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Garbe I

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Garbe I

Bd. 2, Sp. 1025
Garbe I Rhfrk uNahe gārp (-ā- stark getrübt), -- [Birkf -ār-, manchmal gārw, Pl. -wə u. -Eər-]; sonst garp [Birkf-Gimbw -Er-; Wend-Haupersw, Ottw-Merchw, Saarbr-Göttelborn -ę-]; OMosfrk ga·r.əf [May-Polch, Aden-Hausem -ǫ-]; an der Saar in NOSaarl von Diefflen Saarwelling Schwarzenholz an gā:rf bis ausschl. Piesb Bettstdt Lab, von wo an -E:- (überweit); sonst Saarl, Merz ga·r.əf bis Saarl-Fürw Eimersd (ausschl.), ausschl. Merz-Ficking Menning Merching Rissenth, von wo an an der ganzen uSaar -ę·r.- (-ę- überweit) [doch Saarbg-Perl Borg Eft Hellend -a·r.-; Saarbg-Nennig Tetting Besch -o·r.-]; Trier (Hochw) -ę·r.- (-ę- überweit); Trier-Stdt u. vielfach an der Mos -a·r.-; Trier (n. Mos), Bitb, Wittl, Daun, SPrüm -ă-, –ōă-, –ō- (u. mit Schärfung); sonst Prüm -ā:- [Prüm-Duppach Hallschlag -E:-]; in Koch, Zell vielfach -ę·r.-; Rip, Berg, n. Ruhr -a·r.-, –ar- [Altk-Birken -ā:-; Sieg-Seelschd Sieglar, Wippf vielfach -ę-]; LRip (meist), Eup, SNfrk bis Ürd.-L. -ę-; lrhn. Klevld -E-; rrhn. n. Ruhr -ar- [doch -ę- Duisb, Sterkr, Dinsl-Stdt, um Spellen u. Wesel, Elten; γEăf am ORande]; Pl. -wə(n), –və(n) [Koch-Laub -weln] f.: Bündel geschnittenen, gebundenen Getreides; im Rip unterscheidet man die Schobben, noch nicht gebunden auf dem Felde liegend, von den G., gebunden u. in Husten stehend [1 G. besteht aus 2 Sch. Heinsb-Höngen; Sch. soviele Halme, als beim Mähen bequem zusammengehalten werden = ½ G. Sieg-Honnef; Sch. die einzelnen Teile beim Aufrechen Schleid-Waldrf; G. gebunden, Geleck ungebunden Schleid-Baasem]; doch wird der Unterschied nicht streng behauptet; je nach Getreideart unterscheidet man dazu noch hier u. da Sch. u. G., so in der Bonner Gegend: G. = Roggengarbe, Sch. = Hafergarbe; G. bei Roggen u. Weizen, Sch. bei Gerste u. Hafer Gummb; G. bei Gerste u. Hafer, Stuchen bei Roggen u. Weizen Altk-OIngelb Michelb OWamb; in Sieg-Fussh Scheiderhöhe sind G. nur drei oder vier oben zusammengebundene Hafergarben (diesen kleinen Husten nennt man auch Schobben oder Höggelchen); no nöng (9) Dag (nach dem Schnitt) wiərd die Haver opgeschart on zo Gärven gebongen; s. auch je nach der Getreideart: Weizen u. Gerste Bond, Wickel; Hafer Männchen; Buchweizen Büschel, Hippchen, Kegel, Putsch; s. auch Häuchel, Stauchen (s. d. W.). — Of jede Korkasten kommen zeihn G.ən Bernk-Berglicht; bei de Hawer on de Gerscht len (legen) de mescht Leit zwo G.ən of de Käschten, äs (dass) de Ren (Regen) ner eso gut enekemmt Ottw-Bub; die Hawer get zo fenf G.ən en Böcken opgestallt Neuw-Rodenb (u. so je nach Gegend recht verschieden). — In der Scheune de G.ən anlegen zum Dreschen Gummb, — oziehen Bitb, Saar; de G.ən ofschetten aufrütteln Koch-Laub; de G.ə efkes (eben) kloppe vordreschen Geld; zwu (gedroschene) G.ən gen en Beisch (gedroschenen Langstrohs) Bitb-Mettend. RA.: März schrapp, Aprel nat; März wärm, brengt de Bure-Dern dicke Gärf in de Ärm Geld-Capellen. Do es ken Schürken so voll, of et geiht noch en Gärfken dren Mörs, Rees. De lisst (lässt) die G.ə leie on leift die Ähre no Ottw-Wiesb; en föscht den Halm on lässt de G.ə fohren Wittl. — Die krumme G., die letzte G., die gebunden u. zu oberst geladen wurde, nun in der Scheune zu allererst, aber mit nach oben auseinander gedrückten Ähren (deshalb ‘krumm’), unten zu liegen kommt; wird nun gedroschen, so kommt sie zu allerletzt dran, und der Grossknecht geht bei Vollendung des Dreschens mit der kr. G. zum Hospes u. fragt, ob sie verbrannt oder versoffen werden soll. Hei brengen we öch de kromm G. uter de Wasch (Gas, Las), wornoə de Kneit so lang gefescht (getast); (Frau), wat solle wej duhn, se verbrennen of versupen? Heisst es verbr., so wird die G. auf dem Hofplatze angezündet; wenn jedoch der Herr die G. versaufen lässt, dann werden die Knechte mit Schnaps traktiert; der Grossknecht aber muss es sich dann gefallen lassen, von den Mägden mit Wasser begossen zu werden Kemp-SHubert, Geld-Kevelaer. Hier ös den alden, krummen Mann (-ā-), den nit hüren on sehn kann; hej hät sonnen (solchen) Honger on sonnen Dorsch, hätt gern wat de drenken on en Worsch; oder — lot öhm in Bier on Fusel weiken, mag hej nächstes Johr wat beter teiken! Mörs-Neuk. Hier es de leste G. üt de Las, wonor (wonach) ek so lang häbb getast; de G. es kromm, ek sin domm; häj (hättet ihr) en beche (bis-chen) mehr Verstand, nemmt de Fläss es be de Hand! Geld-Wetten. Hier komm ek met de kr. G., sei ös gewassen op öhr Erf; gei mott de Jong mar gut wat riken för tegent Johr en gut Tiken. De G. ös kromm, de Jong ös domm; den Bur, den hät wäll mehr Verstand on gef dem Jong en Kann Fusel en de Hand! Mörs-Orsoy, Rees-Hüthum. Auch wird der letzte Schabb von der letzten Bäukar dem Hospes gebracht u. versoəpe; dem Enk, der de Schabb bringt, wird ein Eimer Wasser übergeschüttet Kemp-Vorst (die Sitte ist veralt.).
4837 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    garbei

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    garbei , beinahe, eigentlich ganz nahe: und ist doch alles éin land, in die länge nnd breite nit über anderhalb tagreis,…

  2. modern
    Dialekt
    Garbe I

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Garbe I Rhfrk uNahe gārp ( -ā- stark getrübt), -- [ Birkf -ār-, manchmal gārw, Pl. -wə u. -Eər- ]; sonst garp [ Birkf-G…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit garbei

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Ableitung von garbei

garb + -ei

garbei leitet sich vom Lemma garb ab mit Suffix -ei.

Zerlegung von garbei 2 Komponenten

gar+bei

garbei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — garbei kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „garbei". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/garbei/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „garbei". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/garbei/rhwb. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „garbei". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/garbei/rhwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_garbei_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„garbei"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-14},
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