kelnhof,
kellnhof,
m. name einer gewissen art hofgüter in gewissen theilen Schwabens und der Schweiz; s. mehr bei Haltaus 1081,
der drei arten kellnhöfe
unterscheidet, und Mone
zeitschr. für gesch. des Oberrheins 10, 94. 129,
bes. 91,
wonach '
selbstgebaute güter'
so hieszen, die einem Benedictinerkloster zinspflichtig waren, bei Cisterziensern bauhöfe,
bei weltlichen herren frohnhöfe
genannt (
anders Maurer
fronhöfe 2, 124).
Aus mhd. zeit oft im habsburg. urbarbuch, herausg. v. Pfeiffer,
z. b.: dâ (
im Waldshuter amte) ist ouch ein kelnhof, der giltet (
bezahlt als gülte an Habsburg) ein pfunt Baseler. 46, 17; dâ ist ouch ein kelnhof, der Sant Blêsien (
im südl. Schwarzwalde) eigen ist. 60, 8; ze Küsnach lît ouch ein kelnhof, der für eigen von dem gotshûse (
von Muorbach) kouft wart. 191, 1,
zwischen dinghöfen, meierhöfen
genannt. nachher auch kellnhof,
s. Haltaus 1081,
einzeln kelenhof
das. (14.
jh.),
und kelhof, kellhof
weisth. 1, 248
ff. 259, chellehof
schweiz. geschichtsfr. 2, 176 (14.
jh.).
noch führen im canton Zürich allein sechs höfe den namen Kählhof,
auch als personenname erscheint Kehlhof.
Der inhaber heiszt keller
oder kelner,
lat. cellerarius (cellenarius Schmid
schwäb. wb. 309): dasz ein ieglicher keller des kellhofs zu Wellhausen (
im Thurgau) .. ein gotshausman des gotshaus in der Reichenauw sein solle ... und sol ein ieglicher keller (
bei seinem eintritt ins lehen) schweren einen eid .. den kellhof in ehren (
gutem stand) zu haben.
weisth. 1, 250; (
das besthaupt, an den probst zu entrichten, soll man) antwurten dem kelner in dem kelnhof (
nachher auch keller).
schweiz. geschichtsfreund 4 (1847), 70.
im habsb. urb. kommen auch kelner
auf dinghöfen
vor, s. 239, 24. 10. 240, 34. 20,
aber das sind wol zugleich kelnhöfe. seine stellung heiszt das kellerampt Haltaus 1080.
Was zum kelnhof gehört, heiszt kelnhofgut: ainen wingarten zu Rickenbach an der halden gelegen, das (
nämlich der weinberg) recht (
wahres) kellnhofgut ist.
Lindauer urk. v. 1453,
das. 1081; dasz zu Zaisertschweiler, Besenreuti .. gar keine kellnhofgüter, sondern allein hofgüter und waldlehen gelegen seien.
von 1571
das. 1082.
Leute die zu einem kelnhofe gehören, heiszen kelnleute: si sient ziens- oder kelnlüt oder in wel wise si unserm gotzhus zugehörent.
Reichenauer urk. v. 1399, Schmid
schwäb. wb. 309.
die mühle eines kelnhofs kelnmüli habsb. urb. 305, 25, kelmüli 256, 1. 304, 28.
auch der kilchen
kelherren 223, 11
sind wol nur keller
mit höherem titel (
vgl. unter kirchherr),
wie es scheint die pfarrer selbst. auch kelmaier wird der keller genannt (
maier auf dem kelhof),
er hält das kelgericht ab, s. Mones
zeitschr. 5, 378
ff. 10, 94.
Der ursprung des wortes ward gewöhnlich an lat. colonus
geknüpft, so von Goldast
scr. paraen. 441, Stieler 845, Frisch,
die darum kölnhof
schrieben; kelner, keller
sollte aus kölner, colonarius (
die aber beide so nicht vorkommen)
verderbt sein, wie allerdings mlat. colonia
für hube, hufe bestand (Haltaus 1081, Dief. 133
b).
Die auffassung des namens an ort und stelle, und zwar die amtliche, aus dem anfang des 14.
jh. zeigt die lat. übers. im habsb. urb. curia cellerarii 304, 27 (
in Unleingen, es ist der kelnhof 255, 6). 305, 22. 309, 7
u. ö.; der cellerarius
ist der keller
sp. 515,
und die doppelformen kelnhof (kellnhof)
und kelhof, kelnmüli
und kelmüli
weisen bestimmt auf die doppelformen von kellner
und keller
als gutsverwalter (
ein Ruodolf Kelner
habsb. urb. 190, 4).
so heiszt es denn auch kelners hof Mone
zeitschr. 7, 218 (13.
jh.),
weisth. 2, 336,
und kellerhof (
s. d.).
wie nun der hof eines huobers, huobeners
ein huophof
hiesz (
anz. d. germ. mus. 1860
sp. 95,
weisth. 4, 264),
der hof eines vorsters
ein vorsthof (
weisth. 4, 799),
der eines kastners
ein kasthof (
sp. 270),
so ist wol denkbar, dasz man auch statt kellerhof, kellnerhof
bequemer, obwol gewaltsam kürzend kelhof, kelnhof
sagte. Mone 10, 91
bringt aus Franken v. j. 1341
einen kernhof
bei, das stimmt zu schwäb. kern
keller sp. 513.