Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gedœne stN.
2 ‘Klang, Schall von Musikinstrumenten (überw. Schellen, Glocken)’
3 ‘Getön, Laut, Schall’
1 ‘Gesang, Melodie’, überw. von menschl. und Vogelgesang: nieman gelernen kan red und gedœne singen KvWLd 32,305; SM:Ta 4:1,6; Renner 4194; er [...] sang mit geischlichem stillen gedoͤne, daz der mund gie und es doch nieman horte Seuse 29,22; schœne gedœne singent vogellîn als ê KvWLd 16,4; ir gedœne seltsæn unde wilde / sanc diu liebe nahtegal ebd. 12,9. 8,7; HvNstGZ 7525. – daz si [ sinnelôse giegen ] den künsterîchen stelnt ir rede und ir gedœne KvWLd 32,185. 19,5; waz toug ze sange ein trüebez klagen, / ein siufteberndez liet, ein fröidelôs gedœne? SM:Te 6: 3,8; dô huop man an sâ zehant / mit lûtem gedœne / ein messe Ottok 67937; Renner 1201. 22240; diu lerche lüftet ir gedœne, / daz ir schal ûf dur diu wolken dringet KLD:KvK 1:1,3; Renner 9384. – auch vom Gesang der Sirenen: das si [ syrenen ] [...] ligen indem mer / und die lúte [...] / mit ir gedoͤne irtrenchen RvEWchr 26667; KvWLd 1,132. – iron. vom Geschrei des Esels: der esel [...] sanc ein hügeliet [Freudenlied] [...]. / zem gedœne balde kam gegangen Isengrîn Marner 15,131 2 ‘Klang, Schall von Musikinstrumenten (überw. Schellen, Glocken)’ sîne schellen gâbn gedœne Parz 39,21; durch süez gedœne hiengen dran / guldîne schellen RvEAlex 5372; Wig 9196; Renner 23070; PassIII 460,22; alle ir horn nâmen / und hürneten vil schône / mit ime [Tristan] in sîme dône [...] : / diu burc diu wart gedœnes vol Tr 3222; KvWTroj 12203; kumt aber ieman mit swegeln dar / oder mit seiten spils gedœne Renner 20213; Wig 9452. – ein man [ psaltes, Rg IV 3,15] / der suͤssen [l. -ez ] gedon machen kan RvEWchr 35954; EvBeh Lc 15,25; gedone ane wort daz ist ein toder galm Meissner 10:1,7 3 ‘Getön, Laut, Schall’ das or empfacht das gethoͤn vnd die zung den geschmack Eckh 2:472,2; daz ein pînlich gedœne mînen ôren als lustic sî als ein süezez seitenspil, daz erkriege [erreiche] ich niemer ebd. 3:491,19. – allez [...] sprach her [Gott] al zu mâle in deme worte; nicht mit gedône noch mit stimme, sunder mit swîgene HvFritzlHl 179,30; die wunderschön / macht clein gedön / vnd hiesz den wachter peitten Hätzl 1:27,353; ich han gesehen [...] / sie [Tobsüchtige, Akk.Pl.] schrien, glien, gellen / gar úbel sich gehabende / an sant Johans abende. / von non hin ze non / si triben das gedon SHort 2966; Rennew 16695; Echo: gebirge stein unde walt / begunde [...] / zwîvalt gedœne bringen RvEAlex 7038. – suͤlch gedoͤne von den swerten gie, / div mit kraft die kristen sluͦgen TürlArabel *R 46,24; der gemeine schal [der Angreifer] mit wuof gap sulîch gedœne Loheng 2817; KvWTroj 39197
MWB 2 219,16; Bearbeiter: Bohnert