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kelnhof

mhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kelnhof

Bd. 11, Sp. 523
kelnhof, kellnhof, m. name einer gewissen art hofgüter in gewissen theilen Schwabens und der Schweiz; s. mehr bei Haltaus 1081, der drei arten kellnhöfe unterscheidet, und Mone zeitschr. für gesch. des Oberrheins 10, 94. 129, bes. 91, wonach 'selbstgebaute güter' so hieszen, die einem Benedictinerkloster zinspflichtig waren, bei Cisterziensern bauhöfe, bei weltlichen herren frohnhöfe genannt (anders Maurer fronhöfe 2, 124). Aus mhd. zeit oft im habsburg. urbarbuch, herausg. v. Pfeiffer, z. b.: dâ (im Waldshuter amte) ist ouch ein kelnhof, der giltet (bezahlt als gülte an Habsburg) ein pfunt Baseler. 46, 17; dâ ist ouch ein kelnhof, der Sant Blêsien (im südl. Schwarzwalde) eigen ist. 60, 8; ze Küsnach lît ouch ein kelnhof, der für eigen von dem gotshûse (von Muorbach) kouft wart. 191, 1, zwischen dinghöfen, meierhöfen genannt. nachher auch kellnhof, s. Haltaus 1081, einzeln kelenhof das. (14. jh.), und kelhof, kellhof weisth. 1, 248 ff. 259, chellehof schweiz. geschichtsfr. 2, 176 (14. jh.). noch führen im canton Zürich allein sechs höfe den namen Kählhof, auch als personenname erscheint Kehlhof. Der inhaber heiszt keller oder kelner, lat. cellerarius (cellenarius Schmid schwäb. wb. 309): dasz ein ieglicher keller des kellhofs zu Wellhausen (im Thurgau) .. ein gotshausman des gotshaus in der Reichenauw sein solle ... und sol ein ieglicher keller (bei seinem eintritt ins lehen) schweren einen eid .. den kellhof in ehren (gutem stand) zu haben. weisth. 1, 250; (das besthaupt, an den probst zu entrichten, soll man) antwurten dem kelner in dem kelnhof (nachher auch keller). schweiz. geschichtsfreund 4 (1847), 70. im habsb. urb. kommen auch kelner auf dinghöfen vor, s. 239, 24. 10. 240, 34. 20, aber das sind wol zugleich kelnhöfe. seine stellung heiszt das kellerampt Haltaus 1080. Was zum kelnhof gehört, heiszt kelnhofgut: ainen wingarten zu Rickenbach an der halden gelegen, das (nämlich der weinberg) recht (wahres) kellnhofgut ist. Lindauer urk. v. 1453, das. 1081; dasz zu Zaisertschweiler, Besenreuti .. gar keine kellnhofgüter, sondern allein hofgüter und waldlehen gelegen seien. von 1571 das. 1082. Leute die zu einem kelnhofe gehören, heiszen kelnleute: si sient ziens- oder kelnlüt oder in wel wise si unserm gotzhus zugehörent. Reichenauer urk. v. 1399, Schmid schwäb. wb. 309. die mühle eines kelnhofs kelnmüli habsb. urb. 305, 25, kelmüli 256, 1. 304, 28. auch der kilchen kelherren 223, 11 sind wol nur keller mit höherem titel (vgl. unter kirchherr), wie es scheint die pfarrer selbst. auch kelmaier wird der keller genannt (maier auf dem kelhof), er hält das kelgericht ab, s. Mones zeitschr. 5, 378 ff. 10, 94. Der ursprung des wortes ward gewöhnlich an lat. colonus geknüpft, so von Goldast scr. paraen. 441, Stieler 845, Frisch, die darum kölnhof schrieben; kelner, keller sollte aus kölner, colonarius (die aber beide so nicht vorkommen) verderbt sein, wie allerdings mlat. colonia für hube, hufe bestand (Haltaus 1081, Dief. 133b). Die auffassung des namens an ort und stelle, und zwar die amtliche, aus dem anfang des 14. jh. zeigt die lat. übers. im habsb. urb. curia cellerarii 304, 27 (in Unleingen, es ist der kelnhof 255, 6). 305, 22. 309, 7 u. ö.; der cellerarius ist der keller sp. 515, und die doppelformen kelnhof (kellnhof) und kelhof, kelnmüli und kelmüli weisen bestimmt auf die doppelformen von kellner und keller als gutsverwalter (ein Ruodolf Kelner habsb. urb. 190, 4). so heiszt es denn auch kelners hof Mone zeitschr. 7, 218 (13. jh.), weisth. 2, 336, und kellerhof (s. d.). wie nun der hof eines huobers, huobeners ein huophof hiesz (anz. d. germ. mus. 1860 sp. 95, weisth. 4, 264), der hof eines vorsters ein vorsthof (weisth. 4, 799), der eines kastners ein kasthof (sp. 270), so ist wol denkbar, dasz man auch statt kellerhof, kellnerhof bequemer, obwol gewaltsam kürzend kelhof, kelnhof sagte. Mone 10, 91 bringt aus Franken v. j. 1341 einen kernhof bei, das stimmt zu schwäb. kern keller sp. 513.
4022 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    këlnhofstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    këln-hof stm. hofgut, das dem këlner gehört od. überlassen ist Urb. 46,17 ff. Mone 3, 362. Gr.w. 1,12. 77. 120 f. 4,276 …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kelnhof

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kelnhof , kellnhof , m. name einer gewissen art hofgüter in gewissen theilen Schwabens und der Schweiz; s. mehr bei Halt…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kelnhof

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kelnhof ( Kellnhof, Kelhof ), in Schwaben und der Schweiz ursprünglich Bezeichnung desjenigen Hofgutes, auf dem der guts…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kelnhof

3 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kelnhof 2 Komponenten

keln+hof

kelnhof setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kelnhof‑ als Erstglied (2 von 2)

kelnhofzins

KöblerMhd

kelnhof·zins

kelnhofzins , st. M. nhd. Kelnhofzins, von einem Kelnhof an den Grundherrn zu leistende Abgabe Q.: DRW (1447) E.: s. kelnhof, zins W.: nhd. …

kelnhof als Zweitglied (1 von 1)

Originalkelnhof

DRW

original·kelnhof

Originalkelnhof, m. ursprünglicher, rechtmäßiger Kelnhof daß ... allein der jenig, fuͤr ein keller bestellt werden kan, welcher auff dem rec…