Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
gansên
(11. Jh., bair.) in Geheimschrift g:ns:n . al-
bescere:
‚weiß werden; albescere‘. Die
Schreibung g:ns:n legt eine Auflösung gan-
san nahe (StSGl 2, 660). Diese Schreibung
läßt sich am ehesten durch Übertragung der
Endung -an der st. Verben auf die sw. Ver-
69 gansar – gantinariS70
ben der III. Klasse in bair. Glossen erklären
(vgl. Braune-Reiffenstein 2004: § 314; Schatz
1907: § 150; von Velthuis 1878: 95 wird das
Verb fälschlicherweise als sw. Verb der I.
Klasse eingeordnet). Das Verb ist mit ingres-
siv-inchoativer Bedeutung von ahd. gans
‚Gans‘(s. d.) abgeleitet. Ahd. gansên* ist
dabei eine Lehnschöpfung nach dem Muster
lat. albus
‚(grau-)weiß‘: albescere
‚weiß,, wo-
hell werden, grauen [vom Tageslicht]‘
bei die Gans wegen ihrer hellen Federn mit
der Vorstellung
‚weiß‘assoziiert wurde (vgl.
die Wendung
‚der Tag graute‘).