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gargel

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gargel f., m.

Bd. 4, Sp. 1357
gargel, f., m. die kimme, ein böttcherwort, auch gergel, girgel, wahrscheinlich nächstverwandt mit gurgel. 11, 1@aa) gargel oder kröse, die furche unten im eimer zur einfügung des bodens. Karmarsch 2, 205, heimisch im Rheinlande, z. b. in Nassau, die rinne der faszdauben für den boden Kehrein 151, auch in Würtemberg und hier auch garge (und gargeln, die gargel machen) Schmid 221; in Luxemb. goirgel m. (mit oi aus ă) Gangler 184. schon im 13. jh. gargele, in einem breisgauischen weisthum: swer ouch der eptissin kelner ist (s. u.kelnhof) ... sô der banwîn ûf die gargele gânde wirt, sô sol der überige sîn sîn. Mones anz. 3, 16, weisth. 1, 823, wenn er auf die neige zu gehn anfängt, die nach der gargel im fasse bemessen wird. die kimme und die gargel haben übrigens einen unterschied, s. kimme 1, b. 1@bb) das werkzeug zum einschneiden jener rinne, auch gergelkamm m. (Kehrein), letzteres an kimme erinnernd, vgl. appenz. chemmgeschirr n. kehlhobel Tobler 100a, s. auch kammeisen, kimmeisen. 1@cc) merkwürdig einstimmend span. gargól m., eben jene rinne in den faszdauben; eine unmittelbare entlehnung erscheint doch beiderseits unmöglich. 22) rhein. auch mit umlaut gergel f. Kehrein 151, bei Adelung gergel m., und wieder auch vom werkzeuge, das auch der zargzieher heiszt, nach zarge f. der über jener rinne hervorstehende rand der dauben, wobei zu bemerken dasz kimme sowol diesen rand als jene rinne bezeichnet (s. kimme 3, a, auch kröse mit der doppelbed.); nl. ghergel gibt Kil. nur als 'ora, margo', rand, gaerghel dagegen als compago, commissura und ora, margo, also die fuge und der rand zugleich, nnl. girgel, gergel ist die rinne, auch hd. girgel m. Ludwig 780. 33) nach gargeln (s. d.) ist ein subst. gargel gurgel, kehle wahrscheinlich, rinnen solcher art werden aber vielfach als kehle (s. d. 5, a) bezeichnet, indem der handwerker sein arbeitsstück als lebendes wesen behandelt, wie denn jener faszrand auch der kopf heiszt (V, 706, vgl.'kehlkopf'); so scheint gargel eig. als kehle gemeint, wie kröse, der rand, eig. als der 'kopf' dazu, kehlkopf, s. kros knorpel unter krosel, hier als halsknorpel. 44) nahe tritt aber ein mhd. kunstausdruck aus der baukunst gargôle, an dem in der erlösung 433 ff. beschriebenen tabernakel kommt vor: dar umbe stûnt ein dolde von posten und flôlen, wintburgelîn, gargôlen, gesimse dar under .. v. 442, deutlich fremdwort, vgl. franz. gargouille f. speiröhre der dachtraufe, engl. gargoil, span. gárgola, also eine rinne (mit mundstück), wie sie es an dem tabernakel auch sein wird, und wie am fasse auch. 55) wie das rheinische und das franz. wort, gárgele und gargôle, gargouille sich ursprünglich verhalten, deutet wol das span. an, das umgekehrt für die bed. unter 4 die deutsche betonung hat (gárgola), für die deutsche bedeutung aber die rom. betonung (gargól): es musz eine urspr. einheit dahinter liegen, das franz. wort, das Diez 164 (1, 203) unter lat. gurges stellt, wird zugleich einflusz von gargel erfahren und urspr. auch kehle, rinne überhaupt bedeutet haben. s. weiter gargeln.
3091 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GargelDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der Gargel , s. Gergel .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gargel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gargel ( Kimme ), s. Faß , S. 345.

  3. modern
    Dialekt
    Gargel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Gargel [Kàrkl Su. Geberschw. ; Kàrìkl Bebelnh. Lobs. ; Kàrjl Türkh. ; Kàrìχl K. Z. Betschd. ; Pl. Kàrkla, Kàrìklə, Kàrìχ…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gargel

13 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von gargel 2 Komponenten

gar+gel

gargel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gargel‑ als Erstglied (12 von 12)

Gargelhobel

SHW

Gargel-hobel Band 2, Spalte 1091-1092

Gargelkamm

SHW

Gargel-kamm Band 2, Spalte 1091-1092

Gargelkopf

SHW

Gargel-kopf Band 2, Spalte 1091-1092

Gargel+eisen

PfWB

gargel·eisen

Gargel + -eisen n. : = Gargel 2. a. 1782: 1 garchel Eissen [SSp., v. d. Leyen Fasz. 100]. —

gargelen

KöblerMhd

gar·gelen

gargelen , sw. V. nhd. gurgeln Hw.: vgl. mnd. gargaren E.: s. gargel W.: s. nhd. (ält.) gargeln, sw. V., gargeln, gurgeln, DW 4, 1358 L.: Le…

Gargelhobel

RhWB

gargel·hobel

Gargel-hobel -uw- Koch m.: H., mit dem der Falz zur Aufnahme des Bodens ausgehobelt wird.

Gargelkamm

PfWB

gargel·kamm

Gargel-kamm m. : = Gargel 2, Gaʳjelkamm [ NW-Deidh ]; vgl. Gargelrisser . Südhess. II 1092 ; Rhein. II 1029 ; Bad. II 294 .

gargeln I

RhWB

gargeln I ga·r.j- Trier , Merz-Merching ; j- Sieg-ODollend ; gērj- Simm-Belth ; gę·r.j- Zell-Traben , Merz-Losh , Neuw-Datzeroth Dierd ; -u-…

gargeln II

RhWB

gargeln II ja·r.jələ Malm-Amel , Sieg-ODollend Kuxenbg schw.: würgen, sich räuspern; röcheln. S. garcheln. — Dieselben Abl. wie bei g. I.

Gargelrisser

PfWB

gargel·risser

Gargel-risser m. : = Gargel 2, Gaʳjelrisseʳ [ NW-Deidh ], Gargel- [ Beam Penns 39]. Südhess. II 1092 ; Rhein. II 1029 ; Els. II 289 ; Bad. I…

Ableitungen von gargel (1 von 1)

gargele

MWB

gargele stF. aus lat. gargellum, gargalum (s. Germ. Rom. 2,268). Einschnitt an den Enden der Fassdauben zur Befestigung des Bodens, ‘Gargel,…

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APA
Cotta, M. (2026). „gargel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gargel/dwb?formid=G01140
MLA
Cotta, Marcel. „gargel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gargel/dwb?formid=G01140. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gargel". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gargel/dwb?formid=G01140.
BibTeX
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