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54 in 23 Wb.
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Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

GE untrennbare partikel.

Bd. 1, Sp. 490a
GE untrennbare partikel. goth. ga; ahd. ga, ka, gi, ki, chi, ge, ke, auch, obgleich selten, ahd. ha, hi, he; vgl. lat. cum, gr. ξύν, σύν. noch in mhd. quellen, namentlich ältern, gi; vor vocalen und halbconsonanten häufig apocopiert, z. b. garnen, gêren, gunnen, glîch, gloube, glücke, gnâde, gnuoc, grop, gwant u. s. w. s. Gr. 2,733 f. 832 f. 3,50. 255. Ulf. wb. 31. Graff 4,10. Hahn 2,65. 74. Wackernagel wb. 214. die partikel bedeutet ursprünglich mit, zusammen: sie drückt daher in zusammensetzungen mehrfach noch den begriff der gemeinschaft, behaftung, der theilnahme aus; häufig verstärkt sie aber nur den begriff des einfachen wortes. sie erscheint in sehr zahlreichen zusammensetzungen, und zwar
I. vor substantivis. hier sind besonders zu bemerken
1. substantiva, welche persönliche gesellschaftsbegriffe bezeichnen, wie gebette, gebruoder, gebûr, gegate, gehilfe, gemahel, gemahele, gemaʒʒe, genanne, gereise, geselle, geslâfe, gespil, gestalle (in nôtgestalle), gestrîte, gevatere, geverte, gewëte. bisweilen wird ge in diesen worten verschwiegen, wie z. b. in selle für geselle. vgl. Lachmann vorr. zu Wolfram XIV. Sommer zu Flore 158.
2. collectivbegriffe, von persönlichen oder sächlichen substantivis abgeleitet. gebeine, gebende, gebirge, gebrehte, gedigene, gedœne, gegihte, gehilze, gehünde, gehürne, gelæʒe, gemerke, gemüete, geræte, geriune, geriute, gerün, geserwe, gesidele, gesinde, geslehte, gesmîde, gespræche, ge steine, gestirne, gestüele, gestüppe gesüene, gevelle, geverte, gevidere, gevilde, gevügele, gewæfen, gewæte, gewürme, gezimber.
II. vor adjectivis.hier sind diejenigen zu bemerken, welche aus substantivis gebildet sind und bezeichnen, daß man antheil an dem habe, was das substantivum ausdrückt. gebart (einen bart habend Lanz. 7847) gehant, wîʒgehant, gehâr, gehaʒ, gehërze, gehorn, gelenke, gelîp, gemâc, gemâl, geman (jubatus), geman (dives subditis), geminne, gemuot, genœte, geschuoch, gesmach, gesiune, gesite, geslaht, gesnabel, gestopfel, gevar, gevriunt, gewar, gezagel, gezan.
III. vor participiis prät., von substantivis gebildet, denen keine andere verbalform zur seite steht. geherret, gehundet, gîsert, geloubet, geseilet, gesinnet, gesteinet, gestirnet, getouwet, gewërldet.
IV. vor verbis:hier sind zu unterscheiden
1. feste zusammensetzungen,welche in der regel den begriff des einfachen wortes verstärken, oder den begriff einer annäherung, eines zusammentreffens, einer übereinkunft, ferner des festen, dauernden bezeichnen. s. den index.
2. zusammensetzungen mit einzelnen verbalformen.die partikel erscheint
a. vor dem part. prät. starker und schwacher verba.hier ist sie so stehend, daß nur auslassungen derselben aufzuführen sind: vgl. komen, funden, lâʒen, troffen, worden, brâht; ferner biʒʒen Reinh. s. 343. geben Mar. 211. 214. Trist. 1370. frauend. 577,20. goʒʒen Gudr. 1109,2. heiʒen das. 1072,1. kêrt Parz. 91,11. koufet Trist. 2211. Bert. 4. 45. 91. krônet Parz. 13,24. küsset Nib. 526, 2. s. Gr. 1,1016. 2,847. Hahn 1, 101. 2,75. Haupt zu Engelh. 4257.
b. vor dem präteritum, und bewirkt, abgesehen davon, daß sie auch hier, wie bei dem präs. den begriff des verbi oft nur verstärkt:
α. die bedeutung eines perfects. er gelebte nie liebern tac Iw. 274. eʒn gereit nie mit schilte kein ritter also volkomen das. 62. daʒ munt von wîbe nie gelas noch sus gesagte mære Parz. 224,12. der muoter brust ie gesouc das. 311,11. swaʒ ich froiden ie gepflac Walth. 42,10. swer pfliget oder ie gepflac MS. 1, 147. a. sô vil sô gesanc ie man das. 64. a. u. m.
β. die bedeutung eines plusquamperfects. dô siʒ im gesagte Iw. 211. dô er driu jâr dâ getwelte unde im got gequelte mit grôʒem jâmer den lîp a. Heinr. 351. dô ich in gezamete MS. 1,38. dô man gaʒ Wigal. 29. ê sich der rât geschiet Parz. 424,7. sît man im daʒ ors genam das. 523,4 u. m. vgl. Gr. 2, 843. Wackernagel wb. 214.
c. vor dem präsens, wo die partikel, wie es scheint,
α. den sinn des perfects hervorbringt. alse du sat getrinkis, vil lutzil du gedenkis daʒ du — glaube 2469. sô diu katze die kroten alsô gelecket, sô beginnet si alzehant dorren Bert. leseb. 679,32. unde wirfet daʒ rat umbe diz wurmelîn hin wider vil menic werbe ê dan eʒ gekrieche wider an daʒ zeichen leseb. 770,23.
β. den sinn eines fut. exact. hervorbringt. den minnisten helbelinc den imer ieman dar geleget, der ne wirt ime niemer versaget glaube 2612. daʒ lôn wirt dir bereite nâh dîner arbeite, iʒ sî ubil oder guot, als der mensche hie getuot das. 2533. gevrume ich mînen willen, sô sizzet hie hinne vil stille kchron. leseb. 201,18. noch nesullen si doch under die heiligun christenheit niemer chomen ê daʒ si ir rehtun glouba gougent leseb. 304,5. swenne er hie geringet und ûf sîn alter bringet den lîp mit micheler nôt, sô muoʒ er lîden doch den tôt a. Heinr. 601. sô si unser friunde dort gegrüeʒen, sô kêren dan und helfen mir die sünde büeʒen MS. 1,72. b. swenne ir geprüevet sînen art, ir sît gein strîte dermite bewart Parz. 240,1. als dîn helm genem den stric, zehant wis muotic unde balt MS. 2,252. b. vgl. Wackernagel wb. 215.
c. sehr häufig vor dem infin. nach den hilfszeitwörtern, welche ihr präs. nach art eines präteritums bilden.die partikel ge gibt dem infin. präs. die bedeutung eines inf. perf., welcher nach ihnen auch sonst (Gr. 4,171 ) statt findet. der decheiner dorfte sînen lîp nie baʒ gezieren Parz. 687,7. sô dorfte si immer kleine gesorgen umb ir êre Trist. 12706. daʒn kunderme anders niht gesagen Iw. 148. daʒ er dem kiusche kan gegebn Parz. 502,21. er mac gerîten noch gegên noch geligen noch gestên das. 491,1. müge gegieʒen Trist. 19441. sîn blic sol dîniu ougen gesüeʒen W. Tit. 130,4. getar gesagen Trist. 1226. sô getar er sich gerüeren niht W. gast, leseb. 510: 12. wiltu gewegen pf. K. 305,14 u. m. viele beispiele Gr. 2,847 f. Wackernagel wb. 216.
5813 Zeichen · 214 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    geKonj.

    Köbler Ae. Wörterbuch

    ge , Konj. nhd. und, auch ÜG.: lat. et GlArPr Hw.: s. géa Q.: GlArPr E.: germ. *ja, Adv., Konj., ja, und L.: Hh 141, Hal…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ge

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    ge- für gi- als Präfix s. unter dem Grundwort.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GEuntrennbare partikel.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    GE- untrennbare partikel. goth. ga ; ahd. ga , ka , gi , ki , chi, ge , ke , auch, obgleich selten, ahd. ha, hi, he ; vg…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gePers.-Pron.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    ge , Pers.-Pron. Vw.: s. gī (2) L.: MndHwb 1/2, 26 (gê)

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ge

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ge- , eine Sylbe, welche verschiedenen Redetheilen vorgesetzet wird, und bald eine gewisse bestimmte Bedeutung, bald abe…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ge

    Goethe-Wörterbuch

    ge- kollektivbildendes Präfix, in metaspr Sicht Augustens und Riemers Späße mit der Bildung von lauter collectiven Subst…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    GE

    Hederich (Mythologie, 1770) · +3 Parallelbelege

    GE , sieh Titæa .

  8. modern
    Dialekt
    g(e)

    Elsässisches Wb. · +23 Parallelbelege

    g(e)- [k- O. ; in U. kə- und k-: k- vor Vokalen, f, h, k, s,  Str. K. Z. , auch vor den übrigen Kons. ausser d, t Betsc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ge

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