebe, adj. und adv. 1@c@aα) adj.: wundent es (das kind) in eine gehebe lade und sattent die uf das wasser Nylus. Königsh. Straszb. chr. 261, 1; donoch det (liesz) er machen eine glesin stuben, die allumbe gehebe was, und lies sich do inne an des meres grunt. 311, 4; vermach den krug mit einem gehäben deckel. Hohberg 1, 239b; wie sagst du mit éinem wort 'gehäbe röhren'? — wenn er 'dichterinnen' von dir will hören. Rückert ges. w. 11, 442 (29. mak.), er kannte es aus der heimat (s. e). 1@c@bβ) als adv.: er (der faszbinder) sol ouch die vasse gehebe binden. Schöpflins Als. dipl. nr. 980; thu sie in ein glaskolben, stopfs geheb zu. Sebiz feldb. 397 u. ö.; diese stücke in 3 ächtring des besten weins gethan, wol und gehäbe zugedeckt, dasz kein dampf heraus mag. Hohberg 1, 242b; die röhren müssen gehäb an den stammen angehen. 1, 425b; schlage oben die fäszlein oder die tonne mit einem spunde fein gehebe und dichte zu. Coler hausb. 20. 1@c@gγ) ebenso behebe decke, beheber sack, beheb vermacht u. ä., beide wörter gehen zusammen als nebenformen, eben wie gehaben und behaben, geheben und beheben. 1@dd) es geht aber in die allgemeinere bed. dicht, eng, genau über, auch mit zurücktreten des begriffes halten: dem hecht that es so wohl und sanft, an der sonne zu stehen, dasz er darüber sein selbst vergasz, und ein knabe ihm eine schleife .. fein geheb über den kopf zog und ihn unversehens aus dem wasser rückte. Scriver Gotth. 43, wo doch das halten noch hereinklingt; die garben fein gehebe auf einander legen, dasz sich die mäuse nicht so sehr darinnen aufhalten. Frisch 1, 389c aus Colerus hausb. 8, 19. für genau schlieszend, von einem bretergerüste: gruben sie darneben (neben dem privet) noch ein tiefers (loch) .. und macheten doch oben .. ein poden mit pretern auf das gehebst und schuteten ein wenig santz (sands) darauf. Nürnb. chr. 4, 313, 8, dicht, um den gestank abzuhalten. so bildl. genau: meinet nun Lucas die statt Ephrem, so gehen die historien sehr geheb auf einander. Mathes. hist. v. J. Chr. 1, 96b, passen sehr genau, eben wie breter u. ä.; der schloszvogt schlosz geschwind das thor nach seinem kinde, gehäbe, dasz kein wind den weg durchs spältchen finde. Rückert 12, 159 (Rost. u. S. 32). 1@ee) in das schriftdeutsch nicht aufgenommen, ist es doch noch in mundarten lebendig, wie es denn auch Adelung als oberd. aufnahm (aber nur aus Frisch), vor ihm aber im 18. jh. als gut hd. z. b. Rädlein 336b gehebe, genau beisammen, Aler 867a solidus, bene junctus, es ist noch heimisch im nördl. Franken, henneb. Reinwald 1, 41, schmalkald. z. b. fenster sind gehebe oder nicht gehebe. Vilm. 155 (niederhess. dafür behebe), nach Schmid schwäb. wb. 251 auch westerwäldisch, coblenzisch, musz aber nach dem gebrauch des 17. jh. noch da einen weit gröszern kreis gehabt haben, auch ins östliche md. hinein (vgl.gehabe unter 3). 1@ff) zu dem begriffe genau, dicht gesellte sich aber als ergänzung im gebrauch der von leicht beweglich, bequem anschlieszend u. ä.; so im 18. jh. bei Weber 332b gehebe commodus, facilis, accuratus, bequem, vgl. bei Vilm. nicht gehebe von verquollenen fenstern, thüren, gleich ungänge; und schon im 16. jh.: lasz sie (die form) von birnbaumholz also drehen, das man einen eisern ring daran schieben kan, der geheb daran gehet. L. Erker beschr. aller erzarten 8a; lasz dir ein solchen holen deckel machen, der geheb hinein gange und den kessel wol verschliesze. Ryff chir. 44a, dicht und doch bequem. 1@gg) bair. aber anders, geheb und gehebig, anhaltend, aushaltend, auch fest, stark, wirksam, munter. Schm. 2, 140, eig. fest haltend bei der arbeit u. ä. 1@hh) und noch anders schwäb. bhäb, ghäb, geizig Schmid 251, bair. beheb, behebig Schm. 2, 140, eig. fest haltend, zähe; vgl. hebig. 22) auch zu sich gehaben, sich halten u. ä. 2@aa) so wol ahd. gihepi, gidiginiu seria Graff 4, 739. 828, mit erweiterter bildung (s. 3) ungihebîg insanus, lubricus, obliquus, eig. wer oder was sich nicht halten kann, haltlos, 'serius' aber der sich in der gewalt hat o. ä., vgl. gehalten 3 schon im ahd. in nächstverwandter bed. und wie dort gahaltana casta, so noch im 15. jh. gehebe, wieder mit behebe wechselnd: continens .. der beheb ist und mydet überflusz in essen, trinken, schlafen, wachen, der nit hin fluszt oder nit hinflissig ist (d. h. zugleich nach 1, c) .. ein kuscher oder ein geheber. Melber e 4b (kusch noch im allgemeinern sinne), vgl.m 4a incontinens unbeheber, der da ein unkusch leben furt, e 4a continentia beheblichkeit (vgl. gehäblich). s. auch u. gehäbig 2, gehebig 3. 2@bb) daher wol auch geheb, behutsam, nicht hastig: und darauf (auf die wunde) legen einen zehen taig gemachet aus waizenmeel oder letten, und solches fein geheb thuen, auf das die gesunde haut nit verletzt werde. Seuter rossarzn. 234. 2@cc) hierher vielleicht auch gehäb bene se habens, bene, recte Haas 2, 228a, wie behäbig zu sich behaben; vgl. schmalkaldisch in dem wald ist es nicht geheb (gespr. gehê), nicht geheuer Vilm. 156, eig. unbehaglich? der umkreis des begriffes musz überhaupt noch weiter gewesen sein, bes. mhd. 33) bemerkenswerte nebenformen vor allem nordböhm. gehabe, dicht, fest Petters andeut. 48, doch wol ein nachklang des ahd. gihap; mit neuer adj.-endung gehabig und gehebig (s. d.); beheb aber auch zum particip ausgeprägt (vergl. sp. 1612) als behebt im Hanauischen Vilm. 155, vgl. ein behebter kopf oben I, 1332, zu 1, f?
7386 Zeichen · 211 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gehebeadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +15 Parallelbelege

    gehebe adj. 1. viel haltend, geräumig. und habe wir gar gehebe valten in den wir alten kriec behalten Renner 14205. sol …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gehêbe

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Gehêbe , S. Adelung Gehäbe .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gehebe

3 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gehebe

ge- + hebe

gehebe leitet sich vom Lemma hebe ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gehebe 2 Komponenten

geh+ebe

gehebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gehebe‑ als Erstglied (1 von 1)

gehebede

Lexer

gehe·bede

ge-hebede stf. BMZ besitztum Gen. Leys. ; das benehmen, verhalten Diem. Augsb. r. W. 357 ;

gehebe als Zweitglied (1 von 1)

ungehebe

DWB

ung·e·hebe

ungehebe , ungehäbe , adj. adv. , gegentheil von gehebe, gehäbe ( th. 4, 1, 2, 2333) und seitenstück zu unbehebe, mit dem es wie bei Frölich…

Ableitungen von gehebe (1 von 1)

ungehebe

DWB

ungehebe , ungehäbe , adj. adv. , gegentheil von gehebe, gehäbe ( th. 4, 1, 2, 2333) und seitenstück zu unbehebe, mit dem es wie bei Frölich…

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APA
Cotta, M. (2026). „gehebe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gehebe/dwb?formid=G04807
MLA
Cotta, Marcel. „gehebe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gehebe/dwb?formid=G04807. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gehebe". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gehebe/dwb?formid=G04807.
BibTeX
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